Gonçalves, Al-Rajhi gewinnen, Walkner mit Podest

Gonçalves gewinnt, Walkner donnert aufs Podest, Coma halbiert Rückstand. Erster Sieg für Al-Rahji.
Von Joseph Caron Dawe & Toni Börner

Nach einem Tag Pause waren am Sonntag die Motorräder und Quads wieder mit von der Partie und fuhren ihre siebte Etappe aus. Dabei trennten die Top Drei im Ziel von Uyuni in Bolivien nur 30 Sekunden.

Bei den Autos, die bereits ihre achte Tageswertung ausfuhren, feierte der Araber Yazeed Al-Rajhi den ersten Dakar-Etappen-Sieg seiner Karriere.

Autos: Al-Rajhi gelingt der Durchbruch

Yazeed Al-Rajhi hat den ersten Dakar Etappen-Sieg seiner Karriere gefeiert. Viele Male war der Saudi-Araber knapp daran vorbeigeschrammt, doch heute hat es geklappt.

Al-Rajhi musste hart für diesen Sieg kämpfen, denn Giniel de Villiers setzte ihn schwer unter Druck, führte im zweiten Teil der Sonderwertungsprüfung gar eine Zeit lang.

Al-Rajhi nutzte die Probleme, die dem Vortages-Etappensieger Orlando Terranova auf dem heutigen Terrain entstanden. Am Ende war er über eine Minute schneller als der Argentinier.

Der Gesamt-Führende Nasser Al-Attiyah holte sich Tagesrang Drei, sein härtester Kontrahent um den Sieg, De Villiers, wurde Vierter. Der Qatar Rally Team Pilot hat jetzt etwas über acht Minuten Vorsprung.

Ergebnis 8. Etappe Autos:
1. Alrajhi (Toyota), 3h26’49”
2. Terranova (MINI), +01’12”
3. Al-Attiyah (MINI), +02’36”
4. De Villiers (Toyota), +02’49”
5. Holowczyc (MINI), +03’12”

Gesamtwertung nach 8 Etappen Autos:
1. Al-Attiyah (MINI), 26h41’15”
2. De Villiers (Toyota), +08’27”
3. Alrajhi (MINI), +18’40”
4. Holowczyc (Toyota), +54’38”
5. Peterhansel (Peugeot), +1h51’46”

Stephane Peterhansel zeigte für das Team Peugeot Total einmal mehr eine starke Leistung. Der Franzose holte den siebten Tagesrang auf der Etappe und schob sich damit auch in die Top Fünf der Gesamtwertung.

Die erste Vierrad-Dakar von Cyril Despres ging auch heute stark weiter. Im PEUGEOT 2008 DKR blieb er unter 40 Minuten Rückstand auf Al-Rajhi.

Marc Coma - Dakar 2015 Etappe 8
Coma kommt nach einer harten Etappe in Uyuni an © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Motorräder: Gonçalves, Coma, Walkner

Der Portugiese Paulo Gonçalves hat den Ruhe-Tag der Motorrad-Klasse offenbar am besten genutzt. Der Honda-Pilot sicherte sich den Sieg auf der siebten Etappe, sah das Ziel knappe 14 Sekunden vor dem amtierenden Champion Marc Coma. Die Entdeckung des Jahres, Matthias Walkner, feierte 30 Sekunden hinter Gonçalves den dritten Tagesrang.

Gonçalves feierte damit seinen ersten Tages-Sieg, nachdem er in den ersten beiden Etappen der diesjährigen Ausgabe jeweils Zweiter gewesen war. In der Gesamtwertung festigte er seinen dritten Rang.

Pech für Joan Barreda: Der HRC-Pilot musste nach einem Sturz mit gebrochenem Lenker ins Ziel fahren und kam dabei 06:13 Minuten hinter dem Portugiesen ins Ziel. Barreda verlor damit die Hälfte seines Vorsprungs in der Gesamtwertung und hat noch sechseinhalb Minuten Guthaben auf Coma.

Ergebnis 7. Etappe Motorräder
1. Gonçalves (Honda), 3h56’00;
2. Coma (KTM), +00’14”;
3. Walkner (KTM), +00’30”;
4. Quintanilla (KTM), +01’32”;
5. Price (KTM), +01’49”.

Gesamtstand Motorräder nach 7 Etappen
1. Barreda (Honda), 25h40’48;
2. Coma (KTM), +06’28”;
3. Gonçalves (Honda), +10’59”;
4. Quintanilla (KTM), +25’16”;
5. Price (KTM), +29’20”.

Der russische KAMAZ-Pilot Eduard Nikolaev auf der achten Etappe der Rallye Dakar 2015 nach Uyuni in Bolivien.
Eduard Nikolaev: Schon fünf Etappen-Siege! © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Trucks: Nikolaev reagiert stark

Nachdem er am Vortag seine Gesamtführung verloren hatte, zeigte sich Eduard Nikolaev von seinem Pech wenig beeindruckt und machte auf den neuen Führenden, Ayrat Mardeev, mächtig Druck. Er feierte seinen fünften Etappen-Sieg der Rallye Dakar 2015.

Nikolaev sah das Ziel über 11 Minuten vor dem besten Iveco-Piloten Gerard de Rooy, fast 15 Minuten vor seinem KAMAZ-Markenkollegen Andrey Karginov. Damit schnappte er sich den dritten Gesamtrang zurück.

Ales Loprais und Mardeev rundeten die Top Fünf ab. Karginov schob sich in der Gesamtwertung damit auf reichliche fünf Minuten an Mardeev heran.

Ergebnis 8. Etappe Trucks:
1. Eduard Nikolaev (KAMAZ), 3h 25m 47s
2. Gerard De Rooy (Iveco), +11m 16s
3. Andrey Karginov (KAMAZ), +14m 58s
4. Ales Loprais (MAN), +20m 1s
5. Ayrat Mardeev (KAMAZ), +32m 2s

Gesamtwertung nach 8 Etappen Trucks:
1. Ayrat Mardeev (KAMAZ), 26h 33m 21s
2. Andrey Karginov (KAMAZ), +5m 19s
3. Edurard Nikolaev (KAMAZ), +12m 41s
4. Ales Loprais (MAN), +59’19”
5. Dmitry Sotnikov (KAMAZ), +1h 14m 29s

Yazeed Al-Rajhi

Heute war ein guter Tag. Wir sind schnell gefahren und hatten Spaß. Das schwierigste war heute, Toiletten-Pausen hinzubekommen. Bei solchen Höhenlagen musst du schon bei dem kleinsten Schluck...

„Der Start in Salar war toll und es ging bei guten Bedingungen los. Wir hatten nicht den besten Top-Speed, konnten aber trotzdem mit den anderen Mithalten. Es war wie ein Spiel.“

Joan Barreda:

Der Lenker war gebrochen und ich musste mit einer Hand fahren.

Ich hatte nach rund 200 Kilometern einen Sturz. Da war viel Schlamm, ich habe gebremst, aber das Motorrad rutschte einige Meter und ich krachte in ein Loch. Der Lenker war gebrochen und ich musste noch 130 Kilometer fahren - mit nur einer Hand war das echt eine harte Nuss.

Marc Coma:

Ich habe Barreda durch die Luft fliegen sehen und hielt an.

Um die Wahrheit zu sagen: Es war ein verdammt harter Tag. Da die Autos am Vortag hier lang gefahren waren, und es dann noch regnete, war da eigentlich von einer Strecke nichts mehr übrig geblieben. Alles war komplett aufgeweicht, überall Schlamm und Wasser. Ich bin am Anfang gleich schnell gefahren und wollte Barreda einholen. Als ich an ihm dran war, blieb ich lieber hinter ihm, denn in den letzten Tagen war ich immer vor ihm. Ich sah wie er stürzte und hielt an, um zu sehen, ob er ok war. Jetzt machen wir uns fürs Finish bereit.

Joan Barreda - Dakar 2015 Etappe 8
Joan Barreda - Dakar 2015 Etappe 8 © Red Bull Content Pool

8. Etappe - Montag, 12. Januar 2015

Uyuni-Iquique
Verbindungsetappe: 24 km, Sonderwertungsprüfung: 781 km

Es geht über den Salar de Uyuni, über 100 Kilometer auf einem Salzsee. Die Motorräder und Quads tragen auf ihrer achten Tagesprüfung eine Marathon-Etappe aus, die Autos und Trucks haben einen Ruhetage.

Von Uyuni aus geht es zurück nach Chile und die Atacama-Wüste, dann weiter nach Iquique. Die Piloten nehmen den Salar de Uyuni auf über 3.700 Metern Höhe unter die Reifen, der letzte Abschnitt des Tages wird dann noch einmal technisch: 40 Kilometer weit geht es durch Sanddünen.

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