Ein- und Ausgrabungen auf der 12. Etappe der Dakar

Bei der vorletzten Etappe des Wüsten-Klassikers ging es durch hohe Dünen.
© Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool
Von Tim Sturtridge

Yamaha-Pilot Cyril Despres schlägt weiter zurück: Der Franzose sicherte sich auf der heutigen 350 Kliometer langen Etappe von El Salvador nach La Serena in Chile den Tagessieg.

Die Dakar 2014 hatte für Despres mehr als holprig angefangen, doch heute siegte er mit 2:17 Minuten Vorsprung auf seinen Red Bull KTM Rivalen Marc Coma. Der hatte am gestrigen Tage nachträglich noch eine 15-minütige Zeitstrafe erhalten, als er den Motor an seinem Bike wechseln musste.

Sowohl Coma, als auch Despres verloren gegen Ende der Etappe Zeit, als sie einen Wegpunkt knapp verfehlten und umkehren mussten. Despres holte trotzdem den Sieg und kam 5:53 Minuten vor seinem Landsmann Olivier Pain auf Rang drei in is Ziel. Trotz des Sieges von Despres ist Coma weiterhin Gesamtführender.

Der Spanier Joan Barreda hatte heute mit Problemen zu kämpfen. Gestern lag er noch auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung, heute musste der Team HRC-Pilot an seinem Motorrad eine größerer Reparatur durchführen und konnte die Etappe nur als 64. beenden - 2:29,35 Stunden hinter Despres. Barredas Pech auf der zwölften Etappe bedeutete auch, dass er in der Gesamtwertung seinen zweiten Platz abgeben musste und auf P7 durchgereicht wurde.

Motorräder: Gesamtwertung nach 12 Etappen:
1. Marc Coma, KTM, 52:40:16
2. Jordi Viladoms, KTM, + 01:59:49
3. Olivier Pain, Yamaha + 02:10:16
4. Cyril Despres, Yamaha +02:14:01

Die Rallye Dakar 2014 in unserer Event-Übersicht

Was bisher geschah

Das Katz- und Maus-Spiel bei den Truckern ging heute auf die nächste Runde. Andrey Karginov und Gerard De Rooy gaben gewohntermaßen den Takt an. Der heutige Sieg ging an den Niederländer De Rooy, aber mit nur 31 Sekunden Vorsprung auf den Russen Karginov blieb letzter in Gesamt-Führender Position, bei noch einer ausstehenden Etappe. Karginovs Teamkollege im Team Kamaz Master, Eduard Nikolaev, wurde auf der heutigen Etappe Dritter und verteidigte damit auch selbe Position in der Gesamtwertung.

Trucks: Gesamtwertung nach 12 Etappen:
1. Karginov/Mokeev/Devyatkin, KAMAZ, 52:36:12
2. De Rooy/Colsoul/Rodewald, Iveco, + 00:07:25
3. Nikolaev/Yakovlev/Rybakov, KAMAZ, + 01:38:38

Bei den Autos holte sich der elffache Dakar-Gewinner Stephane Peterhansel die Führung in der Gesamtwertung. Er ging an seinem Teamkollegen Nani Roma vorbei. Peterhansel gewann die heutige Etappe und liegt nun 26 Sekunden vor Roma auf Rang zwei. Nasser Al-Attiyah hat zwar bereits fast eine Stunde Rückstand, hat sich aber den dritten Rang erkämpft. Giniel de Villiers liegt im Schlepptau des Kataris.

Autos: Gesamtwertung nach 12 Etappen:
1. Peterhansel/Cottret, Mini, 48:45:45
2. Roma/Perin, Mini, + 00:00:26
3. Al-Attiyah/Cruz, Mini, + 00:54:07

Lokalmatador Ignacio Casale holte sich einen weiteren Etappen-Sieg bei den Quads und machte damit einen weiteren Schritt in Richtung Gesamtsieg. Nach den 305 Kilometern auf der heutigen Sonderwertungsprüfung lag der Chilene 5:05 Minuten vor Sebastian Husseini, dem zweitschnellsten im heutigen Quad-Rennen. Rafal Sonik verteidigte seinen zweiten Rang in der Gesamtwertung, nachdem er auf der vorletzten Etappe der Dakar 2014 Vierter wurde.

Quads: Gesamtwertung nach 12 Etappen:
1. Ignacio Casale, Yamaha, 66:16:27
2. Rafal Sonik, Yamaha, + 01:23:42
3. Sebastian Husseini, Honda, +05:39:30

Team Kamaz Master bei der Arbeit
Team Kamaz Master bei der Arbeit © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Marc Comas Mini-Blog…

„Die Höhe über dem Meeresspiegel ist seit dem ‚Umzug’ der Rallye Dakar nach Südamerika ein wichtiger neuer Aspekt. Und noch immer lernen wir ständig etwas Neues darüber. In Afrika waren die Etappen für gewöhnlich flach, doch jetzt führt das Rennen durch Länder wie Bolivien und wir fahren mehr als 4.000 Meter über dem Meeresspiegel. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Höhenlage – es gibt wirklich keine Konstanz. Es hängt auch von der eigenen Tagesform ab. Manchmal bereitet es einem nicht viele Probleme, aber dann wieder kann es schrecklich sein.“

Dakar-Alphabet… F wie Fesh Fesh

Sandlöcher sind bei der Dakar etwas gefährlicher als die, die man auf einem Golfplatz vorfindet. Damals in Afrika versuchten alle Fahrer Fesh Fesh zu meiden – ein feiner Sand, der wie fester Boden aussieht, aber wie weicher Schlamm die Fahrzeuge verschluckt. Fesh Fesh hat auch einen südamerikanischen Cousin namens Guadel, und dieser gefährliche Sand liegt auch 2014 wieder auf der Lauer und wartet auf neue Opfer.

Auf dieser Etappe…

2009: Carlos Sainz‘ Traum von seinem ersten Sieg bei der Rallye Dakar ist geplatzt. Er rollt in einen Graben und muss seine Führung abgeben. Der Spanier wird allerdings nächstes Jahr wieder an den Start gehen…

Dakar-Quiz

2010 blickte die ganze Welt gespannt auf Chile, wo einige Bergleute bei Copiapó unter Tage eingesperrt waren. Bei einer unglaublichen Rettungsaktion konnten alle 33 Bergleute wieder an die Erdoberfläche geholt werden. Wie lange waren die Grubenarbeiter gefangen?

☐ 49 Tage
☐ 59 Tage
☐ 69 Tage


Die Antwort von gestern: Brasilien gewann 1962 die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft in Chile.

Und morgen…

Auch auf der letzen Etappe der Rallye Dakar 2014 lauern noch viele Gefahren, die es zu meistern gilt. Die Teilnehmer müssen vor allem auf die unzähligen Kakteen achten, die entlang der Strecke zu finden sind – und ihre Stacheln, die den Reifen gefährlich werden können. Eine Reifenpanne am letzten Tag der Dakar könnte zwischen Erfolg und Niederlage entscheiden.

read more about
Zur nächsten Story