Eli Tomac schließt die Lücke

Eli Tomac erzählt, wie er beim Washougal National die Konkurrenz kaltstellte.
Eli Tomac hat Ken Roczen im Blick
Eli Tomac hat Ken Roczen im Blick © Garth Milan/Red Bull Content Pool
Von Aaron Hansel

GEICO Hondas Eli Tomac scheint schon die gesamte Saison über nur wenige Punkte hinter Red Bull KTM-Fahrer Ken Roczen zu liegen. Mit deutlichem Vorsprung vor der Konkurrenz gewannen die beiden abwechselnd Motocross-Rennen in beinahe jeder Runde dieser Saison, und es war für Tomac äußert schwierig, an Roczen heranzukommen. Doch beim jüngsten Peterson CAT Washougal National im Staat Washington verschob sich das Gleichgewicht etwas. Tomac war in beiden Motocross-Rennen rasant schnell und gewann jedes mit ungefähr zwanzig Sekunden Vorsprung. Damit verringerte sich der Punkterückstand gegenüber Roczen auf nur einen Punkt und es stehen diese Saison nur noch vier Runden aus. Wir sprachen nach dem Rennen mit Tomac über seine Eindrücke von seinem herausragenden Tag.

Red Bull: Erzähl uns von deinem Tag.
Eli Tomac: Ich hatte einen guten Start und versuchte früh ein paar Überholmanöver. So schaffte ich es an die Spitze, und von da an muss man nur seine Fehler minimieren und konzentriert bleiben – der Sieg war mir so sicher. Im zweiten Motocross-Rennen befand ich mich so ziemlich an der gleichen Stelle am Start. Ich glaube, alle vier GEICO-Fahrer lagen praktisch gleichauf, als es in die erste Kurve ging, das war ziemlich cool. Dann kam die Sonne hervor und erzeugte einige Schatten. Als nur noch so zwei Runden im Rennen zu fahren waren, wagte ich fast sogar zu viel. Ich war so nah an einem Crash, wie es nur geht, ohne tatsächlich zu crashen. Ich legte eine Art Nose-Wheelie bergaufwärts hin, wenn man das so sagen kann. Dafür erntete ich ein Kopfschütteln, gab alles und kam da irgendwie erfolgreich wieder raus. Bis dahin hatten Ken [Roczen] und ich einfach nur ein echt gutes Tempo vorgelegt.

Eli Tomac sicherte sich in Washougal zwei Siege
Eli Tomac sicherte sich in Washougal zwei Siege © Garth Milan/Red Bull Content Pool

RB: Beschreib uns diesen Beinahe-Unfall.
ET: Ich glaube wirklich, dass es an den Schatten lag, weil es über einige Bodenwellen nach oben ging. Ich bin dieses Jahr zum ersten Mal auf dieser Strecke mit diesen Bodenwellen gefahren. Also versuchte ich, den Hinterreifen auf dem Boden zu lassen. Vermutlich habe ich meinen Reifen etwas zu früh nach unten gebracht – er ist irgendwie weggerutscht. Ich fühlte mich wie auf einem wilden Stier bei einem Rodeo.

RB: Beim ersten Motocross-Rennen war es eher bedeckt, doch die Sonne kam heraus und warf einige Schatten auf den zweiten Contest. Inwiefern waren die Kämpfe im zweiten Rennen anders?
ET: Die Strecke verändert sich unglaublich. Im zweiten Rennen wollte ich einfach versuchen, wie soll ich sagen, hindurchzugleiten. Da gibt es einige Stellen, wo man wirklich nicht viel sieht. Man hat kein Gespür mehr für die Tiefe auf einigen dieser Höcker, wenn es nach der Sonne im Schatten so dunkel wird. Das ist eine recht heikle Sache.

Ken Roczen hat nur noch einen Punkt Vorsprung
Ken Roczen hat nur noch einen Punkt Vorsprung © Simon Cudby/KTM/Red Bull Content Pool

RB: Es sieht so aus, als ob Roczen ein Motocross-Rennen gewinnt und du einen schlechten Start hast – und dann du ein Motocross-Rennen gewinnst, und er schlecht vom Start wegkommt. Hat dieser Sieg, als ihr nun beide gemeinsam an der Spitze fuhrt, einen höheren Stellenwert?
ET: Es war gut zu gewinnen, als er unmittelbar hinter mir lag. Ich musste nur einfach wirklich alles geben. Es gibt niemanden, der schneller ist als wir.

RB: Das ist für dich in dieser Saison das erste 1/1-Ergebnis. Stärkt das das Selbstvertrauen?
ET: Ja und nein. Ich denke, dass ich das ganze Jahr über einer der schnellsten Fahrer war. Es ging also nur darum, es in beiden Rennen zu schaffen und die Konzentration nicht zu verlieren. Im zweiten Rennen war ich nach dem Beinahe-Crash nicht mehr so konzentriert. Ich dachte nur noch ‘Noch zwei, ich denke, den Sieg habe ich schon in der Tasche’ – und in der Regel passieren genau dann die Fehler, die man vermeiden sollte.

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