Citroëns Fahrer-Dilemma in der WRC 2014

Welche Piloten sitzen in der nächsten Saison am Steuer der DS3 WRCs des französischen Teams?
Der Finne Mikko Hirvonen bei der Rallye de Portugal 2013 in seinem Citroën DS3 WRC.
Wer fährt 2014 für Citroën in der WRC? © McKlein Image Database
Von Greg Stuart

Nachdem Sébastien Loeb sich offiziell aus der Rallye-Weltmeisterschaft zurückgezogen hat, stellte Citroëns WRC-Teamchef Yves Matton letzten Monat eine Liste von fünf Fahrern zusammen, die er als Teampiloten für die Saison 2014 in Betracht zieht. Diese Fahrer sind: Dani Sordo, Mikko Hirvonen, Robert Kubica, Kris Meeke und Mads Ostberg. Redbull.com wirft einen Blick auf jeden Fahrer und betrachtet die möglichen Vorteile und Stolperfallen, die jeder von ihnen ins Team einbringen würde.

Dani Sordo

Bei der diesjährigen Rallye Deutschland gewann der Spanier Dani Sordo – der Junior Rallye-Weltmeister von 2005 – in seiner achten Saison in der Spitzenklasse seine allererste Runde in der WRC. Das Ergebnis schien dem Citroën-Fahrer ein neues Selbstbewusstsein zu geben: Sordo, der weithin als Asphalt-Spezialist bekannt ist, zeigte bei der Rallye de France-Alsace eine brillante Leistung und wurde Zweiter. Wenn der Spanier dieses Selbstbewusstsein auch in der Saison 2014 an den Tag legt, könnte er eine wichtige Rolle im Citroën-Team einnehmen, auch wenn es ihm vielleicht an Vielseitigkeit fehlt, um das Team anzuführen.

Der Spanier Dani Sordo feiert bei der Rallye Deutschland in diesem Jahr seinen ersten Sieg in der WRC im Citroen DS3 WRC.
In Deutschland gewann Sordo dieses Jahr endlich © Citroën Racing

Mikko Hirvonen

Mikko Hirvonen hätte 2013 eigentlich Weltmeister werden sollen. Endlich konnte er aus dem beträchtlichen Schatten Loebs treten und niemand hätte gedacht, dass der sympathische Finne Konkurrenz bekommen würde – und ganz sicher nicht von einem der Fahrer aus dem Team von Volkswagen, das noch in seinen Anfängen steckt, oder von dem jungen Belgier Thierry Neuville. Doch aufgrund einer Reihe von Unfällen und schlechten Ergebnissen konnte Hirvonen seinem einen Citroën-Sieg in der Saison 2013 keinen weiteren hinzufügen. Sein Wechsel zurück zu Ford im Gewand von M-Sport zur Saison 2014 soll angeblich beschlossene Sache sein.

Robert Kubica

Könnte Robert Kubica der nächste große Rallye-Star werden? Seine Ergebnisse in der WRC2 im Jahr 2013 lassen dies vermuten, denn der polnische Ex-F1-Fahrer holte bei seinem ersten Versuch fünf Siege und den Titel – obwohl er nach seinem Rallye-Crash im Jahr 2011 seine rechte Hand noch immer nur eingeschränkt bewegen kann. Kubica hatte bei der diesjährigen Wales Rallye GB die Chance, zu zeigen, dass er Citroëns Loeb-Lösung sein könnte und bei seinem ersten Rennen im DS3 WRC…crashte er. Zweimal. Dank seines offensichtlichen Talents bleibt er ein vielversprechender Kandidat, doch der Pole braucht ganz sicher einen kompletten Winter mit Testfahrten, um sich an die zusätzliche Leistung und den Anpressdruck des DS3 WRC im Vergleich mit dem WRC2-spezifischen DS3 RRC zu gewöhnen.

Citroens finnischer Fahrer Mikko Hirvonen verdeutlicht bei der Rallye Monte-Carlo 2013 die Strapazen.
Mikko Hirvonen hatte 2013 eine harte Saison © McKlein Image Database

Kris Meeke

Kris Meekes zwei Spritztouren im DS3 WRC im Jahr 2013 – bei der Rallye Finnland und der Rallye Australien – endeten in einem Desaster. Der International Rally Champion von 2009 zeigte zunächst bei beiden Events eine gute Leistung, bevor er durch Unfälle ausschied – bei der Rallye Australien sogar zweimal. Citroën weiß, dass Meeke jede Menge Talent mit sich bringt. Wenn er dies vielleicht im Laufe einer kompletten Saison unter Beweis stellen könnte, statt bei einmaligen Alles-oder-Nichts-Auftritten eingesetzt zu werden, könnte Meeke der nächste Stern an Großbritanniens Rallye-Himmel werden.

Mads Ostberg

Alle gingen davon aus, dass der Norweger Mads Ostberg, der 2013 zusammen mit den anderen zwei Nachwuchsfahrern Evgeny Novikov und Thierry Neuville zum Team von M-Sport dazu stieß, der tatsächliche Team-Leader werden würde. Doch während Neuville 2013 glänzte und in der Meisterschaft hinter Ogier Zweiter wurde, konnte man Ostbergs natürliches Talent während der Saison nur stellenweise erahnen. Er beendete die Saison auf Platz sechs der Gesamtwertung. Der Norweger zeigte sich am Ziel der Wales Rally GB sehr zurückhaltend bezüglich der Farben, die er 2014 tragen wird, und deutete an, dass ein Wechsel zu Citroën eventuell eine ernsthafte Möglichkeit darstellte. Ostberg könnte in der Zukunft ein wirklicher Titelanwärter sein, aber vielleicht muss er mental noch etwas stärker werden, bevor er es bis an die Spitze schafft.

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