Fast Talk: Kris Meeke

Von schwarzer Flagge bei seinem Euro RX-Debüt zurück zu seinem WRC-Traum mit Citroen in Australien.
RX 208 und ERC 208 sind Welten auseinander © Tom Banks
Von Carl McKellar

Wie bei seiner Rückkehr zur World Rallye in Finnland vor einigen Wochen endete auch Kris Meeks erster Auftritt beim European Rallycross vorzeitig, nachdem er atemberaubende Geschwindigkeit zeigte.

Meeke raste in Loheac in Frankreich für Albatec in einem 550 PS starken Peugeot Supercar an 60.000 einheimischen französischen Fans vorbei.

Genau wie die andere Wildcard Sébastien Loeb fuhr Meeke bald genauso schnell wie die regulären Euro RX-Teilnehmer. Doch nach einem Reifenschaden (nachdem er den Titel-Favoriten Davy Jeanney gestreift hat) in einem Heat und der fragwürdigen Disqualifikation im nächsten (die Funktionäre bestraften ihn dafür, einen Gegner ausgeschaltet zu haben – eine Entscheidung, die Meeke ordentlich ärgerte), bedeutete, dass ein Platz im Halbfinale außerhalb seiner Reichweite lag.

Meeke mit seinem alten WRC-Gegner Petter Solberg © Tom Banks

Aber Meekes bemerkenswertes Debüt beeindruckte genauso sehr wie seine Rückkehr zur WRC mit Citroen nach einer achtzehnmonatigen Pause.

Wie also fühlte er sich, nachdem er in einem der größten Euro RX-Events mitgefahren ist?

„Direkt mit Fahrern und Teams von diesem Kaliber auf dem gleichen Niveau mitzuziehen, ist schon was Besonderes. Und ich muss sagen, dass mein Auto und mein Team unglaublich waren.

Aber es geht vor allem darum, durch die erste Kurve zu kommen, und da hatten wir einige Probleme. Und was die schwarze Flagge betrifft – damit bin ich absolut nicht einverstanden. Ich weiß, dass es sich immer unsportlich anhört, wenn sich ein Fahrer beschwert, aber ich glaube, dass jeder sehen kann, dass ich diese Schwarze Flagge nicht verdient habe.“ 

Der frühe Schaden am 208 war sehr hinderlich © Tom Banks

Hier fährst du zusammen mit vier Autos. Bei den Rallyes bist du alleine auf der Strecke...

„Das ist ein bisschen frustrierend. Beim Rallyefahren bist du alleine für dein Rennen verantwortlich, aber hier hast du nicht alles unter Kontrolle. Doch die Geschwindigkeit hatten wir, und wenn ein paar Entscheidungen zu unseren Gunsten ausgefallen wären, hätten wir sicher auch ein gutes Resultat erreicht.“

Was war auf der Strecke das Schwierigste für dich?

„Ich fand sie nicht schwierig und hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass ich irgendetwas nicht hätte schaffen können. Ich genoss es, und das Auto war eine wahre Freude. Beim ersten Start, an dem alle Autos auf der Startlinie stehen und ich diese unfassbare Menge an Zuschauern sah – ja, ich gebe zu, da schlug mir das Herz bis zum Hals.
Fünf Wagen steuern auf den gleichen Punkt zu, um auf der Ideallinie durch die erste Kurve zu kommen... natürlich gibt es da Berührungen. Aber ich hatte das Pech, dafür bestraft zu werden.“

Eine zweite Chance mit Citroen lockt diese Woche © Citroen Racing

Nun fährst du die Rally Australia, also noch ein weiteres Rennen mit Citroen diese Woche – was hast du dir nach deiner glänzenden Leistung in Finnland als Ziel gesetzt?

„Mein Ziel hat sich geändert. Meine Zukunft hing davon ab, wie wir in Finnland abschneiden, und wir haben auch vor dem Unfall genug beweisen können. In Australien geht es hauptsächlich darum, Punkte mit dem Team zu holen, deswegen fahren wir mit. Außerdem wird es ein ausgeglicheneres Rennen als in Finnland. Der Event findet nun an der Ostküste statt, und fast niemand kennt die Abschnitte, also sollte mir das entgegenkommen.

Es ist immer noch eine Rallye auf Schotterpisten, aber die Abschnitte in Perth haben alle Oberflächen, auf denen eine gute Position auf der Straße ausschlaggebend ist. Das ist zwar immer noch so, aber hier handelt es sich um traditionelleren Schotter.“

An welchen Events nimmst du dieses Jahr noch teil?

„Es sieht so aus, als ob ich die Sanremo-Runde des European Championship mit einem Peugeot 208 R5 als Zero Car mitfahre. Aber das bringt keine Punkte, weil das Auto bis Januar nicht genehmigt sein wird.“

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