Fast Talk: Yvan Muller

Der dreimalige Weltmeister wird 2014 neben Sébastien Loeb für Citroën in der WTCC starten.
Yvan fährt zum ersten Mal im C-Elysee © Citroen Racing
Von Carl McKellar

Es ist lange her, dass Frankreich sich im Rennsport über ein nationales Traumteam freuen konnte. Doch das ändert sich jetzt: Citroën hat bestätigt, dass Yvan Muller, zehnmaliger Gewinner der Andros Ice Racing Trophy, in Sébastien Loebs Debütsaison bei der Tourenwagenweltmeisterschaft Teamkollege des neunmaligen Rallye-Weltmeisters wird.

Muller, der dieses Jahr in einem Chevrolet die WTCC-Rangliste anführt, konnte Citroëns Waffe der Wahl, den C-Elysee, bereits austesten und fühlte sich sofort wohl – er und Loeb kommen sogar beide aus dem Elsass in Frankreich!

Doch nachdem Muller so lange für nicht-französische Teams gefahren ist, muss er zugeben: „Ich muss mich wieder daran gewöhnen, in meiner Muttersprache zu sprechen. Ich habe festgestellt, dass es mir manchmal schwer fällt, die richtigen technischen Begriffe im Französischen zu finden!“

Loeb und Muller: Fast Nachbarn & nun Teamkollegen © Citroen Racing

Du hältst einen beeindruckenden Rekord in der WTCC. Worin liegen deine Geheimnisse für diese Rennklasse?
„Es ist ganz einfach: Du musst gut fahren und jedes Rennen mit so vielen Punkten wie möglich beenden! Abgesehen davon ist diese Disziplin viel komplizierter, als sie scheint.“

„Die größte Schwierigkeit besteht in dem Zwei-Rennen-Format. Aufgrund der umgekehrten Startreihenfolge im zweiten Rennen startet der Fahrer, der im ersten Rennen auf der Poleposition stand, im zweiten Rennen von Position zehn. Wenn man im Verfolgerfeld fährt, muss man wissen, wie man die Fallen der anderen Fahrer vermeidet, sonst schafft man es nie bis an die Spitze des Feldes. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum die erfahrenen Fahrer immer die vorderen Plätze belegen.“

Monster auf der Straße: C-Elysee von hinten © Citroen Racing

Die Fähigkeiten des Fahrers scheinen jedoch ebenfalls sehr wichtig zu sein…
„Anders als viele Rennwagen sind die WTCCs mit Vorderradantrieb ausgestattet. Das bedeutet, dass sich die Vorderräder schnell abnutzen, da sie sowohl für die Lenkung als auch für die Traktion genutzt werden. Der Fahrer muss seinen Fahrstil dementsprechend anpassen, um die Abnutzung während des Rennens zu kontrollieren. Aber ich glaube, dass das Reglement für 2014 in dem Punkt etwas nachsichtiger ist.“

Du bist inzwischen mit dem Citroën C-Elysée WTCC gefahren. Wie war es?
„Im Vergleich zu den Wagen, die ich in vorherigen Saisons gefahren bin, ist dieses Auto leichter, leistungsstärker und in Sachen Aerodynamik effizienter. Es hat auch breitere Reifen und größere Bremsen. Kurz gesagt, alles ist besser, und diese neue Generation wird wesentlich schneller sein als das derzeitige Auto.“

Yvan fährt zum ersten Mal den C-Elysee © Citroen Racing

Erinnerst du dich an deine erste Begegnung mit Sébastien Loeb?
„Ja, es war in den späten Neunzigern, bei einem Rennen der Andros Trophy in den Vogesen. Wir gehörten demselben Club an, und unser Präsident wollte mich dem „aufsteigenden Stern“ vorstellen. Ich habe seine Entwicklung verfolgt und heute kann ich ihm nur meine Bewunderung für seine Karriere aussprechen. Er war neun Mal Weltmeister! Das ist eine Leistung. Meine Statistiken sehen ebenfalls gut aus, doch nicht so gut wie die von Seb.“

Es ist selten, dass zwei Fahrer mit so vielen Erfolgen in einem Team fahren. Was glaubst du, wie diese Partnerschaft funktionieren wird?
„Ich bin mir sicher, dass es gut funktioniert. Wir sind erwachsen und müssen nichts mehr beweisen. Wir wissen, worum es in der Zusammenarbeit mit einem Hersteller geht. Du musst vor allem die Marke im Hinterkopf haben, und das habe ich immer getan. Natürlich ziehe ich es vor, ganz oben auf dem Siegerpodest zu stehen, doch am wichtigsten ist, dass das Team gewinnt. Solidarität zwischen den Teamkollegen ist einer der Schlüssel zum Erfolg.“

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