Wie bereitet sich Marc Coma auf die Dakar vor?

Exklusiv: Die Geheimtipps des viermaligen Dakar-Siegers, um die Rallye der Rallyes zu überstehen.
Marc Coma Training Stress Dakar 2015
Stress-Management © KTM
Von Pablo Bueno

Am 4. Januar startet die 37. Ausgabe des härtesten Rennens der Welt in Buenos Aires (Argentinien). Die Rallye Dakar ist ein zweiwöchiger Sprint durch die Wüsten, Berge, Feuchtgebiete und Salzwüsten von drei Ländern. Das Rennen 2014 galt allgemein als das härteste aller Zeiten, und die Version 2015 verspricht, noch brutaler zu werden.

Wir trafen den amtierenden Motorbike-Champion Marc Coma anlässlich der Präsentation der Dakar 2015 in Barcelona (Spanien), wo er mit Legenden wie Carlos Sainz, Nani Roma, Joan Barreda und Laia Sanz zusammenkam.

Hier verrät uns Marc Coma, wie er sich mental und körperlich auf die Rennqualen der Dakar 2015 vorbereitet...

1. Nicht in Panik geraten!

Der psychologische Aspekt ist in jedem Sport wichtig, aber bei Rallye-Raids ist er ausschlaggebend. Lebenswichtig. Er ist ebenso entscheidend wie der körperliche Aspekt. Zu unserem Training gehören Motivation und Selbstkontrolle, weil wir lernen müssen, mit Stress klar zu kommen, zum Beispiel, wenn wir uns verirren.

Marc Coma Training-Routine Dakar 2015
Routine-Übungen © KTM

2. Sich eine Routine schaffen

Eine Routine kann etwas so Simples sein, wie das automatische Auswechseln der Karten, wenn das Terrain sich verändert und Dünen in Steine übergehen. Unter der Anspannung des Rennens kann man so etwas leicht vergessen. Um also zu vermeiden, dass man den falschen Weg nimmt oder Mechanik-Probleme bekommt, sollten diese Routineabläufe so selbstverständlich sein, dass sie dir in Fleisch und Blut übergehen.

Marc Coma Training Ordnung Dakar 2015
Ordnung ist stets und überall wichtig © KTM

3. Gesundes Motorrad, gesunder Körper

Es ist entscheidend, alles gut durchzuorganisieren und auf dem Motorrad wie auch sonst einer Routine zu folgen. Am Ende einer Etappe sollte man sich also erholen und den Körper hydratisieren.
 

Marc Coma Training Professionelle Hilfe Dakar 2015
Professionelle Hilfe © KTM

4. Mit professioneller Unterstützung arbeiten

Ich gehe zum High Performance Centre of Sant Cugat (hier in Barcelona), das in drei Bereichen arbeitet: Medizin, Psychologie und Ernährung. Dort unterziehen sie mich zwei Belastungstests und zwei oder drei anthropometrischen Untersuchungen, um meine Fett- und Muskelgewebeanteile zu bestimmen.

Marc Coma, Training - Verletzungen vor der Dakar 2015 vermeiden
Wie beugt man Verletzungen vor? © KTM

5. Den Körper einstellen

Ich achte erst seit fünf oder sechs Jahren wirklich auf meine Ernährung. Seitdem habe ich ziemlich viel Gewicht verloren. Das bedeutet, dass ich körperlich schneller wieder fit bin und weniger mit Muskelverletzungen zu kämpfen habe. Aber man muss sich einen guten Anteil an Fettgewebe erhalten, damit man im Notfall einige Reserven hat.
 

Marc Coma, Training, Kalorien vor der Dakar 2015
Unterschiedliche Mahlzeiten, gleich viel Kalorien © KTM

6. Unterschiedliche Mahlzeiten, gleiche Kalorienanzahl

Mein Ernährungsplan ändert sich gewöhnlich alle zwei Monate. Das Menü ist anders, die Kalorienaufnahme bleibt gleich. Vor der Dakar ändert sich das Menü jede Woche. Die Woche unmittelbar vor dem Rennen haben wir einen speziellen Essensplan und während des Rennens muss man das, was man zu sich nimmt, immer den Umständen anpassen, je nachdem, in welchem Land man sich befindet.
 

Marc Coma, Fahrradtraining vor der Dakar 2015
Fahradfahren ist gesund und macht Spaß © KTM

7. Pedal-Power

Ich trainiere fast ausschließlich auf einem Fahrrad. Das ist gesund und macht außerdem Spaß. In der Regel mache ich lange Fahrten auf einem Straßenrad, bis zu fünf Stunden oder 120 Kilometer. Manchmal fahre ich allerdings auch auf einem Mountainbike, der Abwechslung wegen.
 

Marc Coma Training Enduro vor der Dakar 2015
Coma: Das Enduro-Fahren ist gut für meinen Rhytmus © KTM

8. Enduro fahren, um den Rhythmus zu finden

Ich trainiere meinen Fahr-Rhythmus auf einem Enduro-Motorrad. Zu einer typischen Woche gehört das Trainieren in drei Bereichen: Fahrrad, Motorrad und Krafttraining. Jeden Tag trainieren wir zwei dieser Aspekte: morgens gewöhnlich entweder Krafttraining und Motorradfahren für den Muskelaufbau, und nachmittags lange Strecken auf dem Fahrrad.

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