Nasser Al-Attiyah bei härtester Rallye der Welt

Die Vorbereitung von Dakar-Sieger Nasser Al-Attiyah auf eine physisch-psychische Bewährungsprobe.
Von Anthony Peacock

Nasser Al-Attiyah, Dakar-Sieger, Rallye-Champion und Meisterschütze (er gewann eine olympische Bronzemedaille im Skeetschießen, wusstet ihr das nicht?) geht bei der Rallye Dakar 2015 wieder an den Start, am Steuer eines Diesel-MINI mit Allradantrieb.

Der Fahrer aus Katar kann auf eine beeindruckende Bilanz bei diesem Rennen verweisen: Zweiter hinter Carlos Sainz 2010, Sieger 2011 und Dritter letztes Jahr hinter Nani Roma und dem neuen Peugeot mit Stéphane Peterhansel.

Jetzt ist Al-Attiyah bereit für einen neuen Anlauf bei der Dakar, die 2015 in einer 9000km langen Route mit Start und Ziel in Buenos Aires (Argentinien) besteht und durch Bolivien und Chile führt.

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Als Waffe setzt Al-Attiyah auf den MINI ALL4 Racing, vom Qatar Rally Team. In dem Auto stecken ein 3-Liter-Dieselmotor mit Turbolader und ein Allradantrieb – damit sollte er gut für die südamerikanischen Wüstendünen und Bergstraßen gewappnet sein.

Al-Attiyah steckt gerade mitten in den Vorbereitungen für seine elfte Dakar und RedBull.com hatte die Gelegenheit, mit dem unbeschwerten Piloten aus Katar zu sprechen, um zu erfahren, was man braucht, um beim berühmtesten Rallye-Rennen der Welt Erfolg zu haben…

Nasser, freust du dich sehr auf die Dakar im nächsten Jahr?
Ich freue mich unsäglich darauf, mit MINI und Red Bull wieder bei der Dakar anzutreten. Das letzte Mal wurde ich mit diesem Auto Dritter, aber das war damals eine recht kurzfristige Entscheidung, daher hatten wir nicht viel Zeit für Tests und die Vorbereitung. Jetzt sind wir in einer guten Ausgangslage und können uns angemessen vorbereiten, also werden wir natürlich alles daran setzen zu siegen.

Nasser Al-Attiyah fährt bei der Rallye Dakar 2015 einen MINI ALL4 Racing.
Al-Attiyah hat schon Erfahrung mit dem MINI © Frederic Le Floch/DPPI

Wie sehr helfen dir deine Erfahrungen mit Etappen-Rallyes in der Wüste?
Auch wenn die Autos sich unterscheiden, hilft es schon sehr. Beim Bremsen die richtige Linie fahren, die Beschleunigung, das Schliddern auf dem Schotter… das ist gleich. Allerdings sind Dakar-Wagen schwerer und nicht so schnell, also muss man einen anderen Fahrstil pflegen. Dennoch muss man ein Gefühl für Rallyes haben und da hilft die Erfahrung mit Rallye-Wagen auf jeden Fall.

Man muss langfristig denken, aber trotzdem ist es ein Sprint.

Was braucht man, um bei der Dakar erfolgreich zu sein?
Vieles, aber vor allem ein starkes Auto, Besonnenheit und viel Energie. Es ist kein einfaches Rennen: Alles ist ziemlich komplex und man muss genau überlegen, was man tut, und die Erfahrung voll ausnutzen. Die Pace muss gut sein, und man muss die Balance finden – die richtige Geschwindigkeit, ohne zu viel Risiko einzugehen. Das ist das Wichtigste! Man muss langfristig denken, aber trotzdem ist es ein Sprint – 2010 wurde ich beispielsweise mit zwei Minuten Abstand Zweiter hinter Carlos Sainz. Außerdem braucht man einen guten Co-Piloten, denn die Navigation hat es in sich.

Nasser Al-Attiyah fährt bei der Rallye Dakar 2015 einen MINI ALL4 Racing.
Nasser Al-Attiyah: Die Dakar ist etwas Besonderes © Frederic Le Floch/DPPI

Dieses Jahr wird Mathieu Baumel zum ersten Mal bei der Dakar dein Co-Pilot sein. Wird das nicht schwierig?
Nein, denn wir sind schon zusammen Rallyes gefahren und haben bei der Cross-Country-Meisterschaft dieses Jahr zwei Events gewonnen. Wir kennen uns also schon gut. Er ist sehr nett, professionell und ruhig. Er hat sogar angefangen, ein wenig Arabisch zu lernen. Wobei, wenn er im Auto auf einmal Französisch redet, weiß ich, dass ich vom Gaspedal gehen sollte!

Es ist ein Rennen, bei dem alles mit dabei ist.

Du hast bei Olympia eine Medaille gewonnen und bist nicht nur Rallye-Champion [Al-Attiyah gewann bei der Wales Rally GB letztes Wochenende die WRC2-Weltmeisterschaft 2014], sondern auch Dakar-Sieger. Welche Rennen bevorzugst du?
Man kann diese Events unmöglich miteinander vergleichen, aber es stimmt wohl, dass die Dakar ein ganz besonderes Rennen ist. Man kann es schwer beschreiben, aber es ist ein Rennen, bei dem alles mit dabei ist. Es stellt so viele Aspekte des Fahrens und der Teamarbeit auf den Prüfstand, und man durchfährt unglaubliche Landschaften. Die Dakar liegt mir sehr am Herzen und ich kann es kaum erwarten, wieder daran teilzunehmen.

Die ganze Action der Dakar 2015 könnt ihr auf RedBull.com/Dakar mitverfolgen.

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