Jonny Walker: „Sea to Sky – das Ziel ist der Sieg"

Der Enduro-Star auf dem Weg der Erholung nach langen, harten und körperlich kritischen 12 Monaten.
Es war eine lange, harte Saison für Jonny Walker
Es war eine lange, harte Saison für Jonny Walker © Jonty Edmunds
Von Robert Lynn

Nach seinem Sieg beim Red Bull Hare Scramble 2012 und einem zweiten Platz hinter Graham Jarvis beim Red Bull Romaniacs 2012 war das vergangene Jahr für Jonny Walker nichts als eine Aufholjagd.

Verletzungen und Krankheiten hielten ihn zurück und beeinträchtigten seine Fortschritte, so dass es zu einer Mammutaufgabe wurde, den schwer zu fassenden Jarvis an der Spitze herauszufordern. Doch jetzt, kurz vor dem Start des Red Bull Sea to Sky, steckt Walker endlich wieder voller Elan. Er ist bereit, gegen den weltbesten Hard Enduro-Fahrer anzutreten.

„Ehrlich gesagt denke ich, dass ich wieder mein früheres Tempo fahren kann”, sagte Walker. „Seit August 2012 musste ich mich mit einem Drüsenfieber und Verletzungen herumschlagen. Bei einigen Rennen fühlte ich mich noch nicht so gut und habe mir selbst zu viel Druck gemacht. Im Nachhinein muss ich sagen, dass mir dass eher geschadet hat. Gott sei Dank liegt das nun alles hinter mir und ich bin bereit, mir wieder einen Platz auf dem Podium zu erkämpfen, wo ich hingehöre.”

Das vergangene Jahr war für Jonny eine Aufholjagd
Das vergangene Jahr war für Jonny eine Aufholjagd © Jonty Edmunds

Walker ist wild entschlossen, das Blatt zu wenden, und nutzte die Sommerzeit für harte und produktive Arbeit. Probeweise nahm er an einigen Enduro-Zeitkartenrennen in der britischen Enduro-Meisterschaft teil, bevor er in der letzten Runde der Saison in Frankreich sein Debüt in der Enduro-Weltmeisterschaft gab. Zwei Top 10-Ergebnisse – unter Testbedingungen – bewiesen, dass der junge Mann aus Keswick wieder in hervorragender Form ist.

„Es war wichtig, in der Sommerpause viele verschiedene Dinge zu probieren”, führte Walker weiter aus. „Ich merkte, dass ich mein Tempo steigern musste. Das Red Bull Sea to Sky ist ein kurzes, explosives Rennen – das Tempo entscheidet über den Sieg. Das Fahren bei speziellen Testrennen half mir, diese Explosivität wieder in meinem Fahrstil zu wecken. Am Anfang hatte ich Mühe, in die Top Sechs der britischen Enduro-Meisterschaft zu fahren, doch am Ende konnte ich die Rennen fast gewinnen.

„Die Teilnahme am Grand Prix von Frankreich kam irgendwie zufällig, aber ich konnte mir diese Gelegenheit einfach nicht entgehen lassen. Ich fuhr dahin und hatte absolut keine Vorstellung davon, wie weit ich kommen würde, doch am Ende konnte ich erhobenen Hauptes nach Hause gehen. Der Start vom Ende des Feldes machte das Rennen für mich zu einer Art Lotteriespiel. Umso stolzer war ich, dass ich einmal Neunter und einmal Zehnter wurde – noch dazu auf einem Bike, mit dem ich nicht vertraut war.”

Walker will in der Türkei wieder auf's Podium
Walker will in der Türkei wieder auf's Podium © Jonty Edmunds

Walker wurde schon zweimal Zweiter beim Red Bull Sea to Sky und hofft, dass es beim dritten Anlauf 2013 zum Sieg reichen wird. Der KTM-Fahrer, zweimaliger Sieger des beliebten Beach Race, konzentriert sich mehr denn je auf das Gesamtbild – er möchte den Berg bezwingen.

„Das Ziel ist der Sieg . Ich denke, dass alles wieder zusammenkommt und ich es schaffen kann . Ja, es ist großartig, dass ich das Beach Race nun zweimal gewonnen habe, aber das ist nicht genug. Niemand erinnert sich wirklich daran, wer das Rennen gewonnen hat – der Hauptevent zählt, und ich will, dass sich die Leute an mich erinnern.”

Kann Jonny Walker endlich den Berg Olympus erobern? Wir werden bis zum 29. September Geduld haben müssen, um es herauszufinden.

Das Red Bull Sea to Sky findet vom 27. bis 29. September in Kemer (Türkei) statt.

read more about
Zur nächsten Story