Wales Rally GB – eine Herausforderung für Robert

Der WRC-Einstieg des Ex-Formel Eins-Piloten letztes Wochenende in Wales war kein Spaziergang.
Der polnische frühere F1-Pilot Robert Kubica vor seinem Start im Citroen DS2 WRC bei der Wales Rallye GB 2013
Robert Kubica bei der Wales Rallye GB © Citroen Racing
Von Richard Rodgers

Für Robert Kubica wurde es am vergangenen Wochenende bei der Wales Rally GB ernst. Der frühere Formel Eins-Rennsieger hatte seinen ersten Einsatz in der Top-WRC-Klasse, nachdem er bereits mit dem weniger leistungsstarken Citroen DS3 Regional Rallye-Auto zum WRC2-Titel 2013 gefahren war.

In Wales musste Kubica außerdem mit einem neuen Beifahrer zurechtkommen. Man kann sagen, dass es für Kubica kein nahtloser Übergang war – der Pole crashte nicht nur ein Mal, sondern gleich zwei Mal, was ein frühes Ausscheiden aus dem Event zur Folge hatte.

Wir sehen uns näher an, warum der Start für Kubica so schwierig war.

Große Veränderung für Kubica

Kubica saß bei der Wales Rally GB nicht nur zum ersten Mal in einem Wettrennen in seinem Citroen DS3 WRC, sondern er musste sich auch auf seinen neuen Beifahrer Michele Ferrara einstellen. Dieser wurde im letzten Moment als Ersatz für Maciek Baran, Kubicas polnischem Partner der letzten Saison, eingesetzt. Baran zog sich letzten Monat aus dem Renngeschehen zurück, nachdem er und Kubica sich in Spanien den WRC2-Titel geholt hatten. Kubica blieb nur die Suche nach einem Ersatzbeifahrer.

Der polnische frühere F1-Pilot Robert Kubica in einem Citroen DS3 RRC in der WRC2-Klasse bei der Rallye Portugal 2013
Kubica holte sich den WRC2-Titel 2013

Wieder italienisch

2013 hatte Kubica einen italienischen Beifahrer gegen einen polnischen eingetauscht. Die Partnerschaft mit dem Italiener Ferrara bedeutete nun einen erneuten Wechsel in die italienische Sprache für die Wales Rally GB. Kubica spricht die Sprache zwar fließend, doch der Wechsel machte die Herausforderung noch größer. „Es ist nicht leicht, wenn man ein Jahr lang auf dem Beifahrersitz jemanden hatte, der polnisch sprach. Die Pace Notes musst du ganz schnell im Kopf abrufen können, ohne sie erst noch zu übersetzen”, sagt Kubica. Der zweite Unfall des Polen in Wales wurde durch ein Problem mit den Pace Notes verursacht.

Mehr Power unter dem rechten Fuß

Kubicas Citroen DS3 WRC schafft zusätzliche 20bhp im Vergleich zum DS3 RRC, aber mehr Power war eindeutig nicht das, worum der ehemalige F1-Fahrer sich sorgte: „Nicht, dass ich das Auto unterschätze, aber wenn du in deinem Leben fast nur in sehr viel leistungsstärkeren Wagen gefahren bist, dann halte ich das nicht für ein großes Problem. Es geht alles schneller, aber mit mehr Leistungskraft kann man auf Schotter auch leichter fahren.”

Schneller durch die Kurven

Ein World Rallye-Wagen hat im Vergleich zum Regional Rallye-Auto, an das Kubica gewohnt war, einen beindruckenden Heckspoiler. Kubica: „Die Aerodynamik ist in einer Rallye nicht so wichtig. Aber ein derart großer Heckspoiler beeinflusst das Verhalten in den Kurven, vor allem auf Schotter.“

Der erste Crash des polnischen früheren F1-Piloten Robert Kubica in seinem Citroen DS3 WRC bei der Wales Rallye GB 2013
In Wales überschlug sich Kubica im Citroen DS3 WRC © McKlein Image Database

Neues Team und neue Farben

Kubicas Wagenwechsel für die Wales Rally GB zeigte den Wechsel zum Hauptwerksteam an, das früher unter der Leitung des von Citroen unterstützten PH Sports-Team stand. Kubicas Wagen wurde unter dem Abu Dhabi Citroen Total World Rally Team-Banner anstatt unter dem Citroen Total Abu Dhabi World Rally Team-Banner angemeldet – aber im Prinzip ist es der gleiche Betrieb. Auch die Farben seines Wagens waren neu für die Wales Rally GB – Rot, Weiß und Gold wichen den Farben Blau, Rot und Silber des wichtigsten Geldgebers Abu Dhabi.

Gleiches Schaltungssystem

Das speziell angepasste hydraulische Schaltungssystem von Kubicas DS3 RRC wurde in den DS3 WRC übernommen. Kubicas rechter Arm ist in seiner Beweglichkeit in Folge eines lebensgefährlichen Unfalls in einer Rallye vor zwei Jahren eingeschränkt, und dieses System erlaubt es ihm zu schalten, ohne dabei die Hände vom Steuer zu nehmen.

Das sind also die Fakten. Oberflächlich gesehen scheinen der Citroen DS3 RRC und der WRC sich nicht allzu sehr voneinander zu unterscheiden. Doch die zwei Crashes von Kubica zeigen, dass er sich in Wales noch nicht richtig wohl fühlte. Das ist sicherlich für den Citroen-Teamchef Yves Matton eine Enttäuschung. Er sucht, auch angesichts der möglichen Rückkehr des Finnen Mikko Hirvonen zu M-Sport 2014, verzweifelt jemanden, der das französische Team nach vorne bringen kann. Ist Kubica dieser Herausforderung gewachsen? Die Wintertests von Citroen im kommenden Januar im Vorfeld der Rallye Monte-Carlo 2014 werden zweifellos sehr, sehr interessant.

Du hast etwas von der Action bei der Wales Rally GB verpasst? In unserer speziellen Videoserie kannst du dir alles noch einmal ansehen.

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