Sainz´ hat Glück im Unglück

Etappe 10 der härtesten Dakar der Geschichte zwingt 8 Autos und 3 weitere Teilnehmer zur Aufgabe
© Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool
Von Tim Sturtridge / Toni Börner

450 gezeitete Sonderwertungsprüfungs-Kilometer standen auf der zehnten Etappe der

Rallye Dakar 2014

auf dem Programm. Es ging von Iquique nach Antofagasta und durch die Atacama Wüste. Gefährliche Sandabschnitte mit vielen Fallen machten die Route aus, das weiche, pudrige Fesh Fesh brachte zusätzlich Gefahrenquellen. Alles in allem hatten die Fahrer und Piloten zu sehen, dass ihnen sprichwörtlich keiner „Sand ins Getriebe wirft“.

Bei den Motorrädern machte sich das Team HRC-Duo aus Joan Barreda und Helder Rodrigues auf und davon. Die beiden CRF450-Rallye-Motorräder führten das Feld an und sahen das Biwak als die ersten Beiden der Tageswertung.

Barreda holte sich den Sieg mit genau acht Minuten Vorsprung auf Rodrigues, Cyril Despres holte sich auf seiner Yamaha den dritten Rang, Olivier Pain wurde Dritter. Der Gesamtführende heißt aber weiterhin Marc Coma, der sich auf seiner Red Bull KTM heute den fünften Platz sicherte.

Motorräder: Gesamtstand nach 10 Etappen:
1. Marc Coma, KTM, 41:48:33 Stunden
2. Joan Barreda, Honda, + 00:44:10
3. Jordi Viladoms, KTM, + 02:02:03

Ignacio Casale und Sergio Lafuente, die beiden Top-Piloten im Quad-Rennen, hatten auf der zehnten Etappe beide Probleme mit der Navigation. Das südamerikanische Duo ging bereits nach 25 Kilometern der Sonderwertungsprüfung „verloren“. Allerdings schafften es beide schnell wieder auf die Rennroute zurück zu gelangen und damit die Spitze im Kampf um den Quad-Gesamtsieg weiterhin fest zu halten.

 

Alles zur Rallye Dakar 2014

 

Der Russe Sergey Karyakin holte sich den Etappen-Sieg, der Chilene Casale wurde noch Zweiter. Lafuente aus Uruguay wurde Dritter.

Quads: Gesamtstand nach 10 Etappen:
1. Ignacio Casale, Yamaha, 51:54:19
2. Sergio Lafuente, Yamaha, + 00:24:36
3. Rafal Sonik, Yamaha, + 01:15:05

Red Bull SMG Buggy-Pilot Carlos Sainz auf der zehnten Etappe der Rallye Dakar
Die Dakar 2014 ist für Carlos Sainz gelaufen © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Ende und Aus für Carlos Sainz

Bei den Autos fuhr Nasser Al-Attiyah auf dieser zehnten Etappe am stärksten. Er kam vor seinen Mini-Kollegen Stephane Peterhansel und Nani Roma ins Ziel. Im Biwak in Antofagasta wurde der Südafrikaner Giniel de Villiers als Vierter gefeiert.

Irgendwo in der Wüste endete derweil das Dakar-Rennen des Red Bull SMG Rally Team Duos aus Carlos Sainz und Co-Pilot Timo Gottschalk. Auf dem Neutralisationsabschnitt der Etappe wurde den beiden eine Spitzkehre zum Verhängnis und sie rollten buchstäblich aus dem Rennen. Sainz wurde nach dem Crash vorsichtshalber mit leichten Verletzungen in das provisorische Feldhospital im Biwak ausgeflogen. Sein deutscher Co-Pilot Timo Gottschalk blieb bei dem Überschlag unterverletzt.

Autos: Gesamtstand nach 10 Etappen:
1. Roma/Perin, Mini, 38:52:57
2. Peterhansel/Cottret, Mini, + 00:02:15
3. Al-Attiyah/Cruz, Mini, + 00:46:01

Die Jagd von Andrey Karginov auf die Spitze der Truck-Wertung ging auf der zehnten Etappe weiter. Der Team Kamaz Master Truck Fahrer macht Jagd auf den Gesamtführenden Gerard De Rooy und die beiden trennt nun nicht einmal mehr acht Minuten. Der Russe Karginov ist weiter auf dem Vormarsch. Mit dem Ausfall von Pieter Versluis (NED) verläßt ein weiterer MAN Truck die Rally.

Trucks: Gesamtstand nach 10 Etappen:
1. De Rooy/Colsoul/Rodewald, Iveco, 41:54:50
2. Karginov/Mokeev/Devyatkin, KAMAZ, + 00:07:55
3. Nikolaev/Yakovlev/Rybakov, KAMAZ, + 01:29:28

 

Andrey Karginov im KAMAZ auf der zehnten Etappe der Rallye Dakar
Andrey Karginov im KAMAZ auf der zehnten Etappe © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Marc Comas Mini-Blog…

„Es ist sehr schwer während der Rallye Dakar eine Ernährungs- und Trink-Routine beizubehalten. Wir verbringen acht Stunden – manchmal auch mehr – auf dem Motorrad und gehen dabei an unsere äußersten Grenzen. Es ist nicht leicht da den richtigen Moment zum Essen zu finden, aber wenn der eigenen Körper nicht mehr ordentlich funktioniert, hat es wenig Sinn, wenn das Motorrad bestens vorbereitet ist. Im Fahrerlager versuche ich ganz normal zu essen. Es gibt ein großes Angebot – von allem etwas, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Aber ich mag es gern einfach. Ich esse hauptsächlich Nudeln und Fleisch, aber nichts zu kompliziertes.“

Dakar-Alphabet… K wie Komma-Null-Sekunden

Die Abstände zwischen den Spitzenkandidaten der Rallye Dakar sind oft hauchdünn und sie nutzen auf der Strecke zwischen Rosario und Valparaiso jeden Vorteil, der sich ihnen bietet. Erfahrene Rennfahrer werden auf den Anfangsetappen des Rennens sehr gleichmäßig unterwegs sein, denn sie ziehen fehlerloses Fahren den waghalsigen Geschwindigkeiten vor. Doch all das spielt keine Rolle mehr, umso näher man dem Ziel kommt – und die Konkurrenten werden sich auf jedes Anzeichen von Schwäche an der Spitze stürzen.

Auf dieser Etappe…

2005: An den Kurs rund um Atar in Mauretanien erinnert sich Cyril Despres immer gern, denn an jenem Tag kontrollierte er das Rennen und holte seinen ersten Etaüüen-Sieg bei der Rallye Dakar 2005 - ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Gesamtsieg…

Dakar-Quiz…

Wie viele Tore hat der legendäre brasilianische Fußballer Pelé bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1962 in Chile geschossen?

☐ 1
☐ 3
☐ 5

Die Antwort von gestern: Im Durchschnitt beträgt die Niederschlagsmenge in Iquique 5mm pro Jahr.

Und morgen…

Das Geheimnis auf der elften Etappe der Rallye Dakar 2014 liegt in der erfolgreichen Überquerung der Dünen von Copiapó. Schon bei den Entscheidungen der letzten Dakar-Rallyes spielte diese Region eine ausschlaggebende Rolle und große Hoffnungen können in der unbarmherzigen Atacama-Wüste ein jähes En

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