Peugeot und die Dakar: Lust auf Abenteuer

Peugeot verbindet weitaus mehr mit der Rallye Dakar als die vier Siege in Folge.
Ari Vatanen am Steuer des Peugeot 405 T16. Rallye Dakar 1989
Ari Vatanen am Steuer des Peugeot 405 T16 © Peugeot Sport
Von Pablo Bueno

Peugeots Beziehung zur Rallye Dakar geht weit über die nüchterne, wenn auch beeindruckende Bilanz von vier Siegen in Folge hinaus. Stattdessen basiert sie auf den vielen, gelegentlich unwahrscheinlich klingenden Geschichten, die das französische Team zu erzählen weiß, nachdem es in Nordwestafrika zwischen 1987 und 1990 etwa 48.125 Kilometer zurückgelegt hat.

Dakar 1987

Am 1. Januar 1987 ging Peugeot erstmals bei der Rallye „Paris-Algier-Dakar“ an den Start, und die Erfolgsaussichten waren denkbar günstig: Zu den Fahrern des Teams zählte ein gewisser Ari Vatanen, dessen 205 Turbo 15 passenderweise die Nummer 205 zugewiesen bekam – ein ideale Möglichkeit, das Modell zu promoten.

Leider trug sein Wagen während des kurzen Prologs in der Nähe von Paris ernsthafte Schäden davon, und der Peugeot-Star fiel bis auf Rang 274 zurück! Die Rallye hatte gerade erst begonnen, aber der Zwischenfall erinnerte das Team rechtzeitig an die kompromisslose Natur der Dakar – egal, wie sehr Peugeot Sport an die Höhen und Tiefen gewöhnt war, die dem Rallyesport eigen sind.

Wenige Tage später erhielt sein führender Teamkollege Shekhar Mehta dieselbe Lektion, als seine sorgfältig ausgearbeitete Strategie für den 205 T16 aufgrund eines unerklärlichen Motorschadens mit einem Schlag hinfällig war. Glücklicherweise konnte Ari Vatanen die Spitze nach spannendem Kampf zurückerobern und nach 13.000 Wettkampfkilometern Peugeots ersten Dakar-Sieg feiern.

Peugeot-Assistenz Dakar 1987
Peugeot-Assistenz Dakar 1987 © Peugeot Sport

Dakar 1988

Auch 1988 bestätigte sich die berühmte Unberechenbarkeit der Langstrecken-Rallye: Ein unglaubliches Missgeschick vereitelte die Pläne des damaligen Teamleiters Jean Todt sowie des besser platzierten der zwei 405 T16s, die den Titel für Peugeot verteidigen sollten. Nach 13 Etappen erreichte Ari Vatanen Malis Hauptstadt Bamako zwar an der Spitze, doch dann wurde sein 405 T16 mitten in der Nacht gestohlen! Zwar tauchte er irgendwann wieder auf, aber es war schon zu spät – der Finne wurde disqualifiziert. Am Ende ging der Sieg an den 205 T16 seines Teamkollegen Juha Kankkunen, der eigentlich als Vatanens rasanter Assistenzfahrer verpflichtet worden war!

Juha Kankkunen, Jean Todt und Ari Vatanen 1988 auf dem Podium der Rallye Dakar in Dakar, Senegal.
Kankkunen, Todt und Vatanen auf dem Podium © Peugeot Sport

Dakar 1989

Nach einem packenden Kampf zwischen den Teamkollegen Ari Vatanen und Jacky Ickx kam 1989 endlich der 405 T16 Grand Raid zum Zuge. Um sicherzustellen, dass ihr Duell nicht in Tränen endete und damit Peugeots Chancen vereitelt wurden, beschloss das Team bei der Zwischenübernachtung in Gao, Mali, zur Klärung des Problems eine Münze zu werfen. Es gewann Ari Vatanen, der später auch den Sieg holte.

Ambrosio und Baumgartner - Dakar 1990
Ambrosio und Baumgartner - Dakar 1990 © Peugeot Sport

Dakar 1990

Im folgenden Jahr gelang es dem Finnen, einen zweistündigen Vorsprung herauszufahren. Der war auch nötig, denn auf der Strecke zwischen Niamey und Gao erwischte er einen problembeladenen Tag. Auf der Etappe waren vor allem Navigationsfähigkeiten gefragt, allerdings erwies sich Vatanens Beifahrer als überfordert und sein Kompass als fehlerhaft. Zu allem Überfluss schlug der Peugeot-Fahrer auch noch ein großes Loch in die Karosserie seines 405ers, als er gegen einen Baum fuhr! Der Finne ließ sich dadurch jedoch nicht beirren und holte für Peugeot am Ende den vierten Dakar-Sieg in Folge.

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