Ken Roczens KTM 450 SXF: die wichtigen Details

Wir nehmen die Technik hinter der 450er Supercross-Maschine des deutschen Riders unter die Lupe.
Technische Details von Ken Roczens KTM 450 SXF
Technische Details von Ken Roczens KTM 450 SXF © S. Cudby/Pablo Bueno
Von Pablo Bueno

Ken Roczens unglaubliche Technik auf einem Motorrad beweist, dass der Deutsche schon immer gut mit leistungsstarken Maschinen umzugehen wusste. Er trainierte im Alter von 12 auf einer Suzuki 125, als die meisten Altersgenossen von ihm noch auf 50er-Maschinen fuhren.

Jetzt ist Roczen mit 19 der jüngste Rider unter den Fahrern im 450er Supercross. Er fährt zwar nicht zum ersten Mal in der Königsklasse – der ehemalige MX2-Weltmeistser war 2012 und 2013 in einigen SX-Runden auf einer 350er-Maschine mit Viertaktmotor am Start und fuhr auch Rennen in der MX1-Weltmeisterschaft – aber er bewies 2014 zweifellos, dass er es, ausgestattet mit einem 450er-Motorrad, mit jedem Supercross-Rider aufnehmen kann.

Den KTM 450-Motor völlig ausreizen
Den KTM 450-Motor völlig ausreizen © S. Cudby

Crème de la crème

Roczen wählte ein möglichst leistungsstarkes Motorrad für die SX-Hauptklasse – KTMs 450er mit Viertaktmotor. Sein Teamkollege Ryan Dungey fährt die gleiche Maschine. Die Motoren werden im KTM-Werk im österreichischen Mattighofen manuell gefertigt und haben einige ganz spezielle Teile, darunter maßgefertigte Zylinderköpfe, Nockenwellen, Kolben, Pleuelstangen, Kurbelwellen und Getriebe.

Wenn die Motoren beim Red Bull KTM Team angeliefert werden, legen die Ingenieure letzte Hand an und versuchen gemeinsam mit dem Rider, nach der Anpassung des elektronischen TET-Systems und der Krapovič-Auspuffe das Fahrwerk richtig einzustellen. Diese Motoren werden übrigens auch von den Satelliten-Teams Rockstar KTM und BTOSport eingesetzt – doch diese Teams dürfen nicht an den Motoren arbeiten.

Pneumatische Stoßdämpfer scheinen für SX-Motorräder zu funktionieren
Pneumatische Stoßdämpfer scheinen zu funktionieren © S. Cudby

Details machen den Unterschied

In Bezug auf das Chassis und die Federung ist Roczen nicht sehr wählerisch und verlässt sich auf die Basisteile, die ihm KTM bereitstellt: Subframe und Fußstützen aus Titan, WP-Federung mit Titanfedern, 52mm-Gabeln, Brembo-Bremsen, Renthal-Lenker und Griffe, Selle Dalla Valle-Sitz, Nekken-Gabeln und mit offiziellem Dunlop-Gummi überzogene DID-Räder.

Das Erfolgsgeheimnis im Offroad-Fahren liegt darin, eine gute Fahrwerkabstimmung zu finden. KTM und WP haben alle Register gezogen, um mit dem pneumatischen Stoßdämpfer Erfolg zu haben, den Roczen und Dungey schon in der Vorsaison benutzt haben. Die Satelliten-Rider Ivan Tedesco und Andrew Short sind auch schon mit pneumatischer Federung Rennen gefahren, doch das Werksteam beschloss, den Abschluss der Entwicklung abzuwarten. Vorerst gehen Roczen und Dungey also mit dem bewährten und erprobten System der alten Schule an den Start.

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