Warum der Seattle Supercross so grausam sein kann

Rutschig und verspurt mit Tendenz zum Regnen. Seattle kann einen bestrafen oder belohnen.
Supercross 2013 Seattle
Hübsch ist er nicht, der Track in Seattle © Team Suzuki
Von Aaron Hansel

Der Seattle Supercross ist ein Messer das in beide Richtungen schneidet, manchmal sorgar sehr scharf. Angesichts der Gefahr und des Schwierigkeitsgrades eines jeden Supercross Rennens, nimmt das Field Open-Air-Design beim CenturyLink und Seattle’s Ruf für April-Duschen ganz neue Dimensionen an - vor allem für Fahrer, die spät in der Saison auf der Suche nach einer Lösung für ihre beträchtlichen Punkt-Defizite sind.

Die Newcomer Eli Tomac (250SX) und Ryan Dungey (450SX) im diesjährigen Seattle Supercross waren in der wenig beneidenswerten Lage irgendeine Art von Glücksfall zu benötigen. Beide fuhren mit erhebliche Margen hinter den führenden Piloten Ken Roczen (250SX) und Ryan Villopoto (450SX), doch deren Fehltritt auf dem aufgeweichten, glatten und ausgefahrenem Chaos von einem Track kombiniert mit Siegen von Tomac und Dungey, war genau das, was sie brauchten, um wieder in den Titelkampf mitzumischen.

Ryan Dungey beim Supercross 2013 Seattle
Für Dungey lief es in Seattle nicht nach Plan © KTM Images

Natürlich, schlammige Rennen begünstigen nur wenige, und sie haben genauso viel Potenzial, einen weiteren Nagel in den Meisterschafts-Sarg eines Fahrers zu hämmern, wie sie die Möglichkeit bieten, einen dringend benötigten Schub in den Punkten zu ermöglichen. Das ist etwas, womit Tomac und Dungey an diesem Wochenende nur allzu vertraut gemacht wurden.

Tomac’s Nagel wurde geschlagen, als er, nachdem er über die Hälfte des Rennens führte, einen kleinen Fehler in der Whoops gemacht hat, der lawinenartig in einen spektakulären Over-The-Bars Get-Off über den anschliessenden Doppel-Sprung überging. Er war in der Lage, aufzustehen und sein verbogenes Bike auf den zweiten Platz zu steuern. Aber der Schaden war angerichtet, als Roczen siegte und seinen Vorsprung auf 20 Punkte über Tomac ausbaute. Mit nur zwei Rennen übrig, die wohl trocken sein werden, stehen die Chancen für Tomac eher schlecht.

Eli Tomac im Supercross von Seattle 2013
Ken Roczen im Vorteil vor Eli Tomac © KTM Images

Dungeys Unglück kam nur wenige Sekunden nach dem das Tor auf ging, als Josh Hill direkt vor ihm am Start zu Boden ging. So einfach gab Dungey mehr Boden an Villopoto ab und kam mit einem Punkte Ergebnis an zweiter Stelle hinter Davi Millsaps ins Ziel. Dennoch fuhr er ein tolles Rennen, in dem er von fast letzter Stelle an die Vierte vorrückte. Interessanterweise war es in Seattle, auf einem ganz ähnlich bösen und ausgefahrenen Track, dem diesjähigen nicht unähnlich, wo Dungey sich den Titel im Jahr 2010 sicherte.

Das ist einfach der Lauf der Dinge im Seattle Supercross, der einem riesigen Fragezeichen gleichkommt. Es liefert oft eine deutliche Verschiebung in den Punkten, die Frage ist nur in welche Richtung das Messer schneiden wird?

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