Fast Talk: Dani Sordo

Es hat lange gedauert, aber nun ist Dani Sordos Durststrecke in der WRC vorbei.
Dani Sordo konnte endlich seine Siegesflaute beenden.
Dani Sordo beendete endlich seine Siegesflaute © McKlein Image Database
Von Carl McKellar

Für viele Fahrer ist der erste Sieg unvergesslich. Dem Lächeln – und den Tränen – in Dani Sordos Gesicht nach zu urteilen, als er am vergangenen Wochenende in Deutschland die Ziellinie erreichte, ist er da keine Ausnahme.

Der Spanier schaffte 2006 den Sprung in die WRC und wurde als nächste große Rallye-Hoffnung nach Sébastien Loeb gehandelt. Genau wie Loeb ein paar Jahre zuvor mit Citroën holte auch der Spanier mit dem französischen Hersteller den Juniortitel (im Jahr 2005), bevor Citroën ihn in die Königsklasse WRC beförderte.

Aus verschiedenen Gründen schaffte der Mann aus Torrelavega allerdings nie den Durchbruch. Am vergangenen Sonntag brachte er seine Kritiker endlich zum Verstummen. Auf seinem Lieblingsbelag Asphalt setzte er sich in einem bis zuletzt heiß umkämpften Duell gegen Thierry Neuville im M-Sport Ford durch und holte sich den Sieg.

Wie fühlt es sich an, endlich den ersten Sieg zu holen?

Ich fühle mich richtig gut. Wir sind nicht gut gestartet, aber es wurde besser nach dem Set-up-Wechsel. Wir mussten bei schlechten Bedingungen noch ein bisschen kämpfen und am Ende siegten wir endlich.

Dein Zweikampf mit Thierry blieb bis zum Schluss spannend – er war in der letzten Etappe nur wenige Sekunden hinter dir. Wie nervös warst du?

Es ging schon. In der ersten [von zwei] Etappen waren wir ein bisschen schneller als Thierry. Dann mussten wir vor der zweiten Etappe eine Stunde lang warten und einfach nichts tun. Das war ehrlich gesagt ein bisschen lang. In der letzten Etappe wurde es interessant, aber es lief gut.

Du warst die meiste Zeit deiner Karriere bei Citroën – fühlt es sich gut an, den ersten Sieg mit ihnen zu holen?

Es war für mich natürlich sehr emotional. Viele Leute waren da, enge Freunde und Familie. Viele haben sich sehr für mich gefreut. Ich wusste, dass ich die volle Unterstützung meines Teams und von Mikko [Hirvonen, sein Teamkollege] hatte. Du spürst den Support der Leute, das ist immer sehr schön.

2006 wurde Dani als die nächste große Rallye-Hoffnung gehandelt.
2006 galt Dani als große Rallye-Hoffnung © McKlein Image Database

Wie hast du dich beim Überqueren der Ziellinie gefühlt, als dir klar wurde, dass es für den Sieg gereicht hat?

Das war ein gutes Gefühl. Zur Mitte der Etappe war ich nicht nervös, aber Thierry machte ganz schön Druck, sodass es richtig eng wurde. Nachdem wir die Ziellinie überquert hatten, sahen wir die Nachricht im Wagen, dass Thierry langsam fuhr. Da sah es schon gut aus, aber wir waren uns noch nicht sicher. Wir mussten auf die offizielle Bestätigung warten und als die dann kam, war es eine Erleichterung.

Hast du dich unter Druck gesetzt gefühlt, hier eine starke Leistung zu bringen?

Nein, es gab keinen großen Druck. Wir waren zuversichtlich, auf Tarmac gut zu performen. Ich machte mir mehr Sorgen über das Set-up, weil wir hier nicht so viele Tests gefahren waren. Aber wir nahmen ein paar gute Änderungen vor und danach lief der Wagen richtig gut.

Wie wichtig ist dieser Sieg für deine Zukunft?

Ich bin mir nicht sicher, aber ich freue mich sehr über den Sieg. Wenn er mir für nächstes Jahr hilft, umso besser – aber wenn nicht, dann eben nicht. Ich will diesen Sieg einfach genießen.

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