Wie Sébastien Ogier Doppelweltmeister wurde

Der neue WRC-Champion exklusiv über sein hartes Jahr 2014 – und dazu das Video von seinem Triumph.
Von Greg Stuart

Sébastien Ogier gewann 2013 den World Rally Championship-Titel auf dominierende Weise mit dem größten Punktevorsprung aller Zeiten in der Geschichte der WRC. Er siegte in neun von 13 Runden in seiner ersten Saison am Steuer des Volkswagen Polo R WRC.

Für seinen Titel 2014 musste er jedoch härter kämpfen und schwere Unfälle bei der Rallye Deutschland im August machten seine Hoffnungen auf einen Titelverteidigung beinahe zunichte.

Ogier sprach exklusiv mit RedBull.com, nachdem er bei der Rally de España am letzten Wochenende den Titel geholt hatte – die Höhepunkte davon könnt ihr euch oben im Video ansehen – und verriet uns, welche drei negativen Faktoren er in positive verwandeln musste, um zum zweiten Mal Weltmeister zu werden.

1. Die Rallye Deutschland als Alarmsignal

So wenig motiviert war ich in meiner ganzen Karriere nicht

Ein zunehmend frustrierter Sébastien Ogier beschwerte sich gegenüber den Medien, dass eine neue Rallye-Regel 2014, nach der der Meisterschaftsführende zuerst auf die Straße muss, ihn benachteiligen würde. Die Lage spitzte sich zu, als Ogier in Deutschland mit seinem Polo R WRC zwei Mal crashte – wie ihr im Video unten sehen könnt.

„Die Rallye Deutschland war für mich ein schwieriger Moment, weil ich mental nicht gut drauf war. So wenig motiviert war ich in meiner ganzen Karriere nicht. Ich machte mir auch Sorgen um die zukünftigen Regeln in unserem Sport und ich war zu dem Zeitpunkt nicht hundertprozentig auf meinen Job konzentriert.“

„Dieser heftige Crash war für mich ein Warnsignal. Ich musste etwas tun, weil ich mich und auch Julien [Ingrassia, Sébastiens Beifahrer] in Gefahr brachte. Wir hatten einen wirklich schweren Unfall und es war wirklich höchste Zeit, zu reagieren und etwas zu tun.“

Sébastien Ogier küsst seine Frau Andrea Kaiser bei der Rally de España 2014, wo er seinen zweiten WRC-Titel in Folge holte.
Ogiers Frau Andrea Kaiser half, ihn zu motivieren © McKlein Image Database

2. Die Versuchung, aufzuhören

Für mich gab es zwei Möglichkeiten: es wieder so zu tun wie immer, das heißt mit 100 Prozent Motivation und Engagement, oder aufzuhören

Auch wenn Ogier nicht sagt, wie kurz er nach dem Unfall vor dem Aufgeben stand, gibt er zu, dass er daran gedacht hat. Doch anstatt der WRC den Rücken zu kehren, nahm er die Unterstützung der Leute in seinem WRC-Umfeld an, um das Ruder herumzureißen.
„Einige Leute im Team – der Chef Jost Capito, meine Frau – halfen mir und wir führten lange Gespräche. Für mich gab es zwei Möglichkeiten: es wieder so zu tun wie immer, das heißt mit 100 Prozent Motivation und Engagement, oder aufzuhören. Also entschied ich mich weiterzumachen. Und schon bei der nächsten Rallye waren wir wieder stark und konnten in Australien siegen.“

Sébastien Ogier and his Volkswagen Polo R WRC team-mate Jari-Matti Latvala at 2014 Rally Finland.
Latvala machte es 2014 für Ogier sehr schwer © Volkswagen Motorsport

3. Latvalas Aufstieg

Ich glaube, jeder kann erkennen, dass Jari-Matti dieses Jahr besser ist und einen großen Schritt nach vorne gemacht hat

Während Ogier mit seinen eigenen Problemen zu tun hatte, musste der Franzose auch mit der Bedrohung durch einen neu erstarkten Jari-Matti Latvala klarkommen.

„ Ich glaube, jeder kann erkennen, dass Jari-Matti dieses Jahr besser ist und einen großen Schritt nach vorne gemacht ha. Für mich war das aber keine Überraschung, denn ich kenne ihn schon lange und weiß, dass er ein schneller Fahrer ist. Aber klar, er hat mehr Selbstvertrauen und daher ist er heute ein so starker Konkurrent. Ich finde, dadurch war die Meisterschaft für die Fans spannender. Und ich würde sagen, weil ich hart arbeiten und dann diese Art von Zweikampf gegen ihn gewinnen konnte, habe ich meine Siege umso mehr genossen.“

Sébastien Ogier feiert seinen zweiten Weltmeistertitel bei der Rally de España 2014 und RedBull.com erinnert an seine Saison 2014.
Ogier feiert seinen Sieg deutlich erleichtert © Volkswagen Motorsport

Das Schlusswort: Ich bin glücklich, Doppelweltmeister zu sein

„Dieser Titelgewinn war eindeutig knapper und intensiver. Bei jeder Rallye musste ich mehr geben. Aber ich freue mich, dass ich meinen ersten Titel aus dem letzten Jahr bestätigt habe. Es ist eine enorme Leistung, das Ziel und den Traum zu verwirklichen, Weltmeister zu werden. Aber es noch einmal zu schaffen, ist natürlich noch besser. Ich bin also wirklich glücklich.“
 

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