Fast Talk: Michał Kościuszko

Neues Auto, neue Reifen, neue Hoffnung: Neue Perspektiven für Polens WRC-Fahrer in Sardinien.
Michał Kościuszko LOTOS Mini WRC 2013
Michał Kościuszko © McKlein Image Database
Von Carl McKellar

Nachdem er die letzte Runde der Rallye-Weltmeisterschaft in Griechenland verpasst hat, ist Michał Kościuszko bei der Rallye Sardinien wieder mit dabei. Und in seinem M-Sport Ford Fiesta mit neuer Livree kann man ihn nur schwer übersehen.

Aus Rücksicht auf seinen polnischen Petroleum-Sponsor wurde die Lotos-Lackierung von dem MINI, mit dem er die ersten fünf Runden der Saison absolviert hatte, auf den Fiesta übertragen – und sie sieht klasse aus.

Kościuszko meinte dazu: „Von meinen Fans in Polen habe ich viele positive Rückmeldungen bekommen, und nur wenige Minuten nach der Veröffentlichung auf Facebook hatte die Nachricht 500 Likes. Okay, wenn ich im Auto sitze, sehe ich das Äußere nicht, aber ich freue mich auf die Fotos nach der ersten Etappe.“

Im MINI liefen die Dinge nicht so, wie Kościuszko es sich gewünscht hatte. Doch mit dem Fiesta fährt er ein Auto, das mit den Wagen anderer Qatar M-Sport-Fahrer wie Mads Østberg, Thierry Neuville und Evgeny Novikov mithalten kann.

Kościuszko WRC Livree
Kościuszkos neue Livree © Kalamus Art Focus

Er fügte hinzu: „Es ist ein neues Auto mit neuen Rädern und neuer Hoffnung. Alles zusammen…wird, glaube ich, funktionieren. Ich konnte den Wagen im Wald von Greystoke in der Nähe des Hauptsitzes von M-Sport in Großbritannien testen und fühlte mich sofort wohl darin. Den Fiesta habe ich schon einmal mit IRC- und S2000-Spezifikationen gefahren, aber jetzt fahre ich natürlich die WRC-Version.“

„Es geht nicht um die Power, es geht um das Fahrverhalten. Ich habe mehr Vertrauen in das Verhalten des Wagens und seine Reaktionsweise. Er fährt sich präziser, aber auch weicher, als ich erwartet hätte – mehr wie ein Rennwagen. Er ist stabiler, hat mehr Antriebskraft und kann auch in langsamen Kurven besser das Tempo beibehalten. Alles scheint leichter zu sein – das Fahrverhalten, das Schalten, und mit den Reifen habe ich mehr Grip. Ich kann später bremsen und mit 3-5 km/h mehr in die Kurven gehen.“

Kościuszko hofft, auch in den Ergebnissen schnell Verbesserungen zu sehen: „Ich habe nur drei Versuche – der Deal steht nur für Sardinien, Deutschland und Großbritannien. Ich muss meine Chancen also nutzen und so schnell wie möglich fahren.“

Das Tempo eines WRC-Wagens ist nichts Neues mehr für mich, aber es wird einige Kilometer dauern, mich an den Fiesta zu gewöhnen.

Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird, auf jeden Fall will ich das richtige Fahrgefühl bekommen, um dann voll anzugreifen.

Kościuszko ist derzeit der einzige polnische Fahrer in der WRC, denn Robert Kubica fährt diese Saison in der WRC2-Klasse. Auf die Frage, ob er Kubica als Freund oder Bedrohung für seine Position sieht, gibt Kościuszko eine klare Antwort.

Er sagte: „Definitiv keine Bedrohung, nein. Obwohl er einen Citroën fährt, ist er eigentlich mehr so etwas wie ein Teamkollege, denn schließlich werden wir beide von Lotos gesponsert.“

„Außerdem finde ich es beeindruckend, dass er nach so einem beängstigenden Unfall und der harten Zeit wieder mitfährt. In gewisser Hinsicht ist er eine Motivation.“

Auch wenn Kościuszko und Kubica in der diesjährigen WRC nicht in gleichwertigen Maschinen antreten, können sich die polnischen Fans auf die Runde der Rallye-Europameisterschaft freuen, die im September in Polen stattfindet. Dann sind die beiden im Fiesta und Citroën mit ERC-Spezifikationen zu sehen.

Kościuszko meinte dazu: „Es ist sehr wichtig, dass ich diese Rallye mitfahre, denn Lotos ist dort ein bedeutender Sponsor. Außerdem können wir uns dort in gleichwertigen Autos gegenseitig anspornen. Wir werden Spaß haben. Es wird auch interessant sein, wie wir uns im Vergleich zu den anderen polnischen Fahrern schlagen. Für unser Land ist es ein sehr wichtiger Event.“

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