Dakar 2015: Rodrigues und Al-Attiyah!

Helder Rodrigues gewinnt bei den Motorrädern, Nasser Al-Attiyah bleibt bei den Autos spitze.
Von Joseph Caron Dawe & Toni Börner

Von Antofagasta aus ging es die Pazifik-Küste hinauf, Ziel war Iquique. Die Motorräder und Quads hatten einige Kilometer mehr in der Sonderwertungsprüfung zu absolvieren. Darunter auch ein Terrain, welches die Ausdauer richtig auf die Probe stellte und hohe Bergpässe.

Dann ging es für alle Piloten in die Dünen, ehe man die Halbzeit der Rallye Dakar 2015 mit einem Sonder-Podium im Zentrum von Iquique feiern konnte. Ein gelungener Abschluss zu den rund 650 Kilometern des Tages!

© Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Motorräder: Rodrigues zieht an

Der Portugiese Helder Rodrigues ist zäh und hat Ausdauer: Und genau das hat ihm den Sieg auf der sechsten Etappe der Rallye Dakar 2015 in der Motorrad-Klasse beschert. An diesen Sieg bei seiner achten Teilnahme an der härtesten Rallye der Welt wird er sich mit Sicherheit sehr lange erinnern.

Der Australier Toby Price holte eine knappe Minute hinter Rodrigues Rang zwei, Paulo Gonçalves sah nur wenig später dahinter das Ziel als Dritter. 

Der Gesamtführende Joan Barreda verlor rund sieben Minuten auf Rodrigues und belegte auf der Etappe den sechsten Platz. Marc Coma, der gestern noch die Etappe gewonnen hatte und noch amtierender Dakar-Champion ist, wurde heute Achter. 

Ergebnis 5. Etappe Motorräder:
1. Rodrigues (Honda), 3h40’10”
2. Price (KTM), 01’10”
3. Gonçalves (Honda), 01’42”
4. Quintanilla (KTM), +06’11”
5. Svitko (KTM), +06’42”.

Gesamtstand Motorräder nach 5 Etappen:
1. Barreda (Honda), 21h38’35”
2. Coma (KTM), +12’27”
3. Gonçalves (Honda), +17’12”
4. Quintanilla (KTM), +29’57”
5. Price (KTM), +33’44”

Nasser Al-Attiyah aus Katar - Gewinner der sechsten Etappe der Autos der Rallye Dakar 2015 in Chile
Nasser Al-Attiyah: Kurze Pause auf Etappe 66 © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Autos: Al-Attiyah behauptet Spitze

Nasser Al-Attiyah hat einmal mehr sein Können blitzen lassen und die heutige Tagesetappe gewonnen. Dabei wehrte er alle energischen Angriffe von Giniel de Villiers ab und behauptete seine Gesamtführung nach sechs Etappen.

Der Qatar Rally Team Pilot war auf der sechsten Etappe um 37 Sekunden schneller als De Villiers, Nani Roma kam in seinem Mini als Dritter ins Ziel.

Al-Attiyah’s führt die Gesamtwertung jetzt mit elf Minuten Vorsprung auf De Villiers an.

Ergebnis Autos 6. Etappe:
1. Al-Attiyah (Mini), 2h37’18s
2. De Villiers (Toyota), +00’37”
3. Roma (Mini), +01’24”
4. Gordon (Gordini), +01’45”
5. Terranova (Mini), +05’48”

Gesamtstand Autos nach 6 Etappen:
1. Al-Attiyah (Mini), 19h30’44s
2. De Villiers (Toyota), +11’12”
3. Alrajhi (Toyota), +28’44”
4. Holowczyc (Mini), +1h00’53”
5. Ten Brinke (Toyota), +1h04’23”

Peugeot Pilot Stephane Peterhansel wartet auf den Start zur sechsten Etappe der Rallye Dakar 2015 in Chile.
Stephane Peterhansel in seinem Peugeot 2008 DKR © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Stéphane Peterhansel erwischte einen brillanten Start in die heutige Etappe und war auf dem ersten Abschnitt der Sonderwertungsprüfung auch der Schnellste. Nach 143 Kilometern allerdings bekam der Franzose technische Probleme und musste einen Rückschlag hinnehmen.

Peterhansel schaffte es, das Rennen wieder aufzunehmen. Er holte alles aus seinem Team Peugeot Total Auto heraus und schaffte es noch als 20. ins Ziel - eine unglaubliche Leistung wenn man bedenkt, dass er bei der Reparatur über 20 Minuten verloren hatte.

KAMAZ Truck-Pilot Eduard Nikolaev auf der 6. Etappe der Rallye Dakar 2015
Eduard Nikolaev feierte einen weiteren Truck-Sieg © Red Bull Content Pool

Trucks: KAMAZ gibt den Beat an

Eduard Nikolaev hat sich heute in der Gesamtwertung der Trucks einen soliden Vorsprung gesichert. Er sammelte seinen dritten Etappen-Sieg auf der diesjährigen Dakar.

Nikolaev sah das Ziel mehr als fünf Minuten vor Ayrat Mardeev und mehr als zehn Minuten vor Andrey Karginov.

Unter diesen Dreien wird wohl auch die diesjährige Krone ausgemacht. Mit fast 14 Minuten Vorsprung ist Nikoleav auch derjenige, den es zu schlagen gilt.

Ergebnis Trucks 6. Etappe:
1. Eduard Nikolaev (KAMAZ), 2h 54m 28s
2. Ayrat Mardeev (KAMAZ), +5m 37s
3. Andrey Karginov (KAMAZ), +10m 40s
4. Gerard De Rooy (Iveco), +11m 31s
5. Dmitry Sotnikov (KAMAZ), +12m 44s

Gesamstand 6. Etappe Trucks:
1. Eduard Nikolaev (KAMAZ), 18h 10m 46s
2. Ayrat Mardeev (KAMAZ), +13m 38s
3. Andrey Karginov (Kamaz), +38m 16s
4. Dmitry Sotnikov (KAMAZ), +58m 41s
5. Siarhei Viazovich (MAZ), +1h 16m 44s

Helder Rodrigues:

 

Dieser Sieg war nicht leicht. Ich bin körperlich nicht ganz fit in die Dakar gestartet und um ehrlich zu sein waren die ersten Etappen echt schlecht für mich.

Ich hatte auch ein paar technische Probleme mit dem Motorrad, darum denke ich, dass dieser Etappen-Sieg eine besondere Auszeichnung ist. Wir haben echt viel gelitten. Endlich konnte ich heute eine gute Etappe zusammenbekommen und es liegt noch eine ganze Woche vor uns, in der wir Vollgas geben werden.

Nasser Al-Attiyah:

Wir haben einen guten Job gemacht und ich bin happy mit diesem Etappen-Sieg. Es war wieder ein guter Tag für uns.

„In den Dünen haben wir etwas Druck gemacht, aber wir waren von Anfang an auch vorsichtig, denn es war wirklich nicht einfach. Morgen haben wir den Marathon-Tag, aber das ist nicht die größte Etappe.“

Etappe 7: Samstag, 10. Januar 2015

Iquique - Uyuni

Verbindungsetappe: 392 km, Sonderwertungsprüfung: 321 km

Dieser Test führt die Piloten ans absolute Limit! Die Autos müssen ihn am Samstag absolvieren, die Motorräder am Sonntag, die Trucks bekommen eine andere Marathon-Etappe unter die Reifen. Auf der siebten Etappe ist das Schlagwort „Höhenmeter“. Der erste Teil der Marathon-Etappe führt durch Bolivien und ist eine mehr als schwere Herausforderung. Wenn die Teilnehmer auf 3.500 Metern über Null angekommen sind, startet die Sonderwertungsprüfung. Schon allein dort hin zu kommen, ist eine unglaublich schwere Aufgabe. Die Reifen werden ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen worden sein - und sicher die ein oder andere Träne geflossen.

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