Sechs der Besten: spanische Rallye-Fahrer

Wer sind die Lokalmatadore auf der Poleposition im Herzen der spanischen Fans?
Dani Sordo gewann 2013 die Rallye Deutschland.
Dani Sordo gewann 2013 die Rallye Deutschland © McKlein Image Database
Von Anthony Peacock

An diesem Wochenende steht in Spanien, dem Heimatland von Fernando Alonso, die Rallye Katalonien an. Alonsomanie ist eine Religion in Spanien. Aber wie sieht's mit den Rallyefahrern des Landes aus? Werden sie gemobbt, wohin sie auch kommen?

1. Carlos Sainz

Es steht außer Frage, wer der größte spanische Rallyestar ist. Fans und Journalisten folgen "King" Carlos, als ob er der Messias sei, hängen an seinen Lippen, sein Wort ist Gesetz. Carlos gewann seine Heimrallye zweimal (1992 und 1995). Der zweite Sieg war der umstrittenste seiner steilen Karriere. Das Subaru-Team ordnete an, dass Colin McRae – der in diesem Jahr die Meisterschaft holen würde – in Katalonien gewinnen sollte. Aber nichts (auch keine Subaru-Chefs mitten auf der Straße) konnten Carlos von seinem Sieg trennen.

2. Dani Sordo

Bei der Rallye Deutschland dieses Jahr holte Dani Sordo nach 107 Starts seinen ersten Sieg. Das passiert, wenn man den Großteil seiner Karriere als Sébastien Loebs Teamkollege verbringt. Aber Dani ist schnell, insbesondere auf Asphalt vor heimischem Publikum. Er kommt aus Cantabria im Norden von Spanien, das in der Nähe von Asturias liegt, wo Fernando Alonso herkommt. Da muss irgendetwas im Wasser sein.

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3. Jesús Puras

Wer gewann die erste Rallye für die Citroën Xsara WRC in Korsika 2001? Französisches Auto, französische Rallye – muss Sébastien Loeb gewesen sein, richtig? Falsch. Es war Jesús Puras aus Spanien, der offensichtlich über das Wasser lief, um als Sieger aus einer klatschnassen Rallye hervorzugehen. Der einzige Makel an seiner Karriere: Vor ein paar Jahren wurden bei Jeús Geschwindigkeitsaufzeichnungen für die Rallye Katalonien gefunden, die noch nicht im Terrainplan enthalten waren. Peinlich! Aber die Crew spielte es herunter und sagte, dass die Etappe schon früher in einer anderen Richtung vorgekommen war und sie die Notizen einfach umgedreht hatten, um eine Vorstellung davon zu haben. Von da an lautete sein Spitzname "Sarup Súsej" – wegen seiner unheimlichen Gabe, rückwärts lesen zu können.

4. Xevi Pons

Ein weiterer Spanier, der Sébastien Loebs Citroën-Teamkollege war – die Saison 2006 hindurch. Anders als Sordo schaffte er es nie aufs Podium. Stattdessen ist er für eine Sache bekannt: seinen Kopiloten zum Weinen gebracht zu haben, nachdem die beiden in Deutschland in einen Weingarten gecrasht waren.

Carlos Sainz ist eine WRC-Legende.
Carlos Sainz ist eine WRC-Legende © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

5. Antonio Zanini

Der Pate aller spanischen Rallyefahrer war der erste Spanier, der jemals auf einem WRC-Podium stand: bei der Rallye Monte Carlo 1997. Hier fuhr er einen Seat 124 (alias spanischer Fiat). Aber Zanini gab sich nicht immer mit solch alltäglicher Technik zufrieden. 1984 gewann er seinen achten und letzten spanischen Meisterschaftstitel – mit einem Ferrari 308 GTB.

6. Dani Solà

Solà, ein liebenswerter Fahrer mit großen Ohren, übertraf 2002 Sébastien Loeb als Junior-Rallye-Weltmeister. Aber von da an verliefen ihre Karrieren in unterschiedliche Richtungen. Trotzdem holte sich Dani (offensichtlich der Name, den man in Spanien braucht, um im Rallyesport erfolgreich zu sein) Werksfahrten mit Citroën, Mitsubishi und Ford. 2004 gelang ihm bei der Rallye Katalonien in einem Ford Focus der sechste Platz in der Gesamtwertung.

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