Familienbande im Rallyesport

Von den McRaes bis zu den Solbergs: Ein Blick auf die größten Rallye-Dynastien.
© Francois Baudin/DPPI
Von Greg Stuart

Ohne Beziehungen ist es schwierig, im Rallyesport den Einstieg zu schaffen. Aus diesem Grund haben viele Top-Rallyefahrer Väter, Mütter, Onkels oder Cousins zweiten Grades, die schon vor ihnen angetreten sind, ihnen einen Wagen leihen können, über technische Hilfsmittel verfügen und vielleicht sogar einen kleinen Wald besitzen, der beim Start in die Karriere hilft.

RedBull.com wirft einen Blick auf die erfolgreichsten Familien im Rallyesport.

Die Solbergs

Henning und Petter Solberg gehören zur wohl größten Familie der Branche und begannen mit Bilcross, einer billigen Rallycross-Variante in Norwegen. Sie traten damit in die Fußstapfen ihrer Eltern Terje und Tove. Petter wurde 1995 und 1996 zum norwegischen Bergrenn- und Rallycross-Champion gekürt, 1998 wurde er norwegischer Rallye-Meister und 2003 Rallye-Weltmeister mit Subaru.

Henning tat es seinem jüngeren Bruder gleich und wurde von 1999-2003 norwegischer Rallye-Champion. Anschließend zog es ihn zur WRC, wo er heute noch antritt, zuletzt in einem Ford Fiesta RS WRC bei der diesjährigen Rallye Finnland. Petters Karriere hingegen kam ins Stocken, nachdem Ford sich Ende 2012 von der WRC zurückzog. Doch anstatt aufzugeben, kehrte Petter zurück zum Rallycross und gewann jüngst den ersten Rallycross-Weltmeistertitel!

Als wäre das noch nicht genug, startet auch Hennings Stiefsohn Pontus Tideman regelmäßig bei der WRC und gewann im letzten Jahr die Rallye-Juniorenweltmeisterschaft. Petters Ehefrau Pernilla wiederum ist die Tochter des ehemaligen Volvo-Werksfahrers Per-Inge Walfridsson und ebenfalls eine erfolgreiche Rallyefahrerin.

Die McRaes

Die McRaes sind Großbritanniens erfolgreichste Rallye-Familie. Ihr Oberhaupt ist Jimmy, ein fünffacher britischer Rallye-Champion. Jimmys Söhne Colin und Alister waren ebenfalls britische Champions, Colin gewann 1995 zudem den Weltmeistertitel – im selben Jahr holte Alister den britischen Titel.

Colins wilder Style auf den Rallye-Bühnen dieser Welt brachte ihm viele Fans ein, und bezogen auf Siege ist er bis heute der vierterfolgreichste Rallyefahrer aller Zeiten. Alister hingegen konnte nie auf Spitzenfahrzeuge zurückgreifen und die Erfolge seines Bruders deshalb nicht wiederholen, trotzdem war er ein angesehener Fahrer. Sein bestes Ergebnis in der WRC war Platz vier.

Die Evanses

Noch mehr britische Motorsport-Royals: Gwyndaf Evans und sein Sohn Elfyn nahmen beide an der britischen Rallye-Meisterschaft teil. Während Gwyndaf 1996 den Titel holte, sicherte sich Elfyn 2012 die R2-Meisterschaft.

Anders als sein Vater bekam Elfyn die Chance, sich auch international einen Namen zu machen: 2014 verpflichtete ihn Malcolm Wilsons M-Sport Team als Partner von Mikko Hirvonen. Sein bislang bestes Ergebnis in seiner ersten kompletten Saison in einem World Rally Car war ein beeindruckender vierter Platz. Im kommenden Monat strebt er bei seinem Heimevent, der Wales Rally GB, ein noch besseres Resultat an.

Pauli Toivonen mit seinem Citroën DS21 bei der Rallye Monte-Carlo 1966.
Pauli Toivonen in seinem Citroën DS © DPPI

Die Toivonens

Der Finne Pauli Toivonen war in den 1960er-Jahren in einem der ungewöhnlichsten Wagen erfolgreich, die jemals bei Rallyes antraten – dem Citroën DS. Pauli lebte in Paris, während er für Citroën fuhr, und tauchte so tief in die Landeskultur ein, dass er seinem erstgeborenen Sohn einen französischen Namen gab: Henri.

Henri Toivonen und sein jüngerer Bruder Harri traten in Paulis Fußstapfen. 1980 gewann Henri mit der Lombard RAC Rally in Großbritannien als jüngster Fahrer aller Zeiten ein WRC-Event. Henri war Werksfahrer für Talbot, Opel und Prodrive (Porsche 911), bevor er 1985 von Lancia unter Vertrag genommen wurde. Ein Jahr später, als er trotz Grippeerkrankung bei der Tour de Corse antrat, kam Henris Delta S4 von der Straße ab und ging in Flammen auf. Weder Toivonen noch sein Beifahrer Sergio Cresto überlebten den Unfall. Damit bekam die Rallye-Welt keine Chance, die weitere Entwicklung dieses Talents zu verfolgen.

Wie im Falle von Alister McRae wurde auch Harri Toivonens Rallye-Karriere von seinem Bruder überschattet. Anfang der 1990er wechselte er zu Sportwagenrennen, konnte aber nur wenige gute Ergebnisse erzielen.

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