Red Bull SMG Buggy: Die Traummaschine für Dakar

Carlos Sainz führt den Buggy mit Zweiradantrieb für die kommende Rallye Dakar in Südamerika vor.
Red Bull SMG Rally Team Buggy.
Red Bull SMG Rally Team Buggy © David Robinson/Red Bull Content Pool
Von David Robinson

Carlos Sainz ist nicht zu stoppen. Mit bereits 27 WRC-Siegen, zwei WRC-Titeln und einem Sieg in Dakar ist er ein ernstzunehmender Gegner in der Offroad-Welt. Was kommt als Nächstes? Wie wäre es damit, die Rallye Dakar in einer anderen Fahrzeugklasse zu bestreiten, nur um zu sehen, ob man es kann?

Carlos' Verlangen danach, jede Facette des Rallye-Sports zu beherrschen, gab den Ausschlag für diesen von den Franzosen gebauten SMG- Prototypen für Dakar.

Carlos Verlangen danach, jede Facette des Rallye-Sports zu beherrschen, gab den Ausschlag für diesen von den Franzosen gebauten SMG- Prototypen für Dakar. 2010 gewann er mit einem speziell angefertigten Volkswagen Touareg – in der Fahrzeugklasse der Allrad-Dieselfahrzeuge. Der SMG dagegen verbraucht nur über die Hinterräder Benzin.

Ein Drehmoment von 68 Mkg sorgt dafür, dass sich jede Düne in Südamerika bewältigen lässt.

Den heckangetriebenen Wagen mit seinen 420 PS durch ein Terrain zu manövrieren, das nicht für Fahrzeuge gemacht ist, erfordert eine komplett veränderte Fahrweise als mit dem Allradantrieb. Das sollte aber für Sainz, einen Veteran mit 27 Jahren in Offroad-Rennen, kein Problem sein. Ein Drehmoment von 68 Mkg sorgt dafür, dass sich jede Düne in Südamerika bewältigen lässt.

Carlos Sainz in seinem neuen Buggy.
Carlos Sainz in seinem neuen Buggy © David Robinson/Red Bull Content Pool

Der von Hand aus Aluminiumrohr gefertigte Wagen mit einer Karosserie aus Kohlefaser wiegt 1400 kg. Der Motor sitzt hinter dem Cockpit, womit der Schwerpunkt nach hinten verlagert wird und den Antriebsrädern auf dem meist losen Untergrund mehr Haftung verleiht. Der Zweiradantrieb macht den Wagen gegenüber dem Allrad zudem deutlich leichter, da keine Antriebswelle und kein schweres Differenzial mitgeschleppt werden müssen. Der Wagen bewegt sich somit viel agiler durch das Gelände.

Der von Hand aus Aluminiumrohr gefertigte Wagen mit einer Karosserie aus Kohlefaser wiegt 1400 kg.

Jeder Zentimeter an diesem Wagen schreit förmlich "zum Gewinnen gemacht". Komfort sucht man in diesem Fahrzeug allerdings vergeblich. Wenn es nicht dazu dient, schneller zu sein, dann ist es nicht vorhanden. Außer den notwendigen Kleinigkeiten wie Lenkrad, Pedalen und der Gangschaltung gibt es noch ein Panel mit Schaltern, um die Sicherheitssysteme zu bedienen, und einen eingebauten Wagenheber (für den Fall einer Reifenpanne oder wenn der Wagen im Sand stecken bleibt).

Jeder Zentimeter an diesem Wagen schreit förmlich "zum Gewinnen gemacht".

Auf der Beifahrerseite befindet sich die Navigationsausrüstung, die aus einem GPS-Logger für die Organisatoren und dem standardmäßigen Tom Tom besteht, das sich erst 200 Meter vor dem nächsten Wegpunkt aktiviert. Navigiert wird sonst nur mit Hilfe eines Roadbooks, das man jedoch erst am Abend vor der nächsten Etappe erhält.

Ab in Richtung Sonne.
Ab in Richtung Sonne © David Robinson/Red Bull Content Pool

Mit an Bord sind auch eine Reihe Ersatzteile, die bei einer Panne das Weiterfahren ermöglichen sollen. Das Supportfahrzeug darf schließlich erst nach Beenden einer Etappe einschreiten. Die Fahrer müssen somit in der Lage sein, unterwegs Reparaturen durchführen zu können. Am Heck des Wagens sind Ersatzreifen befestigt, ebenso wir zahlreiche Ersatzteile für das Fahrwerk und das Getriebe.

Am Heck des Wagens sind Ersatzreifen befestigt, ebenso wir zahlreiche Ersatzteile für das Fahrwerk und das Getriebe.

Um die Kraft auf Straße/Sand/Fels/Seebett zu übertragen, finden sich an allen vier Ecken 17/37/12,50-Inch-Reifen mit einem enormen Querschnitt, die das Gewicht auf den meist losen Untergrund der 8.500 km langen Strecke verteilen. Der Federweg von 450 mm sorgt dafür, dass alle möglichen Hindernisse und Landungen abgefangen werden können. Gebremst wird mit verschleißfesten Bremsscheiben aus Stahl.

Das alles muss man gesehen haben, um es zu glauben. Dann aber bleibt bestimmt kein Zweifel mehr daran, dass dieses Monster mit Sainz hinter dem Steuer bestimmt seine Klasse dominieren wird.

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