Fast Talk: Johnny Aubert

RedBull.com traf den zweimaligen ISDE-Sieger Aubert vor dem 100-Jahre-Jubiläumsrennen nächste Woche.
Johnny Aubert in Aktion beim ISDE 2012
Von Jonty Edmunds

RedBull.com: Als Sieger des World Trophy-Wettbewerbs 2012 geht Frankreich dieses Jahr als Favorit an den Start – wie ist die Stimmung im Team?
Johnny Aubert: Wir sind die Favoriten, weil wir ein Team mit starken Fahrern haben, auch wenn leider der Enduro 3 Weltmeister Christophe Nambotin verletzungsbedingt nicht dabei sein wird. Doch Spanien und Italien werden starke Gegner sein – sie wollen genauso sehr gewinnen wie wir.

RB: Wie hilfreich für das Team ist die freundliche Rivalität der französischen Fahrer untereinander – sie alle wollen ja gewinnen?
JA: Das ist großartig – letztes Jahr war wirklich was ganz Besonderes! Wir vier haben gegeneinander um den Einzelsieg gekämpft, auch wenn unser Teammanager, Fred Weill, darüber gar nicht so glücklich war. Er machte sich Sorgen um das Team-Rennen, doch wir hatten einen guten Vorsprung und wussten, dass wir um den Gesamtsieg kämpfen konnten. Unsere Priorität ist es, den World Trophy-Wettkampf zu gewinnen, aber in der individuellen ISDE-Gesamtwertung zu siegen, ist eine Frage des Prestiges – jeder Fahrer möchte mindestens einmal in seiner Karriere das ISDE für sich entscheiden können.

RB: Als zweimaliger ISDE-Gesamtsieger – Chile 2007 und Mexiko 2010 – weißt du, worauf es ankommt, wenn man beim ISDE Erfolg haben will. Welches sind die wichtigsten Faktoren für einen Sieg?
JA: Bei meinen ISDE-Gesamtsiegen in Chile und Mexiko war der wichtigste Faktor die Beständigkeit. Du musst jeden Tag schnell sein und jeden Tag um den Sieg kämpfen. An einem Tag zu gewinnen, und am nächsten Tag Zehnter zu werden – das reicht nicht.

Johnny Aubert in Aktion in Deutschland

RB: Wie erholst du dich jeweils am Ende eines Tages und sammelst Kräfte für den nächsten Renntag?
JA: Jeder Aspekt des ISDE ist körperlich fordernd. Während der Woche vor dem Rennen müssen wir alle speziellen Prüfungen einige Male ablaufen. Das sind etwa zehn spezielle Prüfungen und viele Kilometer. Vor dem Rennen werde ich versuchen, so viel wie möglich auszuruhen, damit ich beim Start absolut frisch bin. Wir sind gut dran, denn das französische Team hat einen Physiotherapeuten, der uns jeden Abend dabei hilft, wieder zu Kräften zu kommen. Das ist ein entscheidender Unterschied bis zum Ende des Rennens.

RB: Die Mechaniker dürfen während des ISDE nicht an den Bikes arbeiten. Ändert das was für die Top-Fahrer?
JA: Für mich schon! Ich bin nicht gerade ein Experte, was die Arbeit an meinem Bike betrifft, aber ich komme zurecht. Es kann hart für mich sein, aber noch härter ist es für meinen Mechaniker Seb, der mir Schritt für Schritt erklären muss, wie ich bei eventuellen Problemen vorzugehen habe.

RB: Und zum Schluss – das ISDE feiert auf Sardinien sein hundertjähriges Jubiläum. Ist es also von noch größerer Bedeutung, gerade dort zu gewinnen?
JA: Nicht wirklich, aber natürlich wäre es schön, das Rennen zu gewinnen. Unser Ziel ist es zu versuchen, die Italiener auf ihrem heimischen Boden zu schlagen. Zwischen unseren beiden Teams besteht seit jeher eine freundschaftliche Rivalität, und Antoine Meo und ich haben Beziehungen zu Italien. Es wäre echt klasse, sie dieses Jahr zu schlagen!

Johnny Aubert: zweimaliger ISDE-Sieger
read more about
Zur nächsten Story