Sandige elfte Etappe bei der Dakar

Die Dünen werden größer und das Rennen schneller: Die härteste Dakar außerhalb von Afrikas.
Von Tim Sturtridge

Bei der Rallye Dakar 2014 standen heute 605 Kilometer Sonderwertungsprüfung auf dem Programm. Es ging von Antofagasta nach El Salvador, die 8.000 Kilometer-Marke der Rallye wurde dabei durchbrochen. Die Dünen auf dieser Strecke haben dabei noch nie irgendjemandem Gnade gezeigt - und wieder einmal entwickelte sich die Etappe mit ihrem weichen Sand zu einem Knackpunkt für die im Rennen verbliebenen Dakar-Teilnehmer. Natürlich arbeitet jetzt jeder darauf hin, die Dakar auch zu Ende zu bringen.

Die diesjährige Rallye ist auch von hochkarätigen Ausfällen wie dem von Carlos Sainz oder Marcos Patronelli geprägt. Damit wird einmal mehr unterstrichen, dass die Rallye Dakar 2014 eine der härtesten ist, welche jemals außerhalb von Südafrika gefahren wurde.

Neben Sainz waren vor der elften Etappe 76 weitere Autos aus dem Rennen. Das bedeutete, dass nur 70 der ursprünglich 147 Autos im Wettberwerb blieben. Bei den Trucks sind von 71 LKWs, die in Rosario in die erste Etappe starteten, nur noch 51 Fahrzeuge dabei. Nur noch 16 Quads sind im Rennen - 24 Kontrahenten haben die ersten zehn Etappen nicht durchgestanden.

Eine der härtesten Dakars aller Zeiten hat bei den Motorrädern schon 94 Piloten zur Aufgabe gebracht. Von den 174 gestarteten Fahrern waren um 05:15 Uhr in Antofagasta nur mehr 80 im Rennen.

 

Trotz mehrerer Rückschläge hat der fünffache Dakar-Sieger Cyril Despres das Handtuch noch nicht geworfen. Der Franzose hat sich seit seinem ersten Etappen-Sieg Anfang der Woche richtig reingehangen und legte heute in der Wüste einmal mehr eine beeindruckende Leistung an den Tag.

Cyril holte den Tagessieg mehr oder minder am grünen Tisch. Marc Coma hatte an seiner KTM den Motor wechseln müssen und bekam dafür 15 Strafminuten. Dies sollte seine Gesamtführung allerdings nicht gefährden, er hat noch immer einen guten Vorsprung auf die Konkurrenz. Die Strafe Comas bedeutete nicht nur, dass Despres den Tagessieg holte, sondern auch, dass Oliver Pain und Jordi Viladoms mit auf das Etappen-Podium durften.

Motorräder: Gesamtstand nach 11 Etappen:
1. Marc Coma, KTM, 48:39:41
2. Joan Barreda, Honda, + 00:37:36
3. Jordi Viladoms, KTM, + 01:52:56

Die Rallye Dakar 2014 in unserer Event-Übersicht

Marc Coma ist immer schnell unterwegs
Marc Coma ist immer schnell unterwegs © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Orlando Terranova holte sich im Rennen der Autos den Etappen-Sieg. Beim Argentinier läuft derzeit alles zusammen und er liegt auch in der Gesamtwertung auf Podiumskurs. Der Führende der Gesamtwertung, Nani Roma, verteidigte seine Spitzenposition mit einem zweiten Rang auf der elften Etappe. Giniel de Villiers war wieder ganz vorn mit dabei und holte den dritten Platz der Tageswertung.

Autos: Gesamtwertung nach 11 Etappen:
1. Roma/Perin, Mini, 45:01:54
2. Peterhansel/Cottret, Mini, + 00:05:32
3. Al-Attiyah/Cruz, Mini, + 00:56:01

Bei den LKWs war die elfte Etappe ein wichtiger Wendepunkt. Aus dem für die Kamaz-Trucks günstigem Gelände holte Andrey Karginov alles heraus und holte sich seinen vierten Etappen-Sieg 2014 - seinen gesamt neunten Dakar-Etappenerfolg. Auf seinem Weg nach El Salvador war Karginov um 15:51 Minuten schneller als Gerard De Rooy unterwegs, womit er den Niederländer von der Spitzenposition der Gesamtwertung verdrängte. Diese hatte De Rooy seit der zweiten Etappe inne gehabt.

Trucks: Gesamtwertung nach 11 Etappen:
1. Karginov/Mokeev/Devyatkin, KAMAZ, 48:25:17
2. De Rooy/Colsoul/Rodewald, Iveco, + 00:07:56
3. Nikolaev/Yakovlev/Rybakov, KAMAZ, + 01:35:51

Drama bei den Quads: Sergio Lafuente musste heute nach 272 Kilometern mit einem Motorschaden aufgeben. Damit kann sich Ignacio Casale fast des Titels sicher sein. Der Chilene gewann seine sechste Dakar-Etappe und machte damit einen weiteren Schritt in Richtung Valparaiso und den Gesamtsieg.

 

Quads: Gesamtwertung nach 11 Etappen:
1. Ignacio Casale, Yamaha, 61:11:19
2. Rafal Sonik, Yamaha, + 01:04:32
3. Sebastian Husseini, Honda, +4:49:25

Marc Comas Mini-Blog…

„Bei der Rallye Dakar müssen wir manchmal wohl oder übel zusammenarbeiten. Oft befindet sich der Start einer Sonderwertungsprüfung nicht in der Nähe des Camps, also müssen wir da erst Mal hinfahren. Das kann ziemlich nervig sein, denn obwohl man nicht unter Zeitdruck steht, kann man sich auch nicht entspannen. Morgens fahren wir im Dunkeln, und die Straßen in Südamerika können ziemlich gefährlich sein. Man muss sich die ganze Zeit konzentrieren, und nach zehn Tagen Rallye kann das schwierig werden.”

Dakar-Alphabet… J wie Jean Todt

Zwei Jahrzehnte bevor Jean Todt FIA-Präsident wurde fand er sich 1989 als Peugeot-Teamchef bei der Rallye Paris-Dakar wieder. Zwei seiner Fahrer, Jacky Ickx und Ari Vatanen, dominierten das Rennen und es hielt sich das Gerücht, dass Todt eine 10-Francs-Münze geworfen hatte, um zu entscheiden, welcher der beiden Fahrer den Sieg für sich beanspruchen durfte. Vatanen entschied sich für die Zahl und diese Wahl zahlte sich aus.

Auf dieser Etappe…

1999: Ein Etappensieg für Alfie Cox aus Südafrika bei seinem Dakar-Debüt verschaffte ihm einen eindrucksvollen dritten Platz in der Gesamtwertung. Cox schaffte bis zum Finale in der Motorrad-Kategorie drei Mal den Sprung auf das Podium.

Dakar-Quiz…

Welches südamerikanische Land gewann die Fußball-Weltmeisterschaft 1962 in Chile?

☐ Uruguay
☐ Brasilien
☐ Argentinien

Die Antwort von gestern: Pelé schoss bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1962 ein Tor.

Und morgen…

Da das Camp in El Salvador sehr hoch liegt, ist das Risiko von
Camanchaca - einem Morgennebel der sich in dieser Gegen bildet - zu Beginn der 12. Etappe mehr als gegeben. Wenn sich der Nebel lichtet wird eine lange Dünenkette zu sehen sein, die für den Weg nach La Serena auf der vorletzten Etappe der Dakar Rallye 2014 charakteristisch ist.

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