Video: „Knighter“ Unplugged

RedBull.com sprach mit dem Enduro-Veteranen David Knight.
© Jonty Edmunds
Von Jonty Edmunds

David Knight fährt seit fast 15 Jahren Indoor-Enduro, konnte auf beiden Seiten des Atlantiks Titel gewinnen und hat miterlebt, wie sich der Sport von einer jährlichen Veranstaltung in Barcelona zu einer Meisterschaft in Europa und den Staaten entwickelt hat…

RedBull.com: Wie bereitet sich ein Fahrer, der den Sieg als Ziel hat, auf die SuperEnduro-Meisterschaft vor?
David Knight: „Einen Monat vor dem Rennen habe ich mir einen neuen Track gebaut. Das war klasse. Das einzige Problem ist, dass es seit der Fertigstellung fast jeden Tag geregnet hat. Und natürlich habe ich ein neues Bike, an das ich mich gewöhnen muss. Daher bin ich so viel wie möglich auf den Trainingsstrecken gefahren. Fahren, fahren, fahren – so bereite ich mich eigentlich immer auf den Start einer neuen Meisterschaft vor. In den letzten Jahren hatte ich einige Verletzungen. Deshalb war ich froh, dass ich verletzungsfrei geblieben bin und mich einfach auf das Training meiner Rennfitness konzentrieren konnte.“

RB: Erzähl uns von Sherco – wie gefällt dir die Arbeit mit neuen Leuten und neuen Bikes?
DK: „Es ist in kurzer Zeit ziemlich viel geschehen. Ich konnte mich auf mein Training konzentrieren und die Jungs im Werk haben ebenfalls hart gearbeitet. Das Setup passt wirklich sehr gut zu mir – alles läuft entspannt, ich habe den Freiraum, das zu tun, was ich tun muss, während die Jungs vom Entwicklungsteam an den Motorrädern arbeiten. Sherco ist nicht gerade die größte Firma, aber genau das mag ich an ihnen – es gibt keine Ablenkungen. Alles dreht sich um Enduro und Trials. Das Entwicklungsteam ist toll, und ich genieße die Arbeit mit den Jungs. Der Sieg gleich zu Beginn in Polen war natürlich klasse.“

RB: Glaubst du daran, dass du die FIM SuperEnduro-Weltmeisterschaft 2014 gewinnen kannst?
DK: „Ja, natürlich. Ich weiß, dass es nicht leicht wird, aber ich habe letztes Jahr schon ein paar Rennen gewonnen und mein Training lief dieses Jahr super. Ich trete gegen ein paar tolle Rider an, und es wird während der Saison sicherlich einige Überraschungen geben, aber ich weiß, dass ich im Kampf um den Titel ganz vorne mitfahren kann.“

David Knight sicherte sich den obersten Podiumsplatz
David Knight beim SuperEnduro, Runde 1 © Jonty Edmunds

RB: Wer ist für dich dein härtester Konkurrent um den SuperEnduro-Titel 2014?
DK: „Um den Titel kämpfen meiner Meinung nach Taddy, ich und Jonny Walker. Aber die einzelnen Rennen können sicherlich bis zu acht Fahrer gewinnen. Taddy und Jonny gehen sicher sehr gut vorbereitet in die Saison, ebenso wie Cody Webb. Ivan Cervantes weiß wie man Indoor-Rennen gewinnt, und Alfredo Gomez zeigt konstant gute Leistung. Kornel Nemeth ist auch sehr schnell. Im Kampf um die Rennsiege wird es sicherlich sehr eng zugehen.“

RB: Du fährst schon seit vielen Jahren Indoor-Rennen. Was ist dir von deinem ersten Event in Erinnerung geblieben?
DK: „Es war, glaube ich, 2000 in Barcelona. Der Event war ein einmaliges Rennen am Ende der Saison und es hat viel Spaß gemacht. Es war ein Rennen ohne Druck, aber die Start- und Preisgelder waren gut. Der Event lief wirklich sehr entspannt ab. Ich glaube, ich habe sogar ein Rennen gewonnen, im Finale aber hinter Juha Salminen Platz zwei belegt.“

RB: Und welches Rennen ist dir am stärksten in Erinnerung geblieben?
DK: „Ich würde sagen, Genua in Italien im Jahr 2005. Es war der Beginn meines Werksvertrages mit KTM. Die Strecke war wirklich gut, es gab ein paar ziemlich coole Hindernisse und ich habe gewonnen. Für mich war es eine bedeutende Nacht. Ein anderer Event, an den ich mich gut erinnere, ist die Finalrunde der Serie im letzten Jahr in Frankreich. Der Track war etwas anders, aber ich fand es klasse.“

RB: Im Laufe der Jahre wurden auf den SuperEnduro-Tracks sehr verschiedene Hindernisse genutzt. Hast du Lieblingshindernisse?
DK: „Ich mochte die Tracks früher, denn die waren sehr abwechslungsreich. Ich glaube, die verschiedenen Veranstalter versuchten, sich immer größere und bessere Sachen auszudenken. Es hat nicht immer funktioniert, denn oft gab es nur eine Spur, aber einige Strecken waren wirklich super. Auf den heutigen Tracks findet man sehr ähnliche Hindernisse. Das Log Pit mag ich nicht besonders, denn dort kann man stürzen, ohne dass man selbst dafür verantwortlich ist. Aber die Strecken sind heutzutage allgemein besser gebaut. Sie sind so gebaut, dass man verschiedene Linien fahren kann. Es gibt nichts Schlimmeres als eine Strecke, auf der man nirgendwo überholen kann.“

RB: Und zum Schluss, du hast die zweite Runde der Serie in Polen gewonnen. Was erwartest du von den nächsten Events in Brasilien und Mexiko?
DK: „Ich will einfach so weiter fahren wie bisher. Ich weiß, dass mein Tempo gut ist. Es gibt also keinen Grund, warum ich nicht wieder einen Sieg holen sollte. Taddy wird nach der Weihnachtspause sicher wieder stark sein, aber ich freue mich wirklich auf beide Events. Es wird toll, an zwei neuen Locations zu fahren. Und wenn alles gut läuft, werde ich zu Taddy an der Spitze der Meisterschaftswertung aufschließen.“

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