Kubica kämpft mit dem Langsamfahren

Mit seiner "Go Slow"-Taktik landete das Formel-1-Ass in Griechenland seinen ersten WRC2-Sieg!
WRC Griechenland 2013: Robert Kubica im Citroen DS3 RRC Acropolis Maciej Baran.
Robert Kubica in seinem Citroen DS3 RRC © McKlein Image Database
Von Carl McKellar

Nach seiner Formel-1-Karriere mit 200 Stundenkilometern musste Robert Kubica bei der Acropolis Rally in Griechenland gegen seinen natürlichen Instinkt mit wesentlich geringeren Geschwindigkeiten klarkommen – auch wenn es ihm den ersten Sieg in der WRC2-Kategorie einbrachte.

Bei seinem erst zweiten World Rally Championship-Event fuhr der Pole die schnellste Zeit aller zehn Eröffnungsetappen, bevor er gegen Ende einen Gang runterschaltete, um mit anderthalb Minuten Vorsprung zu gewinnen. Er war mit einem Citroen DS3 RRC unterwegs, dessen speziell angefertigter Schaltknüppel ihm helfen soll, mit seiner schrecklichen Handverletzung klarzukommen, die er bei einer Rallye vor zwei Jahren erlitt.

Gegen Ende des Rennens musste er dann seine Geschwindigkeit etwas drosseln, um die Chancen auf den Sieg nicht doch noch zu gefährden.

Kubica erklärt: "Das war das Schwierigste an der ganzen Rallye. Auf dem Kies fährt der Wagen hoch über der Straße und du musst Energie auf die Reifen bringen. Machst du das nicht, rutschen die Reifen einfach weg. Autos für Schotterpisten sind nicht für langsames Fahren gebaut. Das ist nicht einfach, aber man kann alles lernen."

WRC Griechenland 2013 Robert Kubica Citroen DS3 RRC Acropolis Maciek Baran.
Langsam fahren zählt nicht zu Kubicas Stärken © McKlein Image Database

Kubica war außerdem erstaunt, wie gut sein Citroen mit Griechenlands harten, felsigen Straßen klarkam, die berüchtigt dafür sind, Reifen und Federung auf eine harte Probe zu stellen.

"Ich hätte niemals gedacht, dass ein Rallyewagen mit diesen Bedingungen zurechtkommt. Das erste Mal zu sehen, wie es ist, wenn man sich einer Kurve nähert ... Ok, Ich hätte das vielleicht nach der Recce Mitte der Woche erwarten können, aber es war sogar schlimmer als ich erwartet hatte. Ich weiß nicht, ob ich solche Bedingungen in Zukunft nochmal bei einer Rallye vorfinden werde. Ich denke nicht. Ich habe bei dieser Rallye eine Menge gelernt."


Ein anderes Problem, mit dem Kubica – wie die meisten Fahrer zu einem bestimmten Zeitpunkt in Griechenland – zu kämpfen hatte, war die mangelnde Sicht durch den Staub, den die vorderen Autos aufgewirbelt hatten.
"Freitagabend war die Straße nur so breit wie ein Auto und der Staub machte es unmöglich richtig zu sehen, wenn ich über einen Gipfel fuhr", so Kubica. "Ich kam mit einem Rad etwas von der Straße ab, aber das war zum Glück nicht schlimm."

WRC Griechenland 2013 Robert Kubica Citroen DS3 RRC Acropolis Maciek Baran.
Die Sicht war ein Problem bei der Acropolis Rally © McKlein Image Database

“Die angepasste Gangschaltung hat sehr gut funktioniert. Bei meinem ersten WRC-Event in Portugal hatten wir Probleme mit den Temperaturen, aber wir haben am System gearbeitet und einen Extrakühler eingebaut.”

Kubica besteht darauf, trotz allem keine Titelaspirationen in der WRC2 zu haben, weil noch Rallyes anstehen. Der Kampf wird besonders dann hart, wenn erfahrenere Fahrer auf ihren Lieblingsstrecken dabei sind.

"Ich wusste, wenn ich hier einfach mein Ding durchziehen würde, wäre ein gutes Ergebnis möglich. Aber wenn du mich fragst, ob ich an den WRC2-Titel denke, dann sage ich: Nein! Ich würde sagen, meine Chancen sind gleich null. Vor meinem ersten WRC-Event überhaupt in Portugal war ich gerade mal 300 Kilometer auf Schotter gefahren und die meisten Rallyes sind auf Schotterpisten."

WRC Griechenland 2013 Robert Kubica Citroen DS3 RRC Acropolis Maciek Baran.
Kubica feiert mit Kopilot Maciek Baran © McKlein Image Database

Kubicas Erfolg bei der Acropolis Rally war sein bedeutendster Rallye-Sieg bisher und man geht davon aus, dass er jedes verbleibende WRC-Event 2013 mitnimmt, mit Ausnahme von Australien und Großbritannien. Auch bei der European Rally Championship wird er dieses Jahr mindestens noch einmal starten, nämlich vor den Augen seiner polnischen Fans im September.

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