Dakar 2015: Coma schnappt sich Tageswertung

Coma und Vasilyev gewinnen die fünften Etappe der Rallye Dakar 2015.
Von Jonathan Campkin & Toni Börner

Die fünfte Etappe der Rallye Dakar 2015 startete am Donnerstag in Copiapo in Chile. Alle Klassen und Kategorien hatten heute die gleiche Route abzuspulen.

Durch Chile hinweg ging es für die Motorräder, Autos, Quads und Trucks auf eine 458 Kilometer lange Sonderwertungsprüfung, die in Antofagasta endete. Schnelle Abschnitte gehörten ebenso dazu, wie das berüchtigte „Fesh-Fesh“ - ein ganz feiner Sand, der vielleicht fest und stabil aussieht, aber eher wie eine Art Treibsand ist.

Motorräder: Coma schnappt sich die Tageswertung

Mit 02:16 Minuten Vorsprung schnappte sich der vierfache Dakar-Sieger und Red Bull KTM Pilot Marc Coma den Sieg auf der fünften Etappe der Motorräder. Der Spanier überkam dabei seinen Landsmann Joan Barreda auf der Honda.

Coma drehte den Spieß vom Vortag um: Der 38-jährige Spanier fuhr einen zweiminütigen Rückstand vom Start zu. Am achten Wegpunkt hatte er die Führung übernommen und diese dann bis ins Ziel nicht mehr hergegeben. Barreda lag zu jenem Zeitpunkt noch auf dem fünften Rang, doch am WP10 hatte er sich auf zwei vorgearbeitet.

Nach zwei zweiten Plätzen vom Dienstag und Mittwoch, wollte Coma heute unbedingt in der Gesamtwertung Boden auf Barreda gut machen. Er sammelte seinen ersten Etappen-Sieg der diesjährigen Ausgabe.

Lokalmatador Pablo Quintanilla rundete die Top Drei des Tages ab.

Ergebnis 5. Etappe Motorräder:
1. Marc Coma (KTM), 4h 38m 16s
2. Joan Barreda (Honda) +2m 16s
3. Pablo Quintanilla (KTM), +2m 40s
4. Stefan Svitko (KTM), +3m 54s
3. Paulo Gonçalves (Honda), +04m 37s

Gesamtstand Motorräder nach 5 Etappen:
1. Joan Barreda (Honda), 13h 10m 33s
2. Marc Coma (KTM), +10m 33s
3. Paulo Gonçalves (Honda), +22m 50s
4. Pablo Quintanilla (KTM), +31m 06s
5. Jordi Viladoms (KTM), +36m 23s

Autos: Vasilyev gewinnt Krimi

Vladimir Vasilyev hat Mini einen weiteren Erfolg beschert und seinen ersten Tages-Sieg bei der Dakar gefeiert. Auf der fünften Etappe sah er das Ziel knapp vor Yazeed Al-Rajhi.

Der Russe machte von Beginn weg Druck und übernahm am CP1 die Führung, später legte Al-Rajhi eine Schippe nach. Trotzdem konnte Vasilyev den Sieg nach Hause bringen.

Robbie Gordon, der bislang von einer Panne zur nächsten eilte, wurde Dritter. Damit ist er bei der Dakar bisher mit drei unterschiedlichen Herstellern in die Top Drei gefahren.

Nasser Al-Attiyah mag zwar die Etappe nicht gewonnen haben, doch er zeigte eine weitere solide Leistung und baute seine Führung auf Giniel de Villiers weiter aus.

Ergebnis 5. Etappe Autos:
1. Vladimir Vasilyev (Mini), 4h19’18"
2. Yazeed Al-Rajhi (Toyota), +00’20”
3. Robby Gordon (Gordini), +01’25”
4. Nasser Al-Attiyah (Qatar Rally Team) +03'24"
5. Stephane Peterhansel (Peugeot) +04'04"

Gesamtstand Autos nach 5 Etappen:
1. Nasser Al-Attiyah (Qatar Rally Team) 16h 53'26"
2. Giniel de Villiers (Toyota) +10’35”
3. Yazeed Al-Rajhi (Toyota) +20’29”
4. Krzysztof Holowczyc (Mini) +48’55”
5. Eric van Loon (Mini) +53’25”

Stéphane Peterhansel - Dakar 2015 Etappe 5
Peterhansel weiterhin stark in Form © Red Bull Content Pool

Stéphane Peterhansel war einmal mehr Top-Pilot im Team Peugeot Total. Der Franzose schaffte zum zweiten Tag in Folge den Sprung in die Top Fünf. Der elffache Dakar-Gewinner kommt mit seinem Peugeot 2008 DKR immer besser zurecht und mischt nun munter an der Spitze mit.

Pech für seinen Teamkollegen Carlos Sainz: Der Spanier folgte im Wüsten-Staub eines Quads, als er einen Stein nicht sah und sich anschließend überschlug. Sowohl er, als auch sein Co-Pilot Lucas Cruz blieben unverletzt, der Peugeot 2008 DKR war allerdings dahin.

Auch der dritte Mann im Team Peugeot Total erlebte einen schweren Tag: Cyril Despres musste nach nur 64 Kilometern stoppen, um ein technisches Problem in den Griff zu bekommen.

Eduard-Nikolaev - Dakar 2015 Etappe 5
Eduard Nikolaev - Dakar 2015 Etappe 5 © Red Bull Content Pool

Trucks: Nikolaev übernimmt mit Etappen-Sieg Gesamtführung

Eduard Nikolaev hat auf der fünften Etappe einen deutlichen Tagessieg herausgefahren und das Ziel knappe zehn Minuten vor Airat Mardeev gesehen. Damit übernahm der Iveco-Pilot auch die Gesamtführung, schob sich gleich mit acht Minuten an die Spitze.

Mardeev hatte im Ziel Siarhei Viazovich im MAZ hinter sich gelassen, rutschte aber auf den zweiten Gesamtrang ab. Ales Loprais, heute Dritter, hält den dritten Gesamtrang, liegt aber nur acht Sekunden vor Andrey Karginov.

Ergebnis 5. Etappe Trucks:
1. Eduard Nikolaev (Iveco) 04h34’55
2. Airat Mardeev (Kamaz) +09’58“
3. Siarhei Viazovich (MAZ) +15’46“
4. Ales Loprais (Man) +16’43“
5. Dimtry Sotnikov (Kamaz) +20’45“

Gesamtstand Trucks nach 5 Etappen:
1. Eduard Nikolaev (Iveco) 15h16’18
2. Airat Mardeev (Kamaz) +08’01“
3. Ales Loprais (Man) +27’28
4. Andrey Karginov (Kamaz) +27’36“
5. Dimtry Sotnikov (Kamaz) +45’20“

Nasser Al-Attiyah - Dakar 2015 Etappe 5
Al-Attiyah führt die Gesamtwertung weiter an © Red Bull Content Pool

Marc Coma

Ein weiterer harter Tag! Auf den ersten 30 Kilometern haben wir eine verdammt hohe Pace angeschlagen und versucht, gleich richtig Druck zu machen.

"Das war eine Etappe, die nicht einfach war, wir hatten immer ‚Fesh-Fesh’ (Treibsand) und Steine im Auge zu behalten. Es war schwer, einen Rhythmus zu finden. Aber im zweiten Teil der Sonderwertungsprüfung ging es mir etwas leichter von der Hand."

Nasser Al-Attiyah

Es war keine einfache Etappe, wisst ihr. Wir sind bis zu den letzten zehn Kilometern mit einem Platten gefahren, erst dann entschieden wir, zu wechseln.

"Ich weiß nicht, ob wir zu Beginn langsam waren, aber diese Etappe war sehr hart, mit viel Fesh-Fesh. Ich bin ziemlich zufrieden, dass ich diese Etappe mit nur einem Platten und keinen weiteren Problemen zu Ende bringen konnte. Wir haben das Rad in 1:35 Minuten gewechselt, das ist ziemlich schnell. Ich wollte die Etappe nicht gewinnen, denn morgen wird eine sehr schwere Etappe und ich hätte gern jemanden vor mir, der die Piste eröffnet."

Etappe 6: Freitag, 9. Januar 2015

Antofagasta - Iquique
Verbindungsetappe: 392 km, Sonderwertungsprüfung: 255 km

Es geht die Pazifikküste hinauf. In Richtung Iquique liegen die berüchtigten großen Dünen. Wer dort hin kommt, erreicht die Halbzeit des Rennens. Neu wird es dafür schon eine erste Podest-Zeremonie geben. Es wird eine hoch emotionale Angelegenheit - nicht nur wegen dem Erdbeben, welches letzten April in dieser Gegen gewütet hat.

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