RallyCross-Fahrer verstehen keinen Spaß

Die härtesten und skrupellosesten Fahrer der World Rallycross Championship.
Andreas Bakkerud auf dem Podest von Portugal
Andreas Bakkerud auf dem Podest von Portugal © WRX
Von Carl McKellar

Dale Earnhardt sagte einst über die NASCAR: „Das ist nichts für kleine Hündchen - hier pissen die großen Hunde.“ Mit einem neu ausgeschriebenem WM-Titel ist das im RallyCross jetzt nicht anders. Hier kommen die Jungs, mit denen 2014 nur schlecht Kirschen essen sein wird.

Timur Timerzyanov

Die „Russische Rakete“ hat die letzten beiden Europa-Meisterschaften der RX gewonnen. Er weiß, wie er es zu nehmen hat - man frage nur einmal Tanner Foust, der letztes Jahr seinen Zorn zu spüren bekam. Timerzyanov weiß aber auch, wie er seine Kontrahenten psychologisch in den Schwitzkasten zu nehmen hat. Er bleibt im möglicherweise besten Team des Feldes - Hansen Motorsport. Gefahren wird mit dem brandneuen Peugeot 208.

Timmy Hansen

Wenn man ihn trifft denkt man, dass Timmy Hansen keiner Fliege etwas zu Leide tun könnte. Aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen - im tiefsten inneren ist er einer, der die Ellbogen nur allzu gern einsetzt. Auf den letzten Metern wurde er 2013 im Kampf um den Titel noch von seinem Teamkollegen Timerzyanov geschlagen, aber dass hat seinen Sieges-Hunger für 2014 nur noch einmal verschärft.

Petter Solberg

Sicher, er war 2003 WRC Weltmeister. Aber Petter Solberg ist keiner, der sich auf vergangenen Erfolgen ausruht. Nach einer qualvollen Saison 2013, als sein junges Team viele Zuverlässigkeits-Probleme zu bekämpfen hatte, brennt der Norweger auf ein großes Jahr 2014 - und wird sicher mit keinem, der versucht sich ihm in den Weg zu stellen, zimperlich umgehen.

Alexander Hvaal

Nach seiner Krankheit kam Hvaal 2013 zurück und holte für das Hansen Team noch zwei Siege. 2014 fährt er an der Seite seines norwegischen Landsmannes Petter Solberg im selben Citroën, mit dem er auch letztes Jahr gefahren ist. Sein Selbstvertrauen kennt derzeit keine Grenzen.

Andreas Bakkerud

Andreas Bakkerud hat etwas vom teuflisches an sich, wie er 2013 mit einigen soliden Siegen bewiesen hat. Nachdem er ins OMSE Ford Team gewechselt ist, tippen beim WM-Titel viele auf den Norweger. Das einzige, was seinem Ansehen als einem der härtesten im RallyCross schadet ist, dass er auf dem Podest gern anfängt zu singen...

Jacques Villeneuve

Ein paar Saisons in der NASCAR, etwas herumschlittern im Ice Racing - jetzt fährt Villeneuve für die Albatec Peugeot Mannschaft. Dort wird er sich sicher wohlfühlen, wenn es im RX darum geht, auch mal die Ellbogen auszufahren. Und er hat sich schon den Namen gemacht, bedingungslos rein zu halten, ohne Rücksicht auf Verluste - wie bei beim F1-Titelfight 1997 in Jerez gegen Michael Schumacher.

WildCard Asse

Von Zeit zu Zeit darf man mit einigen hochkarätigen „Wildcards“ rechnen, die in dieser Saison die Stamm-Piloten aufmischen wollen. Lydden Hill in Großbritannien (24./25. Mai) ist dafür das beste Beispiel: Tanner Foust, der scheinbar immer, wenn er auf Timerzyanov trifft, mit ihm aneinander gerät, hat die letzten beiden Jahre in Lydden gewonnen. Weiterhin werden mit dem Europa-Vizemeister der RallyCross-Miesterschaft (Davy Jeanney, ersetzte schon Villeneuve) und dem britischen Touring Car Meister Andrew Jordan zwei weitere Hochkaräter dabei sein.

Die Liste der „Bad Boys“ ist damit aber noch nicht zu Ende. DTM-Champ Mattias Ekström hat sein eigenes EKS Team für einige Rennen eingeschrieben, der französische RallyCross King Jerome Grosset-Janin wird auch einige Mal ins Geschehen eingreifen.

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