Inside MX: Stefan Everts verrät seine Geheimnisse

Erster Teil unseres Interviews mit dem 10-maligen Motocross-Weltmeister und heutigen Teammanager.
Stefan Everts hat immer Zeit für Action
Stefan Everts hat immer Zeit für Action © KTM Images/Red Bull Content Pool
Von JCD

Stefan Everts Platz ist dank seiner monumentalen Anzahl von 10 Titeln nicht mehr aus der Geschichte des Motocross wegzudenken, doch der Belgier leistet auch in seiner jetzigen Funktion einen großen Beitrag zu diesem Sport.

Everts kümmert sich als Teammanager von Red Bull KTM Factory MX2 um die Titelverteidigung des derzeitigen Weltmeisters Jeffrey Herlings, arbeitet zudem mit Jordi Tixier daran, den Franzosen zu Herlings Nachfolger zu formen und steht jungen Stars als Mentor zur Seite.

Everts kam 2006 – dem Jahr, in dem er seinen letzten MX1-Titel holte – als MX Racing Director zu KTM und plante die Saison 2007. Seit 2008 ist er maßgeblich an den MX1- und MX2-Erfolgen des österreichischen Herstellers beteiligt.

Der 10-malige Weltmeister beobachtet die Action
Der 10-malige Weltmeister beobachtet die Action © Ray Archer/Red Bull Content Pool

Seit 2008 hat KTM den MX2-Titel fest in der Hand, denn die Meisterschaft ging in den letzten Jahren an KTM-Fahrer wie Tyla Rattray, Marvin Musquin (zweimal), Ken Roczen und vor kurzem Herlings. Der Start in die Saison 2013 könnte also nicht besser laufen: Nach sieben Runden führt Herlings wieder einmal die Gesamtwertung an, und sein Teamkollege Jordi Tixier liegt auf Platz zwei…

„Alles läuft, wie es laufen soll, und die beiden Fahrer sind gut drauf“, erklärt Everts. „Wenn Jeffrey in der MX2-Kategorie bleibt, ist er auch weiterhin unsere Nummer eins, und ich hoffe, dass die Lücke zwischen Jordi und Jeffrey kleiner wird. Aber im Moment sieht es so aus, als müsse Jeffrey [in die MX1-Klasse] aufsteigen – an den Regeln hat sich nichts geändert, und wenn sie so bleiben, dann brauchen wir einen guten Ersatz für Jeffrey.“

„Jordi hat sich gut entwickelt. Die Saison ist noch lang, und ich habe in diesem Jahr noch viel mit ihm vor. Dann kommt die Vorbereitung für die Saison 2014 und den Kampf um den Titel. Jeffrey zeigt da draußen eine sehr starke Leistung, aber mein Fokus liegt auf Jordi, denn ich bin gerne allem einen Schritt voraus und bereit für die nächste Saison…“

Jeffrey Herlings und Jordi Tixier heben ab
Jeffrey Herlings und Jordi Tixier heben ab © KTM Images/Red Bull Content Pool

Als ehemaliger Fahrer geht Everts seiner Leidenschaft nach, und ist auch jetzt noch stark in die Weltmeisterschaft involviert. Doch was gefällt ihm an seinem Job am meisten?

„Ich glaube, Ergebnisse zu sehen. Es ist toll, wenn man mit den Fahrern arbeitet, ihre Entwicklung beobachtet und ihre Bemühungen sieht. Und ich versuche, ihnen viel beizubringen“, sagt Everts.

„Die Arbeit mit Jeffrey ist ganz anders als die Zusammenarbeit mit Jordi. Jordi hat ein sehr enges Verhältnis mit seinem Vater. Da spielt also die Familie eine sehr wichtige Rolle. Und auch ich verstehe mich gut mit seinem Vater, was sehr wichtig ist. Jordi respektiert meine Meinungen, befolgt meine Ratschläge und strengt sich sehr an.“

„Jeffrey hingegen ist in vielen Dingen ein Individualist. Als Sportler musst du ein Individualist sein – es dreht sich alles um mich, mich und nochmal mich. Noch dazu vertraut er nicht vielen Leuten außerhalb seines engen Kreises. Das zeigte sich auch letztens beim Rennen in Brasilien. Ich riet ihm, nicht an den Start zu gehen, doch er vertraute nicht darauf und tat es trotzdem. Nach dem Rennen sagte er zu mir ‚Ja, du hattest Recht, ich hätte auf dich hören sollen!‘.“

In Teil II spricht Everts über die knifflige Zusammenarbeit mit dem talentierten Herlings…

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