Loebs letzte Tests: Pikes Peak steht vor der Tür

Die Sonne strahlte, als Sébastien Loeb den Peugeot 208 T16 Pikes Peak in Colorado testete.
Von Anthony Peacock
  • Der Franzose hatte bei den frühmorgendlichen Tests für den Pikes Peak International Hill Climb, der am 30. Juni stattfinden soll, mit blendendem Sonnenlicht zu kämpfen.
  • Der neunfache Rallye-Weltmeister bekam einen Vorgeschmack von der Gefahr, wie auch schon vor ihm die andere Rallye-Legende Ari Vatanen, der den Event 1988 in einem Peugeot gewann.

Im Kultfilm ‚Climbdance’, den Peugeot von Ari Vatanen hat drehen lassen, nachdem er 1988 den Pikes Peak International Hill Climb gewonnen hatte – gibt es eine berühmte Szene, in der er um eine Kurve fährt und vom Sonnenlicht geblendet wird. Er hatte keine Chance zu sehen, wo er hinfährt.

Unerschrocken schirmt Vatanen mit einer Hand die Sonne ab und bleibt mit seinem rechten Fuß entschlossen auf dem Gaspedal. Was diese Szene so besonders macht, ist wie er seinen Peugeot 405 T16 an der Kante des Abgrunds entlang schlittern lässt, da der Pikes Peak zu seiner Zeit noch eine Schotterpiste war.

Auch Sébastien Loeb lässt sich so sehr auf die Tradition dieses Rennens ein, dass er am letzten Tag des Tests für den Pikes Peak einen Moment wie Vatanen hatte – auch wenn die Straße nun vollständig asphaltiert ist.

„Ich kam um eine Kurve und die Sonne blendete mich völlig, ich konnte absolut nichts mehr sehen“, erzählt Loeb. Und wenn man bedenkt, dass sein Peugeot 208 T16 Pikes Peak eine Maximalgeschwindigkeit von 250 km/h hat, und schneller beschleunigt, als ein Formel 1-Wagen, dann ist das kein wünschenswerter Zustand.

„Wir haben eine Windschutzscheibe aus Plastik und jedes Mal, wenn man den Scheibenwischer betätigt, bekommt sie ein paar kleine Kratzer“, erklärt Séb. „Das bedeutet, dass man wirklich nichts mehr sehen kann, wenn die Sonne direkt drauf scheint. Aber wenn dir die Sonne direkt in die Augen blendet, so wie es heute Morgen der Fall war, dann kann man eh nichts machen. Man muss sich einfach gut daran erinnern, wie die Straße weitergeht. Wenn du eine Sonnenbrille trägst, oder ein gefärbtes Visier, kann es sogar noch schlimmer sein, also bleibt dir nichts anderes übrig, als damit zu leben...“

Vor dem „Rennen in die Wolken“ am 30. Juni wird Peugeot eine brandneue Windschutzscheibe einsetzen, um den Blendeffekt zu reduzieren. Die Qualifikation am nächsten Wochenende wird auch ermitteln, um wie viel Uhr der Franzose fährt - und er wird sicher eine frühe Startzeit vermeiden wollen, da dann die Sonne am tiefsten steht.

In der Zwischenzeit fährt Loeb für fünf Tage nach Hause, während das Team das Auto nach diesen drei Testtagen vollständig auseinander und wieder zusammenbaut. Es war ein gelungener Test und die Crew von Peugeot arbeitete das geplante Testprogramm ohne Unterlass durch. Dabei wurde die Aufhängungseinstellung, die Reifen und die Stoßdämpfer kontrolliert und angepasst. Aber was am Wichtigsten war: der 208 war während der gesamten drei Tage verlässlich.

„Wir haben nun zwei Tests machen können und ich spüre, dass das Auto startklar ist“, sagt Loeb. „Aber was ein großes Fragezeichen bleibt, ist, dass viele unserer härtesten Rivalen die Tests nicht in Anspruch genommen haben...

Und auch wenn ich davon überzeugt bin, dass wir getan haben, was wir konnten, weiß man einfach nie, was die anderen noch für Asse in ihren Ärmeln haben.“

Und das werden wir nächste Woche endlich herausfinden...

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