Fast Talk: Sébastien Loeb

Der neunfache WRC-Champ und Rekordhalter von Pikes Peak über sein Euro RX-Debüt und die Zukunft.
Sébastien bei seinen Fans © Tom Banks
Von Carl McKellar

Sébastien Loebs unglaubliche Liebesgeschichte mit dem Motorsport fand eine Fortsetzung in Frankreichs Rallycross Championship, wo seine Teilnahme 35% mehr Zuschauer anlockte als gewöhnlich.

Loebs Präsenz als „Wildcard“ löste Rockstar-ähnliche Zustände der Idolisierung aus, und man brauchte eine zweite Absperrung, um die Fans von Loheac zurückzuhalten.

In seinem Heat am Samstag warf ihn ein Schaden an der Antriebswelle auf den vierten Platz zurück, doch in seinen nächsten drei Heats schaffte er es unter die Top zwölf und somit ins Halbfinale. Der vierte Platz bedeutete für ihn zwar, das große Finale knapp zu verpassen, doch er genoss ganz offensichtlich die Erfahrung in seinem 600 PS-starken Supercar von Citroen.

Sébastien sprüht Funken in Loheac © Tom Banks

Wie schätzt du deine Leistung ein?
„Wir hatten wenig Glück am Anfang des Wochenendes. Wir haben in den ersten Heats einiges an Zeit verloren, und da ich von der schlechteren, linken Linie aus starten musste, war die erste Kurve nicht ideal zu nehmen. Aber, hey, manchmal ist es eben so. Ich finde, meine Leistung war in Ordnung... Doch Vierter im Halbfinale hat eben nicht gereicht.“

Was hältst du von dieser Art von Rennen?
„Es ist gut, sehr intensiv mit harten Kämpfen und kurzen Rennen. Also bleibt es für die Zuschauer und die Fahrer interessant. Es ist eine angenehme Atmosphäre rund um die Rennstrecke. Es waren sehr viele Zuschauer vor Ort, darunter auch absolute Motorsportfanatiker, die hier waren, um meine erste Rallycross in Frankreich zu sehen."

Sébastien Mitten in der Action © Tom Banks

"Wenn du im Halbfinale landen möchtest, musst du sehr beständig gute Rennen fahren. Das Auto ist sehr gut – wie ein WRC-Wagen, aber mit viel mehr PS. Das ermöglicht spannende Starts. Es ist einfach zu fahren, aber du musst auch sehr präzise sein, wenn du die Grenzen pushen und gegen die anderen kämpfen willst, das macht es komplizierter.“

Vielleicht ist der direkte Kampf mit anderen eine gute Vorbereitung für die World Touring Car Championship (in der er 2014 mit Citroens C-Elysee-Modell teilnehmen will)?
(Lächelt) „Wenn ich hier zu oft mitfahre, glaube ich keineswegs, dass es eine gute Vorbereitung für die WTCC wäre! Es ist ein schönes Projekt für mich, weiter bei Citroen zu bleiben und eine andere Meisterschaft zu fahren. Es ist was völlig anderes, als der Rallyesport, aber ich brauche jetzt auch etwas völlig anderes.“

Final WRC Event lockt mit Citroen © McKlein

 Was kommt für dich nun also als Nächstes?
„Ich fahre vor der Rally France in einem FIA GT Rennen (in Spanien) mit. Das GT-Programm könnte besser sein. Wir hatten bisher kein Glück... Viele geplatzte Reifen, ein paar Problemchen beim Regulieren des Set Ups, kleine Dinge eben. Aber dennoch frustrierend, denn ich weiß, dass ich und mein Teamkollege schnell sind und wir die Geschwindigkeit bringen können – wir waren schon zweimal auf der Poleposition und zwei Mal Zweite. Also die Geschwindigkeit ist vorhanden.“

Die Rally de France-Alsace (Anfang Oktober) nicht weit von deiner Heimat wird dein letzter Auftritt bei einer WRC sein – wie ist die Atmosphäre dort, und wie steht es um deine Gefühle?
„Es herrscht immer eine tolle Atmosphäre in Frankreich. Was meine Emotionen betrifft... Sicher, es ist meine letzte Rallye, aber ich bin schon dabei, mich auf etwas anderes zu konzentrieren. Es ist ja nicht das Ende von allem, sondern nur das Ende meiner Rallye-Karriere. Ich werde weiter Rennen fahren, das bleibt meine Hauptmotivation. Und ich bin glücklich über diese Veränderung. Ich bin glücklich mit dem, was ich dieses Jahr mache, und mit dem Leben, das ich führe. Also wird es ok sein.“

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