Achte Etappe der Dakar: Willkommen in Chile!

Die härteste Rallye der Welt ist in die schwindelerregenden Höhen der Anden in Chile vorgedrungen.
Von Börner, Sturtridge & Schran

Autos und Trucks: von Salta nach Calama
Motorräder und Quads: von Uyuni nach Calama

Am heutigen Montag starteten die Motorräder und Quads in Uyuni in Bolivien, nachdem die Piloten die Nacht in der Isolation verbracht hatten. Diese war Teil der zweiten Marathon-Etappe der Rallye Dakar 2014. Über 450 Kilometer gewerteten Racings stand heute auf dem Programm, ehe sie in Calama wieder zu den Sportlern der anderen Disziplinen stießen. Auf dem Weg nach Chile wurden aber auch technische Probleme immer akuter und eine „Durchsicht“ steht für alle auf dem Plan.

Der fünffache Dakar-Gewinner Cyril Despres war heute der schnellste Pilot durch die gigantische Salzebene von Uyuni. Der Franzose hat bei seiner ersten Dakar für das Yamaha Factory Racing einige schwierige Kilometer hinter sich, der Etappen-Sieg gleich zu Beginn der zweiten Woche dürfte für ihn also wie ein Befreiungsschlag gelten.

Nur zwei Minuten dahinter sah Honda-Pilot Joan Barreda das Ziel, nur wenige Sekunden vor dem Gesamtführenden helder. Die letzte Marathon-Etappe wurde für Marc und sein Red Bull KTM Factory Team eine harte Tortur, doch bestand man diese Prüfung ohne Probleme. Der vierte Dakar-Titel liegt für Coma damit zum Greifen nahe.

Ein weiterer Pilot, der auf der heutigen Marathon-Etappe den Trumpf seiner Erfahrung ausspielte, war Helder Rodrigues. Der Portugiese hat sich seinen Rhythmus bei der diesjährigen Dakar erst hart erarbeiten müssen, belohnte sich dafür heute aber mit dem vierten Platz - ein Schritt in die richtige Richtung.

Alle Infos auf unserer Dakar-Event-Site

Bei den Quads ging der Dreikampf zwischen Ignacio Casale, Sergio Lafuente und Rafal Sonik in die nächste Runde. Dass heute die Marathon-Etappe anstand, verlieh dem Ganzen eine zusätzliche Würze. Keiner der Dreien wollte der Konkurrenz auch nur einen Zentimeter überlassen und am Ende war es Casale, der nun als Führender in seine Heimat kam. Er hatte die erste Position nach 250 von den heutigen 462 Kilometern der achten Etappe übernommen. Casale führt die Gesamtwertung jetzt mit 21:40 Minuten Vorsprung an.

Nach weiteren 302 Kilometern Sonderwertungsprüfung der heutigen Auto-Etappe war es Nasser Al-Attiyah, der das heutige Rennen für sich entscheiden konnte. Nasser fuhr eine Minute Vorsprung auf seinen Teamkollegen Stephane Peterhansel heraus, der Red Bull SMG Buggy von Carlos Sainz sah das Ziel eine weitere Minute später als Dritter. Der Führende der Gesamtwertung der Autos, Nani Roma, sah das Etappen-Ziel neun Minuten hinter Al-Attiyah, liegt aber in der Gesamtwertung weiter in Front. Er hat einen Vorsprung von 23:46 Minuten auf Peterhansel, der auf dem zweiten Gesamtrang hält.

 

Als letzte und relativ spät gingen heute die Trucks an den Start und damit kamen diese auch erst am späten Abend im Biwak in Calama an. Für die schweren Jungs ging es heute über eine Sonderwertungsprüfung von 300 Kilometern, hinzu kam ein Überführungsabschnitt von 522 Kilometern über die Anden. Das Team Kamaz Master sicherte sich mit Andrey Karginov einen weiteren Etappensieg, seiner zweiten der aktuellen Dakar-Ausgabe. Mit seinem heutigen Triumph konnte Karginov ein klein wenig der Führung von Gerard De Rooy abknabbern, doch der liegt nach acht Etappen weiter mit 32:35 Minuten in Front. Auf Rang drei der Truck-Gesamtwertung liegt derzeit Kamaz-Pilot Eduard Nikolaev, er verliert bereits 1:12,01 Stunden auf De Rooy.

Was bisher geschah

Team Kamaz Master macht immer mehr Boden gut
Team Kamaz Master macht immer mehr Boden gut © Kin Marcin/Red Bull Content Pool

Marc Comas Mini-Blog…

„Die Marathon-Etappe ist ein sehr wichtiger Abschnitt des Rennens. Man muss viele Faktoren bedenken. Die Fahrer sind von ihren Teams getrennt und müssen alles allein bewältigen. Hier sollte man lieber nicht stürzen und das Motorrad beschädigen. Man muss vorsichtig sein und schnell und vorausschauend fahren. Es sind auf dieser Etappe in der Vergangenheit schon Fahrer gestürzt und haben ihre Motorräder beschädigt. Sie mussten sie dann nur mit dem Werkzeug, das sie dabei hatten, reparieren, und das machte jede Chance auf einen Podiumsplatz zunichte. Aber man kann sich auch nicht leisten, langsam zu fahren. Man muss eine Balance finden und seinen Fahrstil dementsprechend anpassen.“

Dakar-Alphabet… Z wie Zeitkarte

Auf diesem Dokument werden die Start- und Zielzeiten festgehalten, sowie der Zeitpunkt, an dem der Teilnehmer die zahlreichen Checkpoints auf jeder Etappe erreicht.

Auf dieser Etappe…

1999: Firdaus Kabirov und sein Kamaz-Team fallen viele Plätze auf der Rangliste zurück, nachdem sie eine vierstündige Zeitstrafe bekamen – so schnell können sich die Dinge bei der Rallye Dakar ändern.

Dakar-Quiz…

In der Salar de Uyuni in Bolivia gibt es schätzungsweise 10 Milliarden Tonnen Salz. Wie viel davon wird jedes Jahr abgebaut?

☐ 25,000 Tonnen
☐ 100,000 Tonnen
☐ 250,000 Tonnen

Die Antwort von gestern: Der argentinische Golfer Ángel Cabrera gewann die US Open 2007 und das Masters 2009.

Und morgen…

Wenn es bei der Rallye Dakar 2014 nach Chile geht, spielt die Atacama-Wüste eine wichtige Rolle. Fast die Hälfte der Zeitstrecke, die morgen gefahren wird, findet in den Dünen statt, bevor es eine spektakulären Abfahrt hinunter ins Camp in Iquique geht, das in den letzten Jahren zu einem der Markenzeichen des Rennens geworden ist.

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