Walker triumphiert beim Red Bull Sea to Sky

Jonny Walker überlegender Sieger des diesjährigen Red Bull Sea to Sky-Bergrennens.
© Robert Lynn
Von Robert Lynn

Nach seinen Siegen im Strandrennen und im Waldrennen ging Walker im Bergrennen an der Küste von Kemer als absoluter Titelfavorit an den Start. Walker wusste, dass er den amtierenden Meister Graham Jarvis nur schlagen konnte, wenn er voll auf Angriff ging – also tat er genau das.

Walker war entschlossen, das Rennen von Beginn an zu kontrollieren, und setzte sich sofort nach dem aggressiven Start der 110 Fahrer an die Spitze des Feldes. Er vergrößerte ohne Zögern noch während der rasanten Fahrt durchs das steinige Flussbett seinen Abstand zur Konkurrenz. Auf Höhe des ersten Kontrollpostens hatte er schon einen beruhigenden Vorsprung von einer Minute, den er bis zur Hälfte der Strecke weiter ausbauen konnte.

Jarvis kämpfte zu Beginn mit den blind machenden Staubwolken und ließ sich Zeit, um sich auf Platz zwei vorzuschieben. Da Walker jedoch keinerlei Anzeichen von Schwäche zeigte, musste Jarvis sein Tempo erhöhen. Als er den härtesten Streckenabschnitt, den Dark Canyon – einen heftigen felsigen Anstieg durch eine Schlucht hindurch – erreichte, hatte er den KTM-Piloten im Visier und zog dann kurz vor dem letzten Bergkilometer mit ihm gleichauf.

Walker räumte beim Red Bull Sea to Sky ab
Walker räumte beim Red Bull Sea to Sky ab © Robert Lynn

Walker ließ jedoch nicht von der Führung ab und zapfte seine letzten Reserven an. Er setzte sich von Jarvis ab und fuhr schließlich als diesjähriger Red Bull Sea to Sky Champion über die Ziellinie.

„Ich bin so glücklich über den Sieg. Ehrlich, mir fehlen die Worte, um meine Gefühle zu beschreiben – ich wollte diesen Sieg so sehr,” sagte ein strahlender Walker. „Bis jetzt war meine Saison eher enttäuschend und ich war wild entschlossen, das Ruder hier in der Türkei herumzureißen."

„Sobald ich mich an die Spitze gesetzt hatte, bin ich mit maximaler Power gefahren. Doch beim Dark Canyon machte ich einen Fehler und Jarvis kam mir gefährlich nahe. Ich wollte aber einfach nicht verlieren und habe auf dem Bergabschnitt alles gegeben, um zu siegen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wieder ganz oben auf dem Siegerpodest zu stehen.”

Graham Jarvis jagte Walker unermüdlich hinterher
Graham Jarvis jagte Walker unermüdlich hinterher © Robert Lynn

Trotz aller Bemühungen kam Jarvis jedoch nicht an Walker vorbei und musste seine Niederlage hinnehmen.

„Es ist immer hart zu verlieren, aber wir haben beide unheimlich gekämpft”, bestätigte Jarvis. „Johnny fuhr mir sofort am Start davon und es war unglaublich mühsam, ihn wieder einzuholen. Ich war nah an ihm dran, als wir oben am Berg ankamen, aber hatte nicht mehr genug Energie, um noch mehr rauszuholen. Der zweite Platz muss reichen – es war ein gutes Rennen.”

Alfredo Gomez erreichte Platz drei und schaffte es damit zum dritten Mal in Folge in seiner Debütsaison auf das Podium. Der Spanier kämpfte mit Andreas Lettenbichler um den letzten Platz auf dem Siegerpodest und hatte Glück, weil der Deutsche in Schwierigkeiten kam. Gomez machte dagegen keine Fehler und fuhr als Dritter über die Ziellinie.

Lettenbichler blieb wie schon im letzten Jahr auch diesmal ein Platz auf dem Siegertreppchen verwehrt. Ihm kam ein Ast in die Quere und sein Vergaser ging ab, was ihn zu Reparaturarbeiten zwang. Danach drückte er wieder aufs Gaspedal und wurde am Ende Vierter.

Phillip Scholz holte sich einen beeindruckenden fünften Platz und fuhr damit zum ersten Mal in der Hard Enduro in die Top Fünf. Der junge Deutsche überraschte alle mit seinem Tempo und seiner Entschlossenheit, und freute sich sichtlich über seinen Erfolg.

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