Tech Talk: Jari-Matti Latvala hat Glück im Leben

Der Sieger der Rallye Akropolis eröffnet ein eigenes Museum mit einigen ganz besonderen Wagen.
© Victor Engström/Red Bull Content Pool
Von Carl McKellar

Jari-Matti Latvala wird der Sommer 2013 lange in Erinnerung bleiben – erst gelang ihm der Durchbruch mit VW in der Rallye-Weltmeisterschaft in Griechenland, denn er siegte zum ersten Mal, und 4000km entfernt in seiner Heimatstadt Tuuri, in Finnland, feierte er die Enthüllung einer sehr persönlichen Geschichte über seine Karriere am Steuer.

Das Aufgebot in Latvalas Sammlung reicht von seinem ersten Rallyeauto, einem Toyota Corolla, bis zum 1996 Mitsubishi Lancer des viermaligen WRC-Champions Tommi Makkinen. Es ist aufregend und bewegend in gleichem Maße.

‘Leidenschaft für das Rallye-Fahren’ liest man auf der Seite des Gebäudes. ‘J-M Fanituote Myymala’ und ‘Ralliauto Nayttely’steht an der Tür – grob übersetzt so viel wie ‘Waren im Innern’ und ‘Ausstellung Rallye-Autos’. Das glauben wir zumindest…

Doch Latvala verdeutlicht das Konzept im Video. „Das Wichtigste ist die Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit. Jeder kann herkommen und sich die Autos ansehen ... Ich möchte, dass die Leute sehen, wofür mein Herz schlägt.”

Der Sieger der Rallye Akropolis im eigenen Muse
Der Sieger der Rallye Akropolis im eigenen Museum © Victor Engström/Red Bull Content Pool

Nach einem kurzen Flug mit dem Hubschrauber in das nahe gelegene Lahti zur Red Bull Kart Fight Media Tour (er siegte, bekam die Mädels und die Trophäen) ging es zurück nach Tuuri, was auf Finnisch ‘Glück’ bedeutet. Dies ist der Ort, an dem für den jungen Latvala alles begann.

Er kennt den Sport wie kaum sonst jemand - alles, was er als Kind wollte, war Rallye-Fahrer werden - und das wird in seinem Museum deutlich. Der Blick fällt automatisch auf den Aufkleber, der auf dem Rückfenster eines seiner ersten Rallye-Autos klebt – ‘In Gedenken an Henri Toivenen’, den Held seiner Kindheit.

Im Alter von neun Jahren saß er zum ersten Mal am Steuer eines Sunbeam Avenger – und auch er steht da zwischen all den Wagen. Ebenso wie das erste Auto, in dem er ein Rennen fuhr, ein Toyota Corolla. Er war damals gerade erst 16 und zeigte schon das Zeug zum Superstar, als er sich mit dem 1600 cm3 Corolla mit Heckradantrieb 24 von 26 Rallye-Siegen holte! Der Corolla hat immer noch das originale (und ziemlich abgenutzte) Lenkrad.

Jari-Matti weiß so gut wie alles über Rallyes
Jari-Matti weiß so gut wie alles über Rallyes © Victor Engström/Red Bull Content Pool

Unter den Raritäten findet sich auch ein echter Klassiker der Rallye-Wagen mit Heckradantrieb – ein Ford Escort Mk2, stilechter 2-Liter BDG-Motor mit 280 BHP (Bremsleistung) inbegriffen. Wenn es die Zeit zulässt, dreht Latvala mit diesem Auto liebend gern einige Runden – wahrscheinlich gar keine schlechte Idee, denn bei der Rallye Portugal vor kurzem musste er auf sein gesamtes Können mit einem Heckradantrieb zurückgreifen, um seinen VW Polo (minus Vorderradantrieb) sicher ins Ziel zu bugsieren.

Beim Mitsubishi von Makkinen gerät er ins Schwärmen: „Tatsächlich ein Auto zu besitzen, das der Weltmeister gefahren ist – das ist etwas Besonderes.”

Ferner ist da noch die Sammlung seiner Trophäen und offiziellen Mannschaftskleidungen sogar noch aus seiner Zeit als Debütant. Latvala ist kein Angeber, aber auch er kann der Versuchung nicht widerstehen, seine Spielzeuge zu starten und aufs Gaspedal zu treten, bis aus dem Auspuffohr Flammen austreten – und das, ohne sie ins Freie zu bringen.

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