Wladimir Tschagin, der unumstrittene Zar der Dakar

Wir fühlen dem erfolgreichsten Piloten in der Geschichte der Dakar auf den Zahn.
Wladimir Tschagin instruiert sein Team.
Wladimir Tschagin instruiert sein Team © Denis Klero/Red Bull Content Pool
Von Tim Sturtridge

Redbull.com: Ihr habt es beim letzten Mal mit drei Trucks von Kamaz auf das Podium geschafft. Traust du deinen Fahrern 2014 eine ähnliche Leistung zu?

Wladimir Tschagin: Ich war sehr zufrieden, als unsere Fahrer alle drei Plätze auf dem Podium gewannen. Wir haben uns mit dieser Leistung selbst überrascht. Dann hieß es aber auch schon schnell, sich aufs nächste Jahr zu konzentrieren. Wir wollen beweisen, dass die Ergebnisse beim letzten Mal kein Zufall waren. Und dass unsere neue Generation an Fahrern sogar noch eine Schippe drauflegen kann. Ich habe großen Respekt vor unserer Konkurrenz, zum Beispiel Tatra oder Iveco. Ich bin mir durchaus bewusst, dass sie sich genauso intensiv auf die Rallye Dakar 2014 vorbereitet haben werden wie wir. Wir rechnen mit einem sehr spannenden Rennen und werden wieder unser Bestes für die Fans geben!

Kamaz will die Dakar einmal mehr dominieren.
Kamaz will die Dakar einmal mehr dominieren © Alberto Lessmann/Red Bull Content Pool

RB: Was ist das Wichtigste an deiner Rolle als Teamchef und Coach von Kamaz?

WT: Ich bin 15 Jahre bei der Rallye Dakar gefahren und hatte das Glück, sieben Mal zu gewinnen. Ich weiß, worauf es bei diesem Wettbewerb ankommt. Es gibt Fähigkeiten, die jeder erfolgreiche Fahrer haben muss. Und diese Dinge versuche ich unseren jüngeren Fahrern zu vermitteln. Das Wissen, das ich habe, gehört dem Team. Ich teile alles mit unseren aktuellen Fahrern. Wenn diese Jungs großartige Ergebnisse holen, erfüllt mich das genauso wie meine eigenen Siege damals.

RB: Die jungen Kamaz-Fahrer wie Eduard Nikolaev und Ayrat Mardeev sind beeindruckend in ihre Karrieren gestartet. Werden sie eines Tages deine eigenen Rekorde brechen?

WT: Ich bin froh, dass wir Fahrer haben, die mit einer reellen Chance auf den Sieg in die Rallye Dakar gehen. Ich wünsche diesen Fahrern und dem Team Kamaz Master viele Erfolge, auf dass meine Rekorde eines Tages eingestellt sein werden. Es wird spannend für alle Fans der Dakar, wie lange sie dafür brauchen werden.

Team Kamaz Master auf dem Weg zum Sieg.
Team Kamaz Master auf dem Weg zum Sieg © Alberto Lessmann/Red Bull Content Pool

RB: Es ist immer wieder toll zu sehen, wie die riesige Kamaz-Crew bei der Rallye Dakar jeden Abend in ihren Lagern zusammenkommt, um gemeinsam zu essen und den Tag Revue passieren zu lassen. Was steht dieses Jahr auf dem Menü?

WT: Wir nehmen alles, was uns einen Vorteil verschaffen kann, sehr ernst. Die Ernährung ist da auch ein Aspekt. Unser Team an Köchen reist mit uns von Camp zu Camp und sorgt dafür, dass wir jeden Abend gut gefüttert werden. Ein Menü besteht gewöhnlich aus einfachem russischem Essen. Jeder weiß ein bisschen Heimat zu schätzen, wenn er auf so einer harten Rallye wie der Dakar unterwegs ist. An den Tagen, an denen wir uns etwas entspannen können, laden wir auch gerne Freunde aus anderen Teams zum Essen ein. Jeder darf vorbeikommen und in unserem Lager ein Stück Russland probieren.

RB: Was ist das Wichtigste, das man zur Rallye Dakar mitbringen muss?

WT: Ich komme immer mit einem persönlichen Ziel in Form eines Ergebnisses, das ich erreichen möchte, zur Dakar. Das ist nichts, was man in der Hand halten kann, aber für mich ist es das Wichtigste, was man zum Rennen mitbringen sollte. Auch die Hoffnung, dass für dich selbst und dein Team alles gut laufen wird.

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