Video: Sébastien Loebs Memoiren – Teil 1

Der neunmalige Champion verrät, was für ihn die Höhepunkte seiner einmaligen WRC-Karriere waren.
Sébastien Loeb kämpft gegen Marcus Gronhölm
Sébastien Loeb kämpft gegen Marcus Gronhölm © Citroen Racing
Von Carl McKellar

Im Vorfeld seines letzten Auftritts bei der Rallye-Weltmeisterschaft in – wo sonst – seiner Heimat Frankreich, blickte der erfolgreichste Fahrer dieses Sports auf seine lange Karriere zurück und überlegte, welchen der 168 Events er wohl nie vergessen wird…

Sanremo 2001

„Nachdem ich in der französischen Meisterschaft und in der J-WRC meine Ziele erreicht hatte, ließ mich Guy Fréquelin zum ersten Mal in einem Xsara-WRC an den Start gehen. Um ehrlich zu sein, ich hoffte auf ein gutes Ergebnis, da ich in den Testfahrten etwa die gleichen Zeiten wie Bug (Philippe Bugalski) gefahren war. Nach der ersten Etappe lag ich vier Sekunden über der schnellsten Zeit, obwohl ich mich gar nicht sonderlich angestrengt hatte. Trotz meines Selbstvertrauens war das für mich eine echte Überraschung! Wir fuhren ein phänomenales Rennen und lagen am Ende der Rallye nur knapp hinter Panizzi. Vor der Rallye hatte ich Faxe an die Hersteller geschickt, nur um meinen Namen in Erinnerung zu bringen. Nach Sanremo riefen mich alle an und jeder wollte mich für eine komplette Saison unter Vertrag nehmen. Aber obwohl ich 2002 nur eine halbe Saison für Citroën fahren sollte, blieb ich bei ihnen. Ich denke, das war die richtige Entscheidung!”

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Monte Carlo 2003

„An dieses Rennen denkt wahrscheinlich das gesamte Team sehr gern zurück. Zum Auftakt unserer ersten vollen Saison in der WRC dominierten wir bei der berühmtesten Rallye der Welt das Podium! Damals waren Carlos Sainz und Colin McRae der Maßstab. Zwei Weltmeister als Teamkollegen zu haben, war ein bisschen einschüchternd. Doch die Atmosphäre war immer gut, auch als ich begann, bessere Ergebnisse als die beiden zu erzielen. Sie waren für mich, und für Citroën, von großer Bedeutung.”

Rallye Korsika 2004

„Mein Ziel in diesem Sport war es seit jeher, der Beste zu sein und Weltmeister zu werden. Aber bevor ich das schaffte, hatte ich oft Zweifel, ob ich dazu in der Lage sein würde. An jenem Tag erreichten wir unser Ziel – und das in unserer erst zweiten vollen Saison. Der erste Titel war etwas ganz Besonderes, weil wir ihn uns in Frankreich holten. Alle waren da: meine Familie, meine Freunde… Ich freute mich, dass ich für meinen Vater gewinnen konnte. Er sagte nicht viel zu mir persönlich, aber einige Journalisten erzählten mir, dass er mit ihnen darüber gesprochen hatte, was dieser Erfolg für ihn bedeutete. Ich war sehr stolz auf das, was ich gerade erreicht hatte.”

Neuseeland 2007

„Ich spreche nicht gerne darüber, wenn ich verliere, doch hier als Zweiter ins Ziel zu kommen, war wirklich unvergleichlich. Bei dieser Rallye kam es zu einem meiner schönsten Kämpfe gegen Marcus Gronhölm. Wir erlebten auf diesen großartigen Schotterstraßen fantastische Momente am Steuer. Es herrschte allerdings auch viel Spannung. Ich lag zu Beginn des letzten Abschnitts an der Spitze, hatte aber nie mehr als drei Sekunden Vorsprung. An der Whaanga Coast, der vorletzten Etappe der Rallye, übernahm Marcus die Führung mit einem Vorsprung von sieben Zehntelkunden. Die endgültige Entscheidung musste also in der Super Special Sonderprüfung fallen. Die gewann ich, doch in der Gesamtwertung lag ich 3 Zehntelsekunden hinter Marcus zurück…”

Morgen erinnert sich Seb an Argentinien und Japan 2008 sowie Norwegen und Griechenland 2009…

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