Andreas Mikkelsen: Mein Jahr mit Volkswagen

Der Norweger erzählt von seiner Entwicklung seit seinem Debüt mit VW in Portugal im letzten Jahr.
Andreas Mikkelsen erzählt von seinem ersten Jahr mit dem Volkswagen WRC Team.
Andreas Mikkelsen © Volkswagen Motorsport
Von Greg Stuart

Letztes Jahr um diese Zeit bereitete sich Andreas Mikkelsen auf die bisher größte Herausforderung seiner Karriere vor. Bei der Rally de Portugal 2013 gab er sein offizielles Volkswagen-Debüt und der zweifache Gewinner der Intercontinental Rally Challenge hatte die Chance, zu zeigen, wie er sich hinter dem Steuer eines erstklassigen World-Rallye-Wagens schlug.

Seit damals hat der 24-jährige Norweger Höhen und Tiefen erlebt, während er sich an das Leben an der Spitze der Rallyewelt gewöhnte. Jetzt, da die Rally de Portugal diese Woche beginnt, führt uns Andreas Mikkelsen durch die Hektik der vergangenen zwölf Monate…

Rallye de Portugal 2013 – ein Traum wird wahr
Da ich bereits in der IRC-Serie sowie in der WRC einen Škoda Fabia S2000 gefahren war, kannte ich das Volkswagen Team schon gut. Doch mit dem Polo R saß ich in einem richtigen WRC-Wagen…. Und für mich wurde ein Traum wahr, als ich gegen die besten Rallyefahrer der Welt antreten durfte. Doch das stellte auch eine wirklich große Herausforderung für mich dar!

Andreas Mikkelsen erzählt von seinem ersten Jahr mit dem Volkswagen WRC Team.
Andreas' Highlight: der Podiumsplatz in Schweden © Volkswagen Motorsport

Gewöhnung an ein World-Rallye-Auto
Als ich den Polo zum ersten Mal fuhr, fiel es mir schwer, seine Grenzen zu erahnen. Mit ihm kann man so schnell fahren – viel schneller als man sich vorstellen kann, wenn man bis dahin nur andere Rallye-Wagen gefahren ist. Wenn ich dachte, ich wäre zu schnell in eine Kurve gefahren, merkte ich beim Fahren aus der Kurve, dass mehr Tempo drin gewesen wäre. Ich benötigte etwas Zeit, um das Potenzial des Wagens richtig einschätzen zu können und um herauszufinden, wie ich es auch nutzen konnte.

Von Höhepunkten in Schweden…
Bei der Rallye Schweden das erstemal mit dem Team auf dem Podium zu stehen, war fantastisch. Wir haben wirklich hart um den Sieg gekämpft und sind am Ende Zweiter geworden. Aber es war trotzdem klasse. Gleich beim zweiten Event des Jahres – bei meiner Heimat-Rallye – einen Podiumsplatz zu holen, war eindeutig mein bisheriges Highlight mit dem Volkswagen Team.

…zu einem Tiefpunkt in Mexiko
Den Tiefpunkt erreichte ich nach Schweden bei der Rallye Mexiko. Ich fuhr ein gutes Tempo, machte jedoch zwei Fehler an zwei Tagen. Der Unfall in Mexiko, bei dem ich mich überschlug, war auf jeden Fall der größte Crash, den ich hatte, seit ich für VW fahre. Ich bin der erste Fahrer, der sich je mit einem Polo überschlagen hat!

Andreas Mikkelsen erzählt von seinem ersten Jahr mit dem Volkswagen WRC Team.
Andreas ist froh, Jost Capito als Boss zu haben © Volkswagen Motorsport

Über seinen Boss, Jost Capito…
Bei mir als Neuling hätten viele Teammanager sagen können, „OK, du hast ein oder zwei Rallyes Zeit, um zu zeigen, dass du gut genug bist.“ Aber Jost sagte zu mir, „Andreas, lass dir Zeit. Folge deinem Bauchgefühl und wenn du das zweite Jahr in der WRC fährst, dann ist es Zeit, Ergebnisse abzuliefern.“ Er hat mir eine große Chance gegeben, und ich glaube, er hat genau das Richtige getan. Ich bin sehr froh, Jost als Teammanager zu haben.

Über die Zusammenarbeit mit Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala
Das Team ist sehr locker, und es gab nie böses Blut zwischen den Fahrern oder den Co-Piloten. Wir teilen alle Informationen miteinander und für mich hat sich das bisher als perfekt erwiesen. Ich muss noch so viel lernen, über das Auto, die Etappen und vieles mehr. Durch die Zusammenarbeit mit Seb und Jari-Matti, die meiner Meinung nach im Moment die zwei schnellsten Fahrer der WRC sind, konnte ich schnell vieles lernen.

Ein Sieg 2014? Warum nicht?
Ich glaube, alles ist möglich. In Schweden war ich schon kurz davor, machte dann aber auf der letzten Etappe einen Fehler. Aber ja, warum nicht? Ich habe das Gefühl, dass ich dieses Jahr bei vielen Rallyes um einen Podiumsplatz mitfahren kann und mit ein bisschen Glück, wer weiß, wie es am Ende des Jahres aussieht?

Die Rally de Portugal startet am Donnerstag, den 3. April. Mehr Informationen über die diesjährige Rallye findest du hier.

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