LaRocco’s Leap beim RedBud National

Ein Blick auf den meistgefeierten Jump des gesamten Lucas Oil Pro Motocross.
LaRocco’s Leap auf dem RedBud National.
LaRocco’s Leap auf dem RedBud National © Simon Cudby/KTM/Red Bull Content Pool
Von Aaron Hansel

LaRocco's Leap ist Teil des historischen RedBud Motocross-Kurses und benannt nach dem legendären, früheren Champion Mike LaRocco. Er gilt als berühmtester und kultigster Jump der gesamten Lucas Oil Pro Motocross-Tour. Schon ein Blick auf die gewaltige Schanze vor den zwei klaffenden Lücken zwischen dem Triple-Jump genügt, um sich davon zu überzeugen, dass dieses berühmte Hindernis seinen sagenhaften Ruf mehr als verdient.

Der Jump wurde vor über zwei Jahrzehnten errichtet, als LaRocco, der hier in der Nähe geboren und aufgewachsen ist, sich mit Tim Ritchie, dem Miteigentümer des Kurses, zusammentat und dabei den großen Jump seines persönlichen Trainingskurses "Kong" rekreierte. LaRocco war der erste Rider, der den Jump meisterte: noch dazu auf einer 125er, was heutzutage den meisten Ridern nicht einmal im Traum einfallen würde. Beim 2013 Red Bull RedBud National gab es sogar nur wenige Rider, die sich auf ihren 250ern an den 40-Meter-Sprung wagten. Eli Tomac, der für seinen aggressiven und wagemutigen Stil berüchtigt ist, schaffte ihn am gesamten Wochenende nicht ein einziges Mal!

Trotz enormer Fortschritte in der modernen Viertakt-Technologie, bleibt der Jump offensichtlich eine abschreckende Herausforderung. Und das zu Recht, da er direkt hinter einer rauen und zerfurchten Haarnadelkurve liegt und so hoch und steil ist, dass es schon fast unmöglich ist, die Rampe auch nur zu Fuß zu besteigen. Eine weitere Schwierigkeit des enormen Jumps besteht darin, dass er bergauf führt. D. h. die Landung findet auf einer deutlich höheren Ebene statt als der Absprung. Das ergibt zusammen eine einzigartig riskante Situation, bei der Rider, die nicht weit genug kommen, oft hart bezahlen.

LaRocco’s Leap ist Teil des historischen Kurses.
LaRocco’s Leap ist Teil des historischen Kurses © Simon Cudby/KTM/Red Bull Content Pool

Doch so einschüchternd er auch ist: Die meisten Rider sind sich einig, dass das Geheimnis eines erfolgreichen Absprungs weniger mit tatsächlichem Können als vielmehr mit einer gehörigen Portion Mumm zu tun hat – mit anderen Worten: Man braucht ein riesige Eier aus Stahl, die man dann wiederum aufs Spiel setzt, wenn die Landung ein paar Meter zu kurz ausfällt.

"Das ist ein relativ einfacher Jump. Er ist halt bloß sehr weit. Technik ist da überhaupt nicht weiter gefragt", so Phil Nicoletti von N-Fab TiLUBE Yamaha. Kyle Cunningham von Metal Mulisha Myplash Star Racing Yamaha fügt hinzu: "Der Jump macht auf jeden Fall Bock. Wenn die Auffahrt gut läuft, ist er ziemlich easy. Bloß nicht zögern, du musst aus der Kurve kommen und sofort Vollgas geben!"

Die mutigen Jungs, die den Jump tatsächlich nehmen, werden von lautstarkem Jubel der Legionen von Fans belohnt, die sich auf der Wiese und der Tribüne direkt neben "The Leap" drängen.

Und was meint LaRocco selbst dazu, als erster Bezwinger des berühmten Jumps vor über zwanzig Jahren?

"Es ist immer etwas Besonderes, hier Jahr für Jahr herzukommen und das immer wieder zu hören", sagt LaRocco mit einem Lächeln. "Ich habe kein Bedürfnis mehr, das Ding nochmal zu jumpen, aber ich denke schon, dass ich noch könnte."

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