Wie man die Dakar in einem brandneuen Auto gewinnt

Wir erkunden in drei Schritten, wie der Peugeot 2008 DKR bei seinem Dakar-Debüt triumphieren kann.
Von Anthony Peacock

Das von Red Bull unterstützte Peugeot-Team will nächsten Monat die Rallye Dakar gewinnen. Doch die Sache hat zwei Haken: Zum einen ist der letzte Peugeot-Sieg 25 Jahre her und zum anderen hat das Auto nur Zweiradantrieb – und das letzte Mal, dass ein Auto ohne Allradantrieb die Rallye gewinnen konnte, war im Jahr 2000.

Für einen Sieg von Peugeot spricht aber das erfolgreichste Fahrerteam in der Geschichte der Dakar, das vom elffachen Sieger Stéphane Peterhansel (sechs Siege auf dem Motorrad, fünf im Auto) angeführt wird. Dazu kommen Carlos Sainz (zweifacher Rallye-Weltmeister und Dakar-Sieger 2010) und Cyril Despres (fünf Dakar-Siege auf dem Motorrad).

Wie kann man die härteste Rallye der Welt mit einem völlig neuen Auto gewinnen? Wir fragten Peterhansel, der uns in drei einfachen Schritten erklärte, wie man die Dakar gewinnt.

Schritt eins: Die Geschwindigkeit bestimmen

„Wir wissen, dass wir schnell sind“, so Peterhansel. „Unser größtes Problem ist allerdings, dass wir nicht wissen, wie schnell wir im Vergleich mit den anderen sind. In der ersten Phase der Rallye müssen wir unsere Geschwindigkeit einschätzen und herausfinden, welches Tempo wir dem Auto abverlangen können. Das ist der wichtigste Teil der Strategie, denn auf diesem Wissen basieren alle weiteren Entscheidungen.“

Schritt zwei: Die eigenen Stärken ausspielen

„Man muss genau wissen, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen“, fügt Peterhansel hinzu. „Unser Auto basiert auf einem neuen Konzept, das sich von allen anderen unterscheidet. Es wird also Strecken geben, auf denen wir im Vorteil sind. Da müssen wir noch härter angreifen. Mit Zweiradantrieb muss man wirklich sauber fahren, um schnell zu sein. Man darf nicht zu viel querstehen, das dürfen wir nicht vergessen.“

© Flavien Duhamel/Red Bull Media House

Schritt drei: Zuverlässigkeit ist Trumpf!

„Bei einem neuen Auto wie unserem ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas schiefgeht höher als bei einem deutlich ausgereifteren Auto wie dem MINI“, so Peterhansel. „Deswegen muss man versuchen, mit dem Auto so umsichtig wie möglich umzugehen, damit man eine gute Chance hat, das Ziel zu erreichen. Man muss nicht auf jeder Etappe der Schnellste sein, um die Dakar zu gewinnen. Ich werde nicht vom Start weg direkt Vollgas fahren.“

Man muss nicht auf jeder Etappe der Schnellste sein, um die Dakar zu gewinnen.

Da das Team mit drei Autos am Start ist, wird Peugeot die Fahrer wahrscheinlich mit unterschiedlichen Strategien ins Rennen schicken. Sainz, seit jeher für sein hohes Tempo bekannt, könnte die Rolle des „Hasen“ spielen und den Tempomacher für die Konkurrenz geben. Peterhansel wird sicher etwas zurückhaltender fahren. Und Despres wäre sicher schon froh, bei seinem ersten Dakar-Start auf vier Rädern das Ziel zu erreichen. Daher wird er in Sachen Geschwindigkeit wohl hinter Peterhansel bleiben.

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