Latvala heiß auf Argentinien

VW-Star ruft eine finnische Revolution aus, um den Ansturm der Franzosen in der WRC zu stoppen.
Latvala heiß auf Argentinien
Latvala heiß auf Argentinien © McKlein Image Database
Von Carl McKellar

Nachdem der Franzose Sébastien Ogier die Erfolgsserie seines Landes in der World Rally Championship fortsetzen konnte, glaubt Jari-Matti Latvala, es sei an ihm und seinem Landsmann Mikko Hirvonen, der „Französischen Revolution“ ein Ende zu setzen.

Alle vier Rallyes, die dieses Jahr bisher gefahren wurden, wurden von französischen Fahrern gewonnen. In Monte Carlo siegte Sébastien Loeb von Citroen und Sébastien Ogier (VW) siegte in Schweden, Mexiko und Portugal.

Loeb, der die letzten neun Weltmeisterschaften in Folge gewonnen hat, nimmt 2013 nur an vier Rennen teil – und das dritte steht diese Woche in Argentinien an. Viele halten Ogier für seinen Nachfolger. Und tatsächlich ist der Vorsprung des Franzosen nach nur vier Rennen so groß, dass er, selbst wenn er eine der nächsten beiden Rallyes in Argentinien oder Griechenland nicht beenden würde, immer noch in Führung bleiben würde…

Zudem haben Loeb und Ogier auf ihrem Weg zum Saisonsieg dafür gesorgt, dass Frankreich auch bei der Anzahl der Etappensiege die Nase vorn hat. Sie konnten bei nicht weniger als 49 von den bisher gefahrenen 76 Etappen dieser Saison die schnellsten Zeiten einfahren. Norwegen folgt (dank Mads Ostberg) mit 11 Etappen, während Finnland nur trübe neun Etappensiege auf seinem Konto verbuchen konnte.
 

Sollte Ogier weiterhin auf dem Weg zum Titel bleiben, wäre dies der zehnte Sieg für Frankreich in Folge – und das in einem Sport, der einst von den Skandinaviern dominiert wurde. Denn Finnlands letzter Weltmeister war Marcus Gronholm im Jahr 2002…

Latvala wird diese Woche jedoch beflügelt in die Argentinien-Rallye starten, denn er landete in Portugal hinter Hirvonen auf dem dritten Platz, und damit das erste Mal für VW auf dem Podium. Er weiß auch, dass in Argentinien noch einige Änderungen an seinem Auto vorgenommen werden, das dann noch besser seinem Fahrtstil angepasst sein wird.

Latvala meint: „Sébastien Ogier ist in sehr, sehr starker Verfassung. Die Französische Revolution geht anscheinend auch nach Séb Loebs Rücktritt weiter! Eine Finnische Revolution zu starten wird nicht einfach, selbst wenn wir mit Mikko und mir mit zwei Finnen vertreten sind.“

„Ich hoffe, dass wir an einem Punkt die Herausforderung angehen können. In Argentinien würde ich natürlich gerne um den Sieg fahren, aber da müssen wir Schritt für Schritt vorgehen, denke ich.“

Hirvonen, der als Zweiter der Gesamtwertung vor Loeb nach Argentinien kommt, weiß, dass er sofort angreifen muss, wenn er verhindern will, dass Ogier dieses Jahr mit dem Titel davonfährt. Sein Citroen-Team hat – allerdings mit Loeb - die letzten acht WRC-Rennen in Argentinien gewonnen, es weiß also genau, wie man die Schotter-Rallye in Südamerika gewinnen kann.

Hirvonen sagt: „Seit Portugal haben wir das Auto weiter getestet und das Setup des DS3 WRC verbessert. Nachdem ich die letzten beiden Rallyes als Zweiter beendet habe, will ich hier definitiv noch schneller sein und meinen ersten Saisonsieg holen.“

Und Hirvonens finnischer Co-Pilot Jarmo Lehtinen fügte hinzu: „Ich denke, wir haben uns in der Zeit zwischen Mexiko und Portugal enorm verbessert. Ich bin sicher, wir können noch weiter zulegen – ich weiß nicht, ob es für einen Sieg reichen wird, aber ich bin mir sicher, in Argentinien werden wir einen Schritt näher dran sein.“

 

WRC-Titel nach Ländern seit 1978
Finnland 14
Frankreich 10
Italien 3
Deutschland 2
Großbritannien 2
Spanien 2
Schweden 2
Norwegen 1

Etappensiege nach Ländern im Jahr 2013
Frankreich 49
Norwegen 11
Finnland 9
Spanien 3
Russland 2
Belgien 1

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