Red Bull GRC 2014: Sieg für Joni Wiman

Der Supercar-Rookie holt sich in seiner ersten Saison den Titel vor Ken Block.
Von Bayo Olukotun

Die letzte und entscheidenden Runde bescherte der Red Bull Global Rallycross-Meisterschaft 2014 im The LINQ in Las Vegas, NV, ein grandioses Ende. Der finnische Fahrer Joni Wiman holte in seiner Rookie-Saison den Titel vor seinem Rivalen Ken Block.

Heats

Im ersten Heat konnte Block einen super Start hinlegen und in Führung gehen. Er ließ dem Rest des Feldes keine Chance und siegte mit überzeugender Leistung. Schon im Qualifying am Tag zuvor und am Mittwoch hatte Block keine Fehler gemacht und Wimans Punktevorsprung langsam geschmälert, sodass nach dem ersten Heat nur noch zehn Punkte zwischen den beiden Konkurrenten lagen.

In Heat 2 und Heat 3 holte sich das VW-Beetle-Duo Scott Speed und Tanner Foust den Sieg. Foust zeigte in seinem kleinen VW - auch ohne Chance auf den Titel - auf der Strecke eine mehr als überzeugende Leistung, und auch Speed holte sich seinen Sieg mit geschicktem Fahrkönnen.

Joni Wilman Packendes Finale Red Bull Global Rallycross Las Vegas 2014
Ein packendes Finale beim Red Bull GRC Vegas © Garth Milan/Red Bull Content Pool

Halbfinale

Im Halbfinale zeigte sich, unter welchem Druck die Fahrer standen: Block und Wiman mussten im selben Rennen gegeneinander antreten und auch wenn es ein sauberer Kampf war, wurde deutlich, dass die Nummer eins und die Nummer zwei etwas beweisen mussten. Block holte den Sieg, doch Wiman kam direkt hinter ihm auf Platz zwei ins Ziel – und die Fans durften sich auf ein äußerst spannendes Finale freuen.

Bucky Lasek, der diese Saison Höhen und Tiefen erlebt hat, holte in seinem Halbfinale den Sieg und wurde vom Publikum in Sin City freudig bejubelt.

Last Chance Qualifier

Großes Aufsehen erregte die Aufgabe von Nelson Piquet Jr., der wegen eines Getriebeschadens kurz vor dem LCQ seinen Start absagen musste und seine Hoffnungen auf den Titel damit begrub. Dank seiner Erfolge zu Beginn der Saison lag Piquet vor dem Event in Los Angeles in Führung, doch die letzten vier Runden der Meisterschaft liefen für den Brasilianer eher schlecht als recht. Vor dem Rennen in Las Vegas hatte Piquet rein rechnerisch immer noch eine Chance auf den Titel, die jedoch mit dem verpassten LCQ endgültig vergeben war.

Supercar-Finale

Alles war bereit für das große Finale und als die Ampeln auf Grün sprangen, startete für die zehn Fahrer der Kampf um den Sieg. Doch das Rennen endete zunächst schon in der ersten Kurve: Speed fuhr von außen nach innen und rammte dabei Lasek. Die zwei Wagen kamen ins Schleudern und fuhren gegen die Absperrung. Der Vorfall bescherte dem Feld eine rote Flagge und den Neustart – und erhöhte erneut den Druck auf die Titelrivalen.

Beim Neustart ging Block in Führung, gefolgt von Lasek, Wiman und Speed. Der Hoonigan-Racing-Fahrer konnte seinen Vorsprung ausbauen und tat alles, um sich den Titel zu holen. Hinter ihm kämpfte Wiman um den Anschluss, nachdem er zuvor von Speed überholt worden war.

Natürlich wusste Wiman, was er zu tun hatte – wollte er den Titel, dann musste er das Rennen auf Platz zwei oder besser beenden. Der Olsberg-Racing-Fahrer nutzte die Joker-Lane zu seinem Vorteil und konnte so sowohl Speed als auch Lasek überholen. Damit lag er genau auf dem Platz, den er brauchte.

Niemand konnte Block vorne das Wasser reichen. Er zeigte wie auch schon im Qualifying eine fehlerlose Leistung auf der schwierigen Strecke und holte den Sieg. Doch Wimans zweiter Platz besiegelte das Schicksal beider Fahrer. Joni gewann in seiner Rookie-Saison den Titel der Supercar-Meisterschaft 2014.

Joni Wiman

„Ich freue mich so für das Team. Wir haben das ganze Jahr über an uns geglaubt… Ich wollte direkt hinter Ken ins Ziel kommen und das habe ich geschafft. In den letzten fünf Runden konnte ich an nichts anderes als die Meisterschaft denken. Ich erhielt nicht die Anweisung, die Joker-Runde zu fahren, aber ich sah meine Chance und nutzte sie.“

Ken Block

„So wie die Punkte verteilt waren, lag es leider nicht in meiner Hand – sondern allein daran, wie Joni abschneiden würde. Er zeigte eine tolle Leistung und fuhr auf die richtige Position. Wenn er nur einen Platz weiter hinten gelandet wäre, hätten wir die Meisterschaft geholt. Wir haben unser Bestes gegeben und das ganze Rennen über geführt. Doch es hat nicht gereicht. So ist es im Rennsport nun mal.“

Mitchell DeJong im GRC Lites Wagen in Las Vegas
Mitchell DeJong im GRC Lites Wagen in Las Vegas © Garth Milan/Red Bull Content Pool

GRC Lites

In Las Vegas überzeugte Mitchell DeJong mit einem hervorragenden Sieg – so wie er es schon die ganze Saison über getan hat. Nach dem Start von Position vier arbeitete sich DeJong, der schon zuvor in Seattle zum GRC Lites 2014 Champion gekrönt worden war, langsam aber sicher durch das Fahrerfeld – sicher an Austin Cindric und Andreas Bakkerud.

Mitchells Stärke in den Kurven war eindeutig ein Vorteil und so konnte er die Führenden nach und nach einholen, obwohl er in der Eröffnungsrunde als einziger Fahrer nicht die Joker-Runde gewählt hatte. Als er sich Bakkerud näherte, nutzte er schließlich den Joker, überholte und ging in Führung. Er fuhr damit zum siebenten Mal in dieser Saison als Erster über die Ziellinie – ein „GRC Lites“-Rekord, der sicher eine Weile bestehen wird.

Alle Ergebnisse sowie mehr Fotos, Videos und Artikel findet ihr auf Red Bull Global Rallycross.

read more about
Zur nächsten Story