Quintanilla gewinnt, Coma neuer Führender

Pablo Quintanilla hat die achte Etappe der Motorräder gewonnen. Coma übernimmt Gesamtführung.
Von Jonathan Campkin & Toni Börner

Krimi auf der achten Etappe der Rallye Dakar 2015. Während die Auto- und Truck-Piloten heute ihren wohlverdienten Ruhetag genossen, ging es für die Motorräder und Quads in den zweiten Teil der Marathon-Etappe. Und die entpuppte sich in weiten Strecken als Favoriten-Sterben.

Von Uyuni in Bolivien ging es nach einer extrem kalten Nacht auf über 4.000 Metern Höhe in die zweite Hälfte der Marathon-Etappe. Die fand ihr Ziel in Iquique, Chile. Die letzten 40 Kilometer durch die Wüsten-Dünen hatten es dann ganz besonders in sich.

Motorrad: Quintanilla kehrt als Sieger in die Heimat zurück

Der Chilene Pablo Quintanilla hat bei der Rückkehr der Rallye in seine Heimat seinen ersten Etappen-Sieg gefeiert. Der KTM-Pilot stand damit erstmals in einer Tageswertung der Dakar auf dem obersten Treppchen. Dabei hatte er die heutigen Strapazen bestens im Griff, siegte aber mit nur elf Sekunden Vorsprung auf den Spanier Juan Pedrero Garcia und zwölf Sekunden Vorsprung auf den Slowaken Stefan Svitko denkbar knapp.

Aufgrund des schlechten Wetters hatte die Etappe bei Kilometer 378 zunächst gestoppt werden müssen, im Anschluss folgte dann noch ein Sprint über 38 Kilometer ins Biwak von Iquique.

Ein neunter Platz reichte dem Vorjahres-Sieger Marc Coma, um heute die Gesamtführung der Motorrad-Kategorie zu übernehmen. Der Red Bull KTM-Pilot verlor auf die Tagesbestzeit runde siebeneinhalb Minuten, tat dabei aber genau das, was er tun musste. Er führt jetzt mit reichlich neun Minuten Vorsprung auf den Portugiesen Paulo Gonçalves, der das Ziel als 15. sah.

Joan Barreda - Dakar 2015 Etappe 8
Joan Barreda gibt alles für den Traum Dakar! © Red Bull Content Pool

Pech bei Joan Barreda Bort. Der Spanier war bereits am Vortag 120 Kilometer mit einem abgebrochenem Lenkerstummel links gefahren, hatte sich aber ins Biwak gerettet. Dort musste er aufgrund der Marathon-Etappen-Regelung selbst Hand anlegen und seine Honda wieder flott machen. Er borgte sich vom Argentinier Demian Guiral einen Lenkerstummel, der bekam Barredas abgebrochenes Stück und versuchte dies irgendwie an seiner Privat-Honda zu befestigen.

Im Verlaufe der Etappe ließ sich Barreda dann von Jeremias Isreal Esquerre ziehen - und fiel natürlich weit zurück. Nach 378 Kilometern Sonderwertungsprüfung hatte der Spanier bereits anderthalb Stunden auf Coma verloren - die Gesamtführung war logischerweise weg, zu dem Zeitpunkt ging es schon auf den 14. Gesamtrang zurück.

Favoritensterben: Jordi Villadoms, letztes Jahr noch Vize-Champion hinter Coma, musste heute seine Rallye Dakar 2015 vorzeitig beenden. Er versuchte zwar alles, um seine Maschine wieder flott zu bekommen, gab aber schließlich mit Motorschaden auf. Auch Alessandro Botturi, Michael Metge und Daniel Gouet meldeten sich heute ab.

Ergebnis 8. Etappe Motorräder
1. Quintanilla (KTM), 02h 56m 19s
2. Pedrero Garcia (Yamaha), +00m 11s
3. Svitko (KTM), +00m 12s
4. Price (KTM), +00m 41s
5. Sanz Pla-Giribert (Honda) +02m 36s

Gesamtstand Motorräder nach 8 Etappen
1. Coma (KTM), 28h 51m 12s
2. Gonçalves (Honda), +09m 11s
3. Quintanilla (KTM), +11m 11s
4. Price (KTM), +15m 56s
5. Svitko (KTM), +26m 30s

Marc Coma:

Das war so ein schwieriger Tag. Über die Salzseen zu fahren, war extrem schwierig. Man musste sich bei einer solchen Höhe und Kälte mit so vielen Dingen rumschlagen.

Was aber wichtig ist, ist, dass ein weiterer Tag absolviert ist und hinter uns liegt. Jetzt müssen wir abwarten, was die Dakar für uns noch bereit hält.

Laia Sanz:

Ein großartiges Ergebnis, denn es war extrem schwer. Für mich ist es einfach gut gelaufen.

Vor den Dünen war ich auf einmal Dritte, aber Toby und Pablo sind noch an mir vorbei. Trotzfdem bin ich mehr als zufrieden mit Rang fünf.

Dakar 2015 - Ruhetag Autos & Trucks
Ruhetag? Von wegen! Es gibt viel zu tun... © Red Bull Content Pool

Autos & Trucks: Ruhetag ohne Ruhe

Es mag zwar Ruhetag heißen, doch so richtig Ruhe kam im Biwak nicht auf. Für Stephane Peterhansel und Cyril Despres aus dem Team Peugeot Total erst recht nicht. Aber zumindest bekamen die beiden verbliebenen Teamkollegen etwas mehr Schlaf und Ruhe, als sonst.

Weiterhin standen Pressetermine ebenso auf dem Programm, wie Team-Briefings. Hier wurden die restlichen Etappen und möglichen Strategien besprochen, außerdem schaute man auf eine Massage beim Physiotherapeuten vorbei.

Etappe 9: Dienstag, 13. Januar 2015

Iquique - Calama
Verbindungsetappe: 88 km, Sonderwertungsprüfung: 451 km

Wir sagen der „Atacama-Wüste“ Goodbye - und „Hallo“ zu weiterem unsäglichen Gelände. Noch einmal gilt es 50 grausame Kilometer durch Wüsten-Dünen, dann vermutlich auf nasseres Gelände. Auf den engen Pisten gilt es vor allem, die Fahrzeuge nicht zu beschädigen - und trotzdem Zeit aufzuholen oder gut zu machen.


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