Timo Gottschalk: „Wir kämpfen um den Dakar-Sieg“

Der Co-Pilot von Carlos Sainz will bei der Rallye Dakar 2014 den Sieg holen.
Timo Gottschalk und Carlos Sainz posieren mit ihrem Buggy SMG, mit dem sie die Rallye Dakar 2014 bestreiten werden.
Timo Gottschalk (l) mit Carlos Sainz © David Robinson/Red Bull Content Pool
Von Greg Stuart

Nachdem ein Motorschaden ihrer Teilnahme an der Rallye Dakar 2013 ein Ende setzte, hat Carlos Sainz‘ Co-Pilot mit der Rallye Dakar noch eine Rechnung offen – und es ist klar, dass er bei der Dakar 2014 nichts anderes als den Sieg im Visier hat.

RedBull.com: Timo, bei der Rallye Dakar hast du bisher jedes Problem erlebt, das es gibt, und dein Können als Mechaniker wurde auf eine harte Probe gestellt – wie zum Beispiel als du mit einer Socke ein Leck gestopft hast. Riechen deine Socken noch immer nach Benzin?
Timo Gottschalk: Ja…(lacht). Mit der Rallye habe ich noch eine Rechnung zu begleichen. Letztes Jahr hatten wir einen guten Start – wir lagen sogar einige Male in Führung. Doch dann mussten wir wegen Problemen mit der Mechanik aufgeben. Man kann sich selbst immer nur sagen, „Okay, dann halt nächstes Jahr“. Wir haben schon einmal bewiesen, dass wir es draufhaben und werden im nächsten Jahr wieder unser Bestes geben.

RB: Dieses Jahr ist die Route sehr anders als letztes Jahr – es gibt weniger Wüsten-Abschnitte, dafür mehr Strecke auf Schotter. Welchen Untergrund bevorzugst du?
TG: Wüste steckt in der DNA der Rallye Dakar. Daher gibt es meist viele Wüsten-Etappen. Letztes Mal starteten wir in Lima, wo es an den ersten Tagen sehr anstrengend war und es viele Dünen, Sand und offene Wüste gab. Dieses Mal starten wir wieder in der Nähe von Buenos Aires und es gibt auf den ersten Etappen viel mehr Schotterabschnitte. Aber wenn wir die Atacamawüste erreichen, können wir wirklich Wüsten und Dünenlandschaften genießen, die unserem SMG Buggy mehr liegen. Es ist wichtig, dass wir auf den Etappen, die uns nicht so liegen, nicht zu viel Zeit verlieren und aus den Bedingungen, die für uns vorteilhaft sind, das Beste machen.

Bei der Rallye Dakar 2013 mussten Timo Gottschalk und Carlos Sainz aufgeben.
Die Dakar 2013 endete für das Duo enttäuschend © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

RB: Was ist das Besondere an der Dakar, dass du jedes Jahr wieder dabei bist?
TG: Es ist ein irres Abenteuer. Die zwei Wochen sind so hart, dass ins Ziel zu kommen die größte Belohnung ist – nicht der Sieg. Jedes Jahr erlebt man ganz besondere Momente, sodass man immer wieder teilnehmen will.

RB: Schwörst du am Ende der Rallye manchmal, dass du sie satt hast und nicht mehr wieder kommst?
TG: (Lacht) Ich glaube, alle fühlen sich ähnlich. Man ist so müde, dass man einige Wochen braucht, um sich zu erholen. Aber nach ein paar Monaten denkst du an all die Abenteuer und schönen Momente zurück und überlegst, wieder anzutreten. Das gilt jetzt sogar noch eher als früher, denn wir hatten letztes Mal das nötige Tempo, um zu gewinnen, aber konnten die Rallye nicht beenden. Wir müssen es noch einmal probieren.

RB: Was ist euer Ziel in diesem Jahr?
TG: Der Sieg! Es ist natürlich nicht einfach: Man braucht Glück, muss einen kühlen Kopf bewahren und intelligent fahren. Man darf an keinem Tag einen Fehler machen.

Timo Gottschalk und Carlos Sainz testen den SMG Buggy, den sie bei der Rallye Dakar 2014 fahren werden.
Timo Gottschalk und Carlos Sainz testen den Buggy © David Robinson/Red Bull Content Pool

RB: Man sagt, das Gefährlichste bei der Dakar wäre es, an einem Tag viel Zeit zu verlieren und dann am nächsten Tag zu viel Druck zu machen, um wieder aufzuholen….
TG: Das stimmt… Vor allem in der Wüste. Man muss sehr aufpassen, denn ein Problem, wie beispielsweise in einer Sanddüne festzustecken, kann man innerhalb weniger Minuten lösen oder es kann etwas länger dauern.

RB: Welches sind die drei Gegenstände, die du bei der Dakar immer bei dir hast?
TG: Jeder hat einen heimlichen Talisman, der einem Glück bringen soll, oder Andenken an die Familie, die einen an zuhause erinnern. Aber um ehrlich zu sein, ist die Dakar so anstrengend, dass man keine Zeit hat, an irgendetwas anderes zu denken. Selbst der Ruhetag ist stressig.

read more about
Zur nächsten Story