Gómez liefert beim Lagares ab

Alfredo Gómez behielt beim Extreme XL Lagares Enduro gegenüber Teamkollege Jarvis die Oberhand.
Von Jonty Edmunds

Heute übertraf der Schüler den Meister. Nach einer schwierigen Saison mit Krankheit und Verletzungen trat Alfredo Gómez aus dem Schatten seines Husqvarna-Teamkollegen Graham Jarvis hervor und siegte beim Extreme XL Lagares in Portugal.

2014 hatte Gómez erst mit einer akuten Blinddarmentzündung zu kämpfen und brach sich dann einen Fuß – doch nun zeigte er endlich, was in ihm steckt. Das Extreme Lagares gilt als einer der härtesten Events der Saison und der Spanier führte das Feld vom Start weg an. Gómez fuhr ohne Fehler die Abschnitte im Flussbett hinauf, kämpfte sich danach sicher über die mörderischen Hügel im Waldgelände und ließ sich seine Führung nicht mehr nehmen.

Jarvis kam nicht an seinen Teamkollegen heran
Jarvis kam nicht an seinen Teamkollegen heran © Future7Media

Er fuhr in der ersten der zwei Runden einen Vorsprung von fast vier Minuten auf Jarvis heraus, behielt anschließend die Nerven auch auf der letzten quälenden Runde und fuhr schließlich als würdiger Sieger über die Zielllinie.

„Wow, es ist ein unglaubliches Gefühl zu siegen“, sagte ein bewegter Gómez. „Es ist fantastisch, endlich meinen ersten Hard-Enduro-Sieg in einem Jahr zu schaffen, das für mich sehr schwer war. Das Rennen hätte für mich nicht besser laufen können. Ich lag fast immer in Führung – heute war ein großartiger Tag.”

Graham Jarvis hätte seine Hard-Enduro-Saison 2014 gerne mit einem Sieg abgeschlossen, musste sich aber mit Rang zwei zufrieden geben. Er wusste, dass das Rennen lang und anstrengend sein würde, also überließ er Gómez anfangs gerne die Führung. Doch seine Rechnung ging nicht auf, denn zu Beginn der zweiten Runde wurde klar, dass Gómez‘ Tempo unverändert hoch blieb. Dem Briten gelang es zwar, sich kurz an die Spitze zu setzen, doch wegen eines Fehlers rutschte er schon bald wieder auf den zweiten Platz. Der Abstand vergrößerte sich anschließend weiter und so beendete Jarvis das Rennen als Zweiter.

Mario Roman wurde auf seiner Husqvarna Dritter
Mario Roman wurde auf seiner Husqvarna Dritter © Future7Media

Der Spanier Mario Roman überzeugte mit einer der besten Leistungen des Tages und fuhr auf seiner Husqvarna auf den dritten Platz. Roman ist ein Newcomer in der Hard-Enduro-Szene, hatte jedoch keine Mühe, sich den Herausforderungen anzupassen. Am Ende seines Tags stand er als Dritter auf dem Podium, was beweist, dass man ihn als Rider in der Zukunft im Auge behalten muss.

Andreas Lettenbichler hoffte, mit seinem Podiumsplatz beim Red Bull Sea to Sky gleichzuziehen, konnte aber mit dem führenden Trio nicht mithalten. Letti lag fast das ganze Rennen über auf dem vierten Rang und verpasste so am Ende das Siegerpodest knapp.
Dani Gibert – nach einer Knieverletzung nun wieder in Form – sorgte dafür, dass drei Spanier und drei verschiedene Hersteller die Top Five beherrschten, denn er fuhr auf seiner Gas Gas auf Rang fünf.

Zehn Minuten nach Gibert fuhr Ben Hemingway als Sechster in Ziel. Dan Hemingway dagegen, der sich vor kurzem beim Red Bull Hare Scramble das Bein gebrochen hatte, erkämpfte sich heldenhaft Rang sieben und verdrängte den letzen Pro Joäo Ribeiro auf Rang acht.

Letti verpasste das Siegerpodest nur knapp
Letti verpasste das Siegerpodest nur knapp © Future7Media

Die Fragen des Tages – Was waren 2014 eure Höhe- und Tiefpunkte?

Alfredo Gomez: „Dieses Jahr hatte ich zu viele Tiefpunkte. Aber der Sieg hier beim Extreme Lagares ist für mich der beste Moment. Ich hab den Prolog im Stadtzentrum von Porto gewonnen, was ziemlich cool war. Der Prolog in der Nacht war nicht so klasse, aber das Hauptrennen zu gewinnen ist unglaublich. Graham Jarvis ist in jedem Rennen so schwer zu schlagen, aber vor allem beim Extreme Lagares. Dieser Sieg bedeutet mir viel. Aufgrund meiner Verletzungen konnte ich nicht regelmäßig um Podiumserfolge kämpfen. Ich möchte die Tiefpunkte dieser Saison vergessen.“

Graham Jarvis: „Es hat mir viel bedeutet, das Red Bull Sea to Sky zu gewinnen. Es war keineswegs selbstverständlich, zurückzukommen und Johnny dort zu schlagen. Jeder weiß, wie gut er dieses Jahr gefahren ist, also war es ein schönes Gefühl, ihn einmal zu übertrumpfen. Es wird für mich immer schwieriger zu siegen, weil Jonny und Alfredo immer besser werden. Beim Red Bull Romaniacs hätte ich mir einen größeren Erfolg gewünscht. In Erzberg war nach meinem Sturz am Anfang klar, dass es für mich ein harter Kampf werden würde, aber beim Romaniacs, einem Rennen, das ich wirklich liebe, wollte ich siegen. Ich bin gut gefahren, aber Jonny war wie entfesselt.“

Mario Román: „Ich habe nicht viel Erfahrung im Hard Enduro, aber natürlich ist das das Glanzlicht meiner Saison. Normalerweise fahre ich in der Enduro-Weltmeisterschaft, aber 2015 möchte ich an weiteren Hard-Enduro-Rennen teilnehmen und hoffe, dass dieses Ergebnis mir helfen wird. Mit dem dritten Platz bin ich sehr zufrieden. Ein wirklich schlechtes Ergebnis habe ich eigentlich nicht, weil mein einziges weiteres Hard-Enduro-Rennen dieses Jahr Erzberg war – und das war ein unglaubliches Erlebnis.“

Das Beste von RedBull.com auch unterwegs? Hol dir die App unter RedBull.com/app.

read more about
Zur nächsten Story