Ken Roczens Neustart – Teil 1

Der KTM-Fahrer spricht über seinen doppelten Abräumer beim Red Bull Hangtown Motocross Classic.
Ken in Hangtown © Frank Hoppen/Red Bull Content Pool
Von Aaron Hansel

Letztes Jahr erwarteten alle, dass der ehemalige MX2-Weltmeister Ken Roczen viele Rennen gewinnen würde. Doch auch wenn er schnelle Zeiten fuhr, blieb ihm der große Sieg 2012 versagt. Jetzt, mit einem Jahr Erfahrung, ist der Red Bull KTM-Fahrer zurück, und legte am Wochenende in der Eröffnungsrunde in Nordkalifornien mit zwei gewonnenen Rennen einen perfekten Saisonstart hin. Nach dem Rennen sprachen wir mit ihm über seinen ersten AMA Motocross-Sieg.

RedBull.com: Beschreib uns das Rennen.
Ken Roczen: Nach dem Start war ich etwas frustriert. Ich weiß nicht, wie ich das angestellt habe, aber ich lag auf einmal ziemlich weit hinten. Ich dachte mir, „Mann, ich muss nach vorne! Ich kann die Jungs nicht davonziehen lassen, denn eine Lücke lässt sich nur schwer wieder schließen“. Ich fühlte mich aber spitze. Ich weiß nicht, ob ich so schnell fuhr oder ob die Jungs langsamer wurden. Aber irgendwie schaffte ich es, schnell nach vorne zu kommen, und als ich dann endlich in Führung ging, war das der Wahnsinn. Letztes Jahr war ich noch derjenige, der immer überholt wurde. Von daher war es wirklich klasse. Vor allem wusste ich gar nicht, wo ich mit meiner Leistung stand, denn seit Vegas bin ich nicht mehr viele Rennen gefahren. Ein paar Freunde aus Deutschland waren zu Besuch, und eigentlich bin ich jeden Tag nur surfen gegangen. Ich habe mir nicht allzu viele Gedanken gemacht, aber anscheinend kam ich hier echt gut entspannt an.

Ken feiert Arm in Arm mit Freundin und Trophäe © Frank Hoppen/Red Bull Content Pool

RB: Du bist surfen gegangen?
KR: Ja, ich habe gerade erst damit begonnen, aber es macht Spaß. Ich war ein paar Mal draußen auf dem Wasser, und konnte sogar schon stehen. Es ist definitiv ein gutes Training. Außerdem war ich mit meinen Freunden Trampolin springen, und wir wollten einfach ein bisschen abhängen. Es ist mir wichtig, den Spaß an der Sache nicht zu verlieren, denn wenn ich Spaß habe, dann läuft es bei mir auch gut. Außerdem war Hangtown unser erstes Rennen, und es folgen noch viele weitere. Von jetzt an kann es nur noch besser und besser werden. Insgesamt fühlte ich mich einfach gut, und konnte meinen ersten AMA Motocross-Sieg holen. Da kann ich mich wohl kaum beschweren.

RB: Hat dich der Sieg bei der US-Westküstenmeisterschaft in der Klasse 250SX für diese Serie motiviert?
KR: Ehrlich gesagt, habe ich das mit der Supercross-Meisterschaft schon fast wieder vergessen. Ich schaue einfach gerne nach vorn. Ich sitze ganz sicher nicht fünf Wochen lang zu Hause herum, und sage mir „Hey, ich bin Supercross-Weltmeister. Ich mache jetzt erstmal gar nichts mehr.“ Jetzt ist Motocross an der Reihe. Natürlich liefert das schon einen kleinen Motivationsschub, und es bringt Selbstvertrauen und alles, aber Outdoor-Rennen sind etwas ganz Anderes. Manche Leute sind bei Outdoor-Rennen richtig gut, und beim Supercross nicht so gut, oder anders herum. Es ist daher toll zu sehen, dass ich in beidem gut bin!

Verpass morgen nicht Teil II des Interviews mit Ken Roczen.
 

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