Marc Coma: Ich dachte, ich schaffe es nicht mal

Der Sieger der Dakar 2014, Marc Coma, spricht über den am härtesten erkämpften Sieg seiner Karriere.
© Marcelo Maragni / Red Bull Content Pool
Von Pablo Bueno / Toni Börner

Drei Jahre Durststrecke sind vorbei. 2013 fehlte Marc Coma aufgrund von Verletzungen bei der Rallye Dakar, die Genesung schritt nur langsam voran. Die Werks-Teams von Honda und Yamaha schlugen eine härtere Gangart an. Der Weg zu seinem Sieg bei der Dakar 2014 war kein Spaziergang. "Als ich endlich wieder auf dem Motorrad saß war es, als sei ich nie ein Profi-Rennfahrer gewesen. Diese Saisons bedeuteten, dass ich das Rennfahren von Null auf neu lernen musste", sagte der Spanier kurz vor dem Start des Wüstenklassikers am 5. Januar.

Die härteste Dakar meines Lebens

"Die erste Woche des Rennens war die Hölle. Ich bin mit denen, die behaupten, dass das die schwerste Dakar war, vollig einverstanden. Zumindest aber war diese Dakar 2014 die härteste meines Lebens, mindestens die härteste, die ich in den letzten Jahren gefahren bin. Ich habe die Dakar noch nie leicht gefunden, aber für die Motorradfahrer war dieses Jahr einfach verrückt."

Marc Coma erwähnte die hohen Temperaturen, das harte Terrain, die Länge der Etappen, aber er sprach auch über sich selbst: "Es gab Momente in denen ich dachte, dass ich es nicht durchstehen würde. Gerade in den Tagen, als ich mit der Grippe kämpfte, da konnte ich nach den Etappen kaum noch sprechen. Ich konnte beim Fahren meine Sinne nicht richtig zusammennehmen, ich konnte mich nicht richtig konzentrieren, so wie es diese Rallye verlangen würde. Ich hatte Angst, dass ich Fehler mache und einen Unfall habe."

Marc Coma und sein ewiger Rivale Cyril Despres
Marc Coma und sein ewiger Rivale Cyril Despres © Marcelo Maragni / Red Bull Content Pool

Deswegen ist der diesjährige Sieg für Coma so besonders: "Ich bin mehr als happy. Letztes Jahr habe ich das Rennen wegen Verletzungen verpasst und nach einer harten Saison mit viel Arbeit konnte ich zurückkommen und wieder als Top-Pilot kämpfen. Wieder hier zu sein und um den Sieg zu kämpfen war für mich einfach traumhaft."

Team-Work

Rallyes sind Rennen, bei den sich der Pilot die meiste Zeit alleine zurechtfinden muss. Das Motorrad, die Dünen, die Strecke, das Roadbook. Aber Marc Comas Sieg ist "eine Belohnung für all diejenigen, die mit mir gearbeitet haben, Schulter an Schulter. Ich bin extrem zufrieden, wie mein Motorrad gelaufen ist. Das gesamte Team hat in den letzten Monaten einen unglaublichen Job gemacht, um für das Rennen aufgestellt zu sein und hier stehen wir jetzt."

Party-Time

Marc Coma fuhr im Jahr 2002 seine erste Dakar, aber der Spanier brauchte bis 2006, um sie erstmals zu gewinnen. Damals begannen die harten und spektakulären Fights mit seinem ewigen Kontrahenten Cyril Despres. Den zweiten Dakar-Sieg holte Coma 2009, 2007 hatte er das Rennen angeführt, stürzte aber drei Etappen vor Schluss. Nachdem er die Dakar 2011 erneut gewann und 2012 Zweiter wurde, musste er letztes Jahr aussetzen. "Seit 2011 hatte ich nicht mehr gewonnen, also ist es jetzt an der Zeit richtig zu feiern und das zu genießen."

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