Rallye Argentinien: Loebs erster und letzter Sieg

Der WRC-Champ dominierte die Rallye wie kein anderer. Wir blicken zurück auf seine Südamerika-Siege.
Sébastien Loeb in seinem Citroën bei der Rallye Argentinien 2005.
2005 holte Loeb seinen sechsten Sieg in Folge © Citroën Racing
Von Greg Stuart

Während seiner außergewöhnlichen Karriere in der Rallye-Weltmeisterschaft konnte Sébastien Loeb so einige Events dominieren – doch keinen so sehr wie die Rallye Argentinien. Redbull.com wirft einen Blick auf den ersten Argentinien-Sieg Loebs im Jahr 2005 und die sieben aufeinanderfolgenden Siege, die sich daran anschlossen.

2005

Schon bei seiner Ankunft in Südamerika anlässlich der Rallye Argentinien 2005 hatte Sébastien Loeb seinen Namen in den Annalen des Rallyesports verewigt: Bei der vorherigen Runde in Griechenland hatte er seinen fünften Sieg in Folge geholt und damit Timo Salonens Rekord von vier aufeinanderfolgenden Siegen aus der Saison 1985 gebrochen, den der Finne in seinem Peugeot 205 T16 Gruppe-B-Wagen aufgestellt hatte.

Als die Rallye Argentinien 2005 startete, sahen die Zuschauer auf der Schotterpiste rund um die Stadt Córdoba im Norden des Landes einen äußerst entschlossenen Sébastien Loeb hinter dem Steuer. Der Franzose war bereit, den Kampf mit seinen skandinavischen Rivalen aufzunehmen – vor allem mit Marcus Grönholm, dem Champion von 2000 und 2002, sowie Petter Solberg, dem Mann, dem Loeb im Jahr zuvor den Titel weggeschnappt hatte. Am Ende des ersten Tages hatte Loeb einen 31-Sekunden-Vorsprung vor Solberg im Subaru Impreza herausgefahren, und Grönholm lag in seinem Peugeot 307 weitere 13 Sekunden zurück.

Am zweiten Tag zeigte Grönholm eine beeindruckende Leistung, übernahm von Solberg Platz zwei und konnten den Rückstand auf den Führenden auf 26 Sekunden verringern – dennoch konnte Loeb seinen Vorsprung vor dem finnischen Rivalen halten und die Rallye bei seiner dritten Teilnahme gewinnen. Der Sieg in Argentinien brachte Loeb seinen sechsten Sieg in Folge in jener Saison – ein Rekord, der noch immer ungebrochen ist. Mit seinem siebten Sieg der Saison (nach dem Sieg bei der Auftaktrallye in Monte Carlo) brach er Didier Auriols und seinen eigenen Rekord von sechs Siegen in einer Saison – wobei er 2005 letztlich sogar ganze zehn Siege holte! Doch am 17. Juli 2005 nahm die Liebesgeschichte zwischen Sébastien Loeb und der Rallye Argentinien ihren Anfang.

2013

Auch acht Jahre später nahm Loeb an der Rallye Argentinien teil – eine von nur vier WRC-Rallyes, die er in dem Jahr bestritt. In den Jahren dazwischen waren weitere Rekorde gefallen, und Loeb hatte sich zu dem besten Rallyefahrer seiner Generation und vielleicht aller Zeiten entwickelt. Doch nach seinem neunten Titel in Folge in der Saison 2012 hatte der Elsässer beschlossen, seine WRC-Karriere zu beenden.

Neben den zahlreichen Titeln konnte er auch auf eine unglaubliche Erfolgssträhne bei der Rallye Argentinien zurückblicken, die er von 2005 bis 2012 sieben Mal in Folge gewann – ausgenommen 2010, als der Event nicht Teil des WRC-Kalenders war.

Das Jahr 2013 brachte für Loeb viele Veränderungen mit sich. Dennoch konnte er bereits auf einen Sieg in Monte Carlo und einen zweiten Platz in Schweden zurückblicken als er nach Argentinien kam. Und auch wenn Rennen auf Schotterpisten nicht mehr zu seinen Favoriten zählten, wie er Redbull.com vor dem Start der Rallye Argentinien verriet, war klar, dass Loeb in Südamerika den Sieg fest im Visier hatte.

Als Sébastien Ogier, der zukünftige Champion von 2013, in der Anfangsphase der Rallye einen seiner seltenen Fehler beging, ging Loeb in Führung und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Bei seinem achten Sieg in Argentinien wurde der Franzose auf der legendären letzten Etappe von El Condor von 100.000 argentinischen Rallye-Fans bejubelt.

„Es ist toll, die Unterstützung der Fans zu spüren“, sagte ein sichtlich bewegter Loeb nach dem letzten WRC-Sieg seiner Karriere. „Der Sieg hier berührt mich sehr.“

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