Roczen gewinnt erstes Rennen der SX-Saison 2014

Der deutsche Rookie siegt in Anaheim sensationell vor seinem KTM-Kollegen Ryan Dungey.
Zum Auftakt der Supercross-Saison 2014 feierte KTM-Fahrer Ken Roczen einen beeindruckenden Sieg in Anaheim.
Ken Roczen gelang ein beeindruckender Sieg © Cudby S./KTM Images
Von Ric McLaughlin

Bevor am Sonntagabend im kalifornischen Anaheim die erste Runde der AMA Supercross Championship begann, hatte Ken Roczen auf einer echten 450-ccm-Maschine lediglich fünf Rennen absolviert. Nur drei Wochen zuvor war sein rechter Arm noch bis zur Schulter eingegipst.

Um als erster Rookie seit Josh Grant im Jahr 2008 eine Auftaktrunde zu gewinnen, musste Roczen zudem vier der besten Fahrer bezwingen, die diese Sportart jemals hervorgebracht hat: James Stewart, Chad Reed, Ryan Dungey und Ryan Villopoto.

Der Abend begann, und der Auftakt des Rennens verlief wie gewohnt: Während Villopoto vor allen anderen aus dem Gate schoss, blieb Mike Alessi, der im Vorlauf noch schnell gestartet war, zurück.

Zum Auftakt der Supercross-Saison 2014 verfolgt KTM-Fahrer Ryan Dungey James Stewart, Chad Reed und Ken Roczen
Ryan Dungey verfolgt Stewart, Reed und Roczen © Cudby S./KTM Images

Kein Durchmarsch für Villopoto

Trotz seiner 34 Karrieresiege gelang es Villopoto diesmal aber nicht, sich auf seiner Kawasaki an der Spitze aus dem Staub zu machen. Der Champion von 2013 lag zwar vorn, aber nicht so erschreckend deutlich, wie wir es in früheren Saisons gesehen haben.

Ebenfalls auf einer Kawasaki, wenn auch einer völlig anderen, privat-montierten Maschine, saß Chad Reed. Als Villopoto auf der Strecke von Anaheim in einer der komplizierten Kurven spektakulär stürzte, fand sich Reed hinter Roczen urplötzlich auf Rang zwei wieder, dicht gefolgt von seinen Rivalen Stewart und Dungey.

Der Schlagabtausch zwischen Stewart und Reed schien nach den Riesenkämpfen der letzten Jahre vielversprechend zu werden, vor allem da Stewarts $100,000-Sieg beim Monster Energy Cup vor Saisonbeginn angedeutet hatte, dass der Suzuki-Fahrer wieder in Form ist.

Zum Auftakt der Supercross-Saison 2014 gratuliert KTM-Fahrer Ryan Dungey dem Sieger Ken Roczen
Dungey (l.) gratuliert Rookie-Sieger Roczen © Cudby S./KTM Images

Stewart jagt Roczen

Es wurde dann aber doch nicht ganz die Riesenschlacht, die wir uns erhofft hatten. Während Stewart Reed hinter sich ließ und auf Roczen aufrückte, erinnerte die Performance an frühere Zeiten. Als der Vorsprung des deutschen Rookies in den Rhythm Sections immer kleiner wurde, schien das Überholmanöver nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

In den Whoops erwischte Stewarts Suzuki dann aber eine Spurrille, schoss erst in die eine, dann in die andere Richtung, und katapultierte sich anschließend fahrerlos von der Strecke. Glücklicherweise landete Stewart erst hinter den Whoops auf dem Boden und kam relativ unversehrt davon.

Drei Runden vor Schluss zog Dungey an Reed vorbei und sicherte KTM so die vorderen Plätze. Roczen holte einen beeindruckenden Sieg, während Villopoto es am Ende noch auf Platz vier schaffte.

Ist für K-Roc jetzt auch der Titel drin? In der Vergangenheit konnte der Fahrer, der das Auftaktrennen gewann, siebzehn Mal auch die Meisterschaft holen, aber schon ein einziger Fehler kann eine Saison beenden. Supercross ist eine präzise und körperliche Sportart, wirkt aber auch zermürbend, immerhin erstreckt sich der Titelkampf über siebzehn Wochenenden. Sollte Roczen in seiner Debütsaison also die Meisterschaft holen wollen, braucht er noch mehr solcher Abende wie in Anaheim, bis die Serie im Mai zum Saisonabschluss in Las Vegas eintrifft.

Endresultate

Anaheim 1, 450er-SX-Klasse
1. Ken Roczen (KTM)
2. Ryan Dungey (KTM)
3. Chad Reed (Kawasaki)
4. Ryan Villopoto (Kawasaki)
5. Justin Barcia (Honda)

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