Bereit für Rally Raid: Die Gladiatoren der Neuzeit

Um bei Rallyes das Verletzungsrisiko zu minimieren, tragen Athleten Schutzanzüge wie Gladiatoren.
Von Tomas Marcco und Florencia Bouza

Keine leichte Aufgabe: Mit dem Motorrad tausende von Kilometern durch Dünen, auf Feldwegen und über Berge ein Rennen zu fahren. Aber genau das ist es, um was es in der Cross-Country Rallye Weltmeisterschaft und bei der Rallye Dakar für die Piloten zu meistern gilt.

Der vierfache Weltmeister Marc Coma gehört zu den besten Fahrern in der Geschichte dieses Sportes. Der Red Bull KTM Pilot weiß nur zu gut, dass er besonders nach versteckten Gefahren und Fallen Ausschau halten muss. Um das Risiko ernsthafter Verletzungen so gering wie möglich zu halten, braucht er also die richtige Schutzausrüstung.

Vor dem Start einer jeden Rallye-Etappe legt der Spanier daher seine Rüstung an: Helm, Knieschützer, Stiefel, die „besser zu einem Gladiator als einen Athleten passen“ würden:

Helm und Brille sind das wichtigste Ausrüstungsstück für einen Rallye-Piloten
Helm und Brille: Das wichtigste © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Kopf: Das Wichtigste ganz oben

Das wichtigste Teil der Ausrüstung ist der Helm. Die Piloten brauchen einen robusten Vollhelm, der dabei trotzdem leicht und für den Wettbewerb zugelassen ist. Die Brille hat verschiedene Gläser, die auf die Bedingungen angepasst werden können. Außerdem können sie im Falle einer Beschädigung - wie zum Beispiel Kratzern - leicht ausgewechselt werden.

Ein Brustpanzer gegen schwere Schläge ist ein Muss für einen Rallye Piloten
Gio Sala legt seinen Brustpanzer ab © Pablo Bueno

Oberkörper: Schutz vor Schlägen

Eines der neuesten Parts im Equipment ist der Halsschutz, der erst vor wenigen Jahren eingeführt wurde. Er hat dabei geholfen, Rücken- und Wirbelverletzungen zu vermeiden.

Bei der Dakar müssen die Fahrer mit allen erdenklichen Temperaturen klar kommen, aber selbst in der sengenden Hitze der Wüste muss alle Schutzausrüstung getragen werden. Marc Coma weiß, dass nur ein kleiner Stein so schwere Verletzungen herbeiführen kann, dass man zur Aufgabe gezwungen werden kann. Zuerst wird der Brustpanzer angelegt, der eben Brust, Rücken, Schultern und Ellbogen schützt. Oben drüber kommt ein gepolsterter Jersey. In dem sind Taschen integriert, wo verschiedene Dokumente und zum Beispiel Energie-Riegel leicht erreichbar verstaut werden können. Außerdem sind einige Reißverschlüsse zur besseren Belüftung integriert.

Für Beine und Füße... Rallye-Piloten fahren mit Stiefeln und Knieschützern.
Beine und Füße... © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Arme und Beine: Schutz der Gliedmaßen

Die Handschuhe von Marc Coma sollen seine Finger und Hände im Falle eines Sturzes schützen, müssen aber dennoch flexibel, komfortabel und gefühlsecht genug sein, um ihm die bestmögliche Kontrolle zu ermöglichen. Die Beine werden durch robuste Stiefel und Knieschoner geschützt.

Bei Stürzen und Unfällen - oder sogar nur kritischen Situationen -, ist die Schutzausrüstung das Wichtigste für den Piloten. Noch wichtiger sind dabei wohl nur die Fähigkeiten und das Talent des Fahrers - sie sind der beste Schutz, den er haben kann.

Der beste Pilot weiß, wie man ein Rennen einteilt, hat unglaubliche Technik, einen ausprägten Instinkt und er kennt seine Maschine und seine Mittel in- und auswendig. Er setzt seine Erfahrung ein, um Unfälle zu vermeiden, die sein Rennen frühzeitig beenden könnten. Wenn das alles einen Piloten am besten beschreibt, dann ist das Marc Coma.

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