Fast Talk: Robert Kubica

Der ehemalige F1-Star steht nach einem weiteren Klassensieg in Frankreich kurz vor dem WRC2-Titel.
Kubica konzentriert sich auf die nächste Etappe. © Citroen Racing
Von Carl McKellar

Griechenland, Italien, Deutschland und jetzt Frankreich – vier Siege bei sechs Starts bedeutet, dass der unglaubliche Robert Kubica vielleicht schon nächsten Monat in Spanien zum WRC2-Champion gekrönt werden könnte.

Das ist deshalb unglaublich, weil er die Saison 2013 eigentlich nur als Rehabilitationszeit hinter dem Lenkrad betrachtet hatte, nachdem er vor zwei Jahren bei einer Rallye einen schrecklichen Unfall hatte, der viele zweifeln ließ, ob er je wieder hinter irgendeinem Steuer sitzen würde.

Wir trafen den Polen hinter der Ziellinie in Frankreich, nur wenige Sekunden nachdem er aus seinem Citroen gestiegen war, der extra für ihn umgebaut und an seine Arm- und Handverletzungen angepasst worden ist.

Kubica hat Respekt vor Loebs Erfolgen. © McKlein

Redbull.com: In der Meisterschaft sieht es gut für dich aus.
Robert Kubica: Ja, aber ich glaube, die anderen wollen mehr als ich, dass ich den Titel gewinne. Ich habe immer gesagt, meine Ziele und Ambitionen für dieses Jahr sind einfach nur, mich zu verbessern und die Heilung meines Arms voranzubringen.

RB: Los, klär uns über 2014 auf – es gibt so viele Gerüchte, was du tun wirst.
RK: Ich habe keine Pläne für 2014. Im Rallyesport stehen mir einige Möglichkeiten offen, aber ich muss sicherstellen, dass sie auch gut und stabil sind. Ich komme aus einem sehr professionellen Sport [der F1]. Dieses Jahr war für mich eine Eingewöhnungszeit nach meinem Comeback. Wenn ich das Top-Niveau im Rallyesport anstrebe, dann muss ich mich darauf verlassen können, dass ich die Möglichkeit habe, mich zu verbessern und zu steigern.

Es ist kaum so, dass ich in die WRC einsteige und sofort gewinne. Ich weiß, dass ein langer Weg vor mir liegt. Auf manchen Etappen bin ich sicherlich sehr schnell, aber ich habe noch sehr wenig Erfahrung. In der Citroen-Loge habe ich am Wochenende ein schönes Video über Séb Loeb gesehen, über die Anzahl der Rallyes, die Zahl der Siege und auch wie viele Jahre es dauerte, bis er in die WRC kam und Weltmeister wurde – acht oder neun Jahre. Viele Leute vergessen das, denn ich komme aus der Formel Eins und bin ein bekanntes Gesicht. Die Leute müssen verstehen, dass ich [im Rallyesport] noch einen langen Weg vor mir habe.

Was die nahe Zukunft angeht, weiß ich, dass ich in Spanien mitfahre – das ist der Plan – aber ich denke, das wird in diesem Jahr meine letzte WRC-Rallye sein.

Frankreich: Kubica holt den 4. Sieg (in 6 Rennen). © Citroen Racing

RB: Erzähl uns ein wenig von deiner Erfahrung bei der Rallye Frankreich – du musst dich auf dem Asphalt ja wie zu Hause gefühlt haben?
RK: Es ist eine sehr schwierige und knifflige Strecke. Wir sind alle Arten von Bedingungen durchgegangen, die man auf Asphalt vorfinden kann. Trocken, nass, etwas feucht, etwas trocken, viel stehendes Wasser, Regen, der auf der Hälfte der Etappe einsetzt, Matsch, der in den Kurven auf die Straße geschleudert wird. Das war sehr produktiv, und ich habe viel gelernt.

Natürlich fühlt es sicher besser an, wenn man mit vielen Punkten nach Hause geht, als wenn man nicht ins Ziel kommt. Aber heute [Sonntag] habe ich das Gefühl, dass ich viel lernen kann. Wenn man Etappen fährt, die sehr schwierige Bedingungen bieten und dann in die Nähe der WRC-Wagen kommt, die um den Gesamtsieg kämpfen, dann glaube ich, ist dieses Auto gar nicht so schlecht!

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