Tech Talk: Bau dir Tony Cairolis KTM

Du willst fahren wie ein MX-Champ? Dann brauchst du Werkzeug, einen Katalog und deine Geldbörse!
Tony Cairoli KTM Red Bull Tech Talk
Tony Cairoli © Archer R./KTM Images
Von Adam Wheeler

Tony Cairoli ist einer der besten Offroad-Motorradrennfahrer des Planeten. Der sizilianische Fahrer holte die letzten drei MX1 FIM-Weltmeistertitel der höchsten Klasse auf einer KTM 350SX-F mit Viertakt-Motor.

Also worin besteht der Unterschied zwischen Tonys KTM mit der Nummer 222 und einer Motocross-Maschine von der Stange? Dirk Grübel, der Technik-Chef vom Team KTM, erklärt dir, wie du ein Bike zusammenbaust, das Meisterschaften gewinnt.

Aufhängung
Dirk Grübel: Das Erste, das man austauschen sollte, ist die Aufhängung. Das kann man leicht erledigen, indem man WP Suspension kontaktiert. Das Material ist verfügbar, und auch die KTM Satelliten-Teams in der GP nutzen es. Doch natürlich kostet es einiges. Eine Werks-Gabel und Stoßdämpfer kosten in etwa 7500 Euro, aber die kann man dann noch mit weiteren Komponenten erweitern. Das Kaufen ist der leichte Teil. Doch du brauchst aber auch noch dreifache Klemmen, um alles einzubauen!

Tony Cairoli KTM Red Bull Tech Talk
Bessere Stoßdämpfer für bessere Jumps © Archer R./KTM Images

Räder
DG: Wir verwenden andere Räder, und was man in einem Powerparts-Katalog findet, ist genau das, was wir in Rennen nutzen. Wir fahren nicht mit serienmäßigen Rädern, weil die Nabe bei unseren etwas stärker und alles etwas leichter ist.

Motor
DG: Beim Motor kann man alle Teile kaufen, also Kolben, Pleuelstange, Nockenwelle, Zylinderkopf und Drosselklappe sowie die Mappings. Mit diesen Teilen ist man schon ziemlich nah an Tonys Bike dran. Es fehlen jedoch das Werksgetriebe und die Kurbelwelle. Diese Elemente bedürfen etwas Feinabstimmung und sind speziell an den Fahrer angepasst. Doch die Ausrüstung verbessert die Motorleistung in nahezu jeder Hinsicht. Sie wird nicht nur im unteren Bereich stärker, sondern auch insgesamt.

Getriebe
DG: Tonys Getriebe ist aus Material hergestellt, das etwas stabiler und leichter ist als das eines Serienbikes. Wir tauschen es nur wegen der Qualität und der Zuverlässigkeit aus, die auf unserem Rennniveau notwendig sind. Doch die Gänge sind dieselben wie bei einem Serienfahrzeug. Tonys Motorrad ist für eine 350er wirklich stark und verfügt über ein hohes Drehmoment, besonders wenn man es damit vergleicht, wie wir 2010 begonnen haben. Wir haben jedes Jahr etwas verändert, um die Maschine besser fahren zu können und auf bergigen Tracks wie St. Jean oder Sevlievo mehr Leistung rauszuholen. Tony fährt ein Bike auf höchstem Niveau, aber dementsprechend hoch ist auch der Wartungsaufwand. Wenn man an die Materialgrenzen stößt, beeinflusst das die Haltbarkeit. Bei welchen Teilen? Der Ventilantrieb mit Federn, Nocken und Zylinderkopf muss öfter gewartet werden. Und auch der Kolben leidet ziemlich unter der Geschwindigkeit.

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Grübel: Für eine 350er ist Ciarolis KTM kräftig © Archer R./KTM Images

Benzintank
DG: Der Benzintank entspricht dem eines Serienbikes, wir nutzen allerdings einen Tankdeckel mit einem Draht an der Außenseite. Der Rahmen besteht aus Titan und spart Gewicht. Da kann man etwas Geld investieren, doch er ist nicht so leicht zu bekommen. Das findet man nicht in jedem Laden.

Uhhm…Schrauben
DG: Wir verwenden überall Titanschrauben. Die sind zwar etwas teurer, aber jede Schraube wiegt nur halb so viel wie eine Schraube aus Stahl. Die bekommt man sogar bei Ebay. Damit spart man im Vergleich zum Serienbike schätzungsweise 3,5 Kilo.

Karosserie
DG: Die Plastikteile entsprechen denen eines Serienbikes. Tony hat einen besonderen Sitz, denn er sitzt beim Fahren gerne weiter hinten auf dem Sattel, und das OEM-Teil [vom Originalausrüster] bietet dort nicht viel Polsterung. Jetzt sieht es ein bisschen aus wie ein Chopper, sage ich immer zu ihm! Der Schaumstoff ist leichter, und wir wechseln ihn nach ein oder zwei Rennen aus. Lenker und Handgriffe sind von Renthal, und man findet sie in jedem Laden. Die Fußrasten sind aus Titan und ebenfalls überall erhältlich.

Willst du mehr über KTM erfahren? Hier findest du den Unternehmensblog.

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